Der Euro gibt gegenüber dem Schweizer Franken immer weiter nach. Lag die Hoffnung bisher bei einem Erhalt des Kurses von 1,10 Franken je Euro, so befindet sich die europäische Gemeinschaftswährung inzwischen bei 1,026 Franken. Quasi in der Parität. Ein weiterer Kurssturz des Euro wird jedoch befürchtet.

Von Marco Maier

Für die Schweizer Wirtschaft und die (noch vorhandenen) Franken-Kreditnehmer in der Eurozone wird das finanzielle Klima immer rauer. Der starke Franken und der schwache Euro sorgen zunehmend für Probleme. So ist die Schweizer Nationalbank (SNB) mit dem Versuch, den Frankenkurs zum Euro möglichst bei 1,10 zu halten kläglich gescheitert, da sie als vergleichsweise kleine Zentralbank einfach nicht genügend Finanzkraft zur Gegensteuer besitzt.

Inzwischen liegt der Frankenkurs bei 1,026 Euro, mit einer Tendenz zur Parität. Beim US-Dollar sind die Auswirkungen angesichts der momentanen Dollarstärke nicht dermaßen extrem. Derzeit bekommt man für einen Dollar noch 0,954 Franken, nachdem der Kurs in den letzten Monaten noch teilweise auf über einen Franken stieg und ein Tief bei etwa 0,86 Franken hatte, als die SNB den Kurs Ende Januar freigeben musste.

Finanzexperten rechnen inzwischen gar damit, dass sich die Euroschwäche sogar noch dramatischer auf den Kurs zum Franken auswirken könnte. Mittelfristig wäre sogar ein Absturz der Gemeinschaftswährung auf 0,85 Franken möglich. Dies würde jedoch der Schweizer Wirtschaft, die eng mit jener der EU verknüpft ist, einen herben Schlag versetzen. Schon früher bei einem Kurs von 1,20 Franken je Euro waren Produkte aus der Schweiz sehr teuer. Fällt der Euro tatsächlich so tief, würde dies einer Preissteigerung von rund 40 Prozent gegenüber dem alten Kurs entsprechen.

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4 thoughts on “Kurssturz: Für einen Euro gibt es nur noch einen Franken”

  1. Schon im Januar ’15 lag der Kurs EUR/CHF bei unter 1.

    Es ist erstaunlich, wie sehr man einen starken Kurs heute ins negative zieht.

    Wenn das egenteil der Fall wäre – der Franken fällt gegenüber dem EUR – wäre das Gejammere genau so groß.
    Ja was denn nun? Geht es am ende nur darum, wer am lautesten jammern kann?

    1. Nun ja, große Kursveränderungen binnen einer kurzen Zeit wirken sich immer für eine Seite negativ und für die andere Seite positiv aus. Im Falle des starken Frankens, bzw. schwachen Euros sind die Leidtragenden die Schweizer Unternehmen und die Frankenkreditnehmer (zu denen u.A. auch Kommunen in DE und AT gehören), während die Eurozonen-Unternehmen zumindest einen Währungsvorteil bei Exporten in die Schweiz haben. Da jedoch die Schweizer Wirtschaft in Sachen Exporte kaum eine Rolle spielt (zu wenige Einwohner), ist der positive Effekt für die EU-Unternehmen entsprechend marginal.

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