Griechenland: Staatsbankrott kostet Deutschland über 86 Milliarden Euro

Egal ob Griechenland in der Eurozone bleibt oder nicht: Im Falle eines Staatsbankrotts und des daraufhin folgenden Zusammenbruchs der Geschäftsbanken, läge der deutsche Verlust bei etwas mehr als 86 Milliarden Euro. Schuld daran sind die EU-Politiker, die das Risiko auf die Steuerzahler abwälzten um die privaten Investoren zu retten.

Von Marco Maier

Auch wenn es eigentlich klar ist, dass Griechenland ohne einen radikalen Schuldenschnitt bald schon in die Staatspleite schlittert, wird derzeit noch über "Hilfspakete" diskutiert, die im Endeffekt lediglich die Schuldenlast des Landes weiter ansteigen lassen. Eine wirkliche "Rettung" Griechenlands sieht eben anders aus als über ein paar Milliarden Euro herumzudiskutieren.

Angesichts dieser Tatsachen hat das Forschungsinstitut ifo ausgerechnet, wie sehr sich eine solche Staatspleite samt Bankrott der griechischen Geschäftsbanken auf Deutschland und die anderen EU-Mitgliedsstaaten auswirken würde. Das Ergebnis wurde natürlich schön populistisch verpackt und derzeit noch von den deutschen Medien entsprechend einseitig ausgeschlachtet.

Demnach läge im Falle eines Euro-Austritts Griechenlands der maximal mögliche Verlust bei 86,2 Milliarden Euro. Bliebe Griechenland trotz Staatsbankrott im Eurosystem, läge dieser bei maximal 86,5 Milliarden Euro. Frankreich müsste beispielsweise rund 66 Milliarden Euro abschreiben, Italien immerhin noch 57,5 Milliarden Euro. Also jeweils mehr als 1.000 Euro pro Einwohner.

Was dabei völlig untergeht ist der Umstand, dass dieser Schaden für die öffentlichen Kassen vermeidbar gewesen wäre. Denn erst die ganze Umschuldung der letzten Jahre, als die privaten Anleger quasi durch das Geld der "Troika" freigekauft wurden, verlagerte das finanzielle Risiko von den Banken und Versicherungen, sowie den Investment- und Hedgefonds, auf die Steuerzahler. Und da die Konzerne meistens auf Steueroasen ausweichen, trifft dies dann eben vorwiegend die kleinen und mittleren Betriebe, sowie die breite Bevölkerung.

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Hier zeigt sich das finanzielle Sprengkraftpotential, welches uns die EU-Bonzen mit ihrer völlig verfehlten "Rettungspolitik" eingebrockt haben. Schlussendlich wurden die privaten Investoren gerettet, während erst Griechenland wirtschaftlich und finanziell ruiniert wurde, nur um dann auch noch den anderen Staatskassen massiv zu schaden. Das Versagen liegt eindeutig bei den ganzen EU-Politikern.

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8 Kommentare

  1. Die 86 Mrd. Euro sind nur ein Furtz im Gegensatz dazu was dann kommt. An den internatonalen Finanzmärkten wird der Kollaps in den aufgeblähten Rendite Märkten kommen…Die Griechen sind die Nadelspitze am Ballon.

    Die Kredit Ausfallversicherungen und damit verstrickten Hedgefonds in USA werden in 1000 mal größeren Dimensionen explodieren. Die Spekulationsblase platzt, der Dax wird nach unten rasen und manche Anleger wieder zur Pistole greifen. Griechenland bekommt auch das nächste Geld um seine Schulden zu zahlen. Damit dreht sich die Kugel im Casino weiter… Die Eurozone wäre für immer im Eimer und die amerikanischen Banken ebenfalls. Die Griechen müssen sich darüber keine Sorgen machen, das sollten andere tun.

    Sinnvoll für die Griechen wäre der Auststieg aus der Eurozone allemal…Es kann ungemein befreiend sein, keine Troika mehr im lande zu haben die alles für nen Euro an ihre Freunde und Hedgefonds wie black rock verschleudert !

    Die Russen würden auch wieder stärker ihre Produkte kaufen und wären auch bei anderen Dingen behilflich.

    Also alles nur Schow, denn das richtige Geld wird ja bekanntlich nicht in der Realwirtschaft verdient…

  2. Drei Rettungsrunden. Dreimal hieß es, dann wäre alles gut und Griechenland wieder auf gutem Wege. Griechenland hat grundsätzlich alle von der Troika gestellten Bedingungen erfüllt. Und doch ist es wieder Pleite. Das ist eine Bankrotterklärung der EU-Troika-Politik, die hier völlig versagt hat. Der Druck, Griechenland selbst bei einem Staatsbankrott weiter in den Euroraum zu pressen, kommt von den transatlantischen Finanzoligarchen, die sich dem konstruierten Schuldenleck Griechenlands gern bedienen, um sich so ihre Finanzzuströme zu sichern, um nicht slebst bankrott erklären zu müssen.

    Denn wo gehen die Finanzhilfen hin? Beim Griechischen Volk bleibt kein Cent, im Gegenteil, sie müssen noch dazulegen. Das ganze Geld geht gar nicht nach Griechenland, sondern an die transatlantischen Großbanken, die mit den Renditen aus den Griechischen Anleihen satte Profite ziehen. Diese Einnahmequelle wolle sie sich weder durch "Schuldenschnitt" noch "Grexit" nehmen lassen und schicken ihre von ihnen bezahlten Polittrottel los, Griechenland zu erpressen.

    Bitte liebe Griechen, befreit Euch von der Last, werft den TEURO fort, damit die eitlen, arroganten EU-Politiker nicht länger ein Alibi haben, weiter den Euro durchpeitschen zu können, denn dann steigt auch die Stimmung in den übrigen Eurostaaten, den Euro endlich als schulendes Fehlbeispiel in die Finanzgeschichte abzulegen.

    1. "Das ist eine Bankrotterklärung der EU-Troika-Politik, die hier völlig versagt hat."

      Sie hat nicht nur versagt, sondern die europäischen Bevölkerungen schamlos angelogen, obwohl die EU-Troika-Politiker genau wussten, wohin ihre Befürwortungen für die Kredite an Griechenland führen. Die EU-Troika-Politiker haben sich an den Wetten der transatlantischen Finanzoligarchen, die vor allen anderen genau wussten, was laufen wird, teilgenommen und abgesahnt. Das nennt man "Missbrauch von Insiderwissen", flankiert von fulminanten Lügentiraden. Was hier gelaufen ist und noch laufen wird, sprengt jeden Rahmen der Anständigkeit und Verantwortung gegenüber der eigenen Bevölkerung.

      Es kann nur noch schlimmer werden. Zeit, dass die Griechen aussteigen aus der EU und damit diesem rücksichtlosen Treiben ein Ende setzen.

  3. kalimera!

    Ich leg' noch 200 DM oben drauf, aber bitte verpisst Euch endlich und sorgt mit dafür, daß Deutschland und Europa diesen Währungsgewaltfrieden los werden!!

    efcharisto!

     

  4. Erinnert sich noch jemand wie es zur EU-Schieflage und der Bankenrettung (alles Gründe für die angesagte Griechenlandpleite) überhaupt kam. Unsinnige US-Hauskredite an normal und unterbemittelte wurden schön in toxische Papiere verpackt und mit trippleA rating der (wen wunderts) US-Ratingagenturen nach Europa verschifft. Hier z.B. in Deutschland hatte man vorher noch schnell ein paar Schutzgesetze zur Bankenregelung abgeschaft und unmittelbar davor den Banken überhaupt erst erlaubt, diese Zertifikate sich in den teuren Keller zu legen.

    Wenn mein Auto stottert und qualmt, verkauf ichs meinem Hiwi (fast wie neu).

    Aber merke, ein mit Betrugsabsicht geschlossener Vertrag ist nichtig (BGB). Da hilft auch nicht das Märchen vom Klapperstoch im Rechtstaat.

    Guten Morgen 

  5. Ich verstehe garnicht wieso immer von verfehlter Rettungspolitik gesprochen wird.

    Hat doch alles prima funktioniert, alle Großinvestoren die Jahre lang die hohen Zinsen in Griechenland genossen haben, sind nun raus aus ihren riskanten Investmens und haben ihr Geld in Sicherheit.

    OK, nun haben wir die Bürger der EU die Schulden zu zahlen, wie immer eben, aber das ist den Politikern doch egal! Diese Herren vertreten doch nicht die Interessen der Bürger, der bei weiten größten Zahl ihrer Wähler. Hey , aufwachen Bürger, es gibt auch keinen Weihnachtsmann!

    Wie immer wird umverteilt von unten nach oben, von arm zu reich und in sofern hat der Rettungspolitik doch wieder perfekt funktioniert.

    Ich weiß mittlerweile schon gar nicht mehr über was ich mich mehr ärgere: Über das Geld was man uns aus der Tasche zieht  oder das man meint, dass wir so blöd sind. dass wir nichts mehr merken.

     

      

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