Griechenland: Ohne schnelle Finanzhilfen droht am 9. April der Zahlungsausfall

Ohne neue Hilfspakete steht Griechenland am 9. April vor dem ersten Zahlungsausfall. 450 Millionen Euro müssten an den IWF gezahlt werden, doch Athen will zuerst die Gehälter, Renten und Pensionen bedienen. Dann bleibt allerdings nichts mehr übrig, um Kredite zu bedienen.

Von Marco Maier

Zahlt Griechenland die Kredittranche von 450 Millionen Euro nicht, stellt dies einen Verstoß gegen die IWF-Satzung dar. Nun will Athen mit dem Währungsfonds verhandeln, um eine Verschiebung der Ratenzahlung zu erreichen. Gelingt das nicht, tritt wohl der erste Zahlungsausfall ein.

"Wenn bis 9. April kein Geld fließt, werden wir zuerst die Gehälter, Renten und Pensionen hier in Griechenland zahlen und bitten dann unsere Partner im Ausland um Einvernehmen und Verständnis, dass wir die 450 Millionen Euro an den IWF nicht pünktlich zahlen werden", sagte der Innenminister Nikos Voutzis dem "Spiegel". Damit sind die Hilfszahlungen Brüssels gemeint, die bislang weiterhin in der Schwebe stehen.

Allerdings könnte die erste Tranche der rund 7 Milliarden Euro, die noch im aktuell verlängerten Hilfsprogramm festgeschrieben sind, erst frühestens Ende Mai fließen. Doch dafür müssen die Reformen Athens zuerst von den Gläubigern akzeptiert und von Griechenland auf den Weg gebracht werden. Für die IWF-Kreditrate ist das allerdings deutlich zu spät.

Und so versucht die griechische Regierung möglichst rasch Gelder aus anderen Töpfen zu holen. Darunter sind der EFSF-Rettungsfonds, dem Athen 1,2 Milliarden Euro zu viel überwiesen hatte und der Bankenrettungsfonds, aus dem nach Angaben des Ministers "seit Monaten" 1,9 Milliarden Euro zurückgehalten werden. Weiters spekuliert Voutzis auf Geld von der EZB: "Und dann hätte Griechenland gern wenigstens eine minimale Teilhabe an den Geldern aus dem QE-Programm von Draghi."

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5 Kommentare

  1. ….und monatlich grüßt das Murmeltier ! Unser Bundeshosenanzug wird natürlich wieder gegen den Willen der Bevölkerung " alternativlos " handeln und bezahlen !

    Wieso sollen die Griechen sich ändern, wenn sie DOCH alle paar Wochen von unserer Zonenwachtel die Kohle in den Allerwertesten geschoben bekommen !

    1. Sie verstehen nicht ganz, worum es hier geht. Es ist nicht die Merkel per se, die den Griechen "Geld in den Arsch schiebt", es ist die EU, und Merkel ist nur der Verkünder der frohen Botschaften. Sinn der Sache ist, Griechenland um jeden Preis im Euroland zu halten, denn der Ausstieg der Griechen wäre der offizielle Anfang vom Ende.

      Die Griechen dafür zu kritisieren, dass sie lieber ihren Leuten etwas zu essen ermöglichen, als die Gelüste von Finanzgeiern zu befriedigen, entspricht dem Zynismus der Troika.

      Die Troika könnte auch ohne das Geld aus GR weiterleben und Champus saufen. Wenn den Griechen das Geld ausgeht, werden viele Menschen sterben. Und sie sterben jetzt bereits, etwa an medizinischer Unterversorgung.

      Aber wehe, sie überweisen die nächste Rate nicht! Dann entziehen wir ihnen noch mehr Geld und fordern noch härtere Maßnahmen, damit noch mehr Menschen sterben und der Tsipras erkennt, dass es besser ist, der EU zu folgen. Dann sterben zwar immernoch Menschen, aber weniger, als wenn man sich mit ihr anlegt.

      So hält es die EU.

      1. Hätte die Zonenwachtel schon beim letzen Mal, oder beim vorletzten Mal oder… NEIN gesagt, würde die EU auch nicht weiter Geld überweisen ! Woher kommt denn ein Großteil davon ? Etwa aus Lettland oder Luxenburg ? Nein, WIR Deppen zahlen die Zeche ! Ich hab einfach keine Lust mehr zu malochen und zu malochen, immer mehr Steuern abgepresst zu bekommen, dazu die Aussicht auf eine karge Rente, nur damit die Griechen ( oder deren Gläubigerbanken ) ein Faß aufmachen können ! Laßt die Griechen ihren Euro – und gebt uns die DMark wieder  !!!

  2. "Griechenland: Ohne schnelle Finanzhilfen droht am 9. April der Zahlungsausfall"

     

    Prima! Dann dreht endlich den Hahn zu und macht Schluß!

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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