FC Bayern-FC Porto: Wer greift zur Spritze?

Ja, die wilden Medienspekulationen über den FC Bayern sind wieder da. Es ist kein Phänomen, dass sich nur auf den FC Bayern oder den deutschen Fußball bezieht. Auch denken jetzt viele an Doping. Aber unter Medikamenteneinfluss zu spielen ist keineswegs illegal, denn man wendet ein Schmerzmittel lokal an. Das so genannte „Gesund spritzen“ ist aber verpönt, weil der Sportler den Schmerz nur kurzfristig nicht spürt und so ein Spiel bestreiten kann, aber die Verletzung im Gegenzug verschlimmert wird. Pepe Guardiola behauptete, dass Jackson so gespielt hätte. Dies wurde von Portos Trainer Lopetegui unmittelbar zurückgewiesen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Der Ex-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt soll sich angeblich geweigert haben Ribery eine Spritze zu geben. In anderen Fällen soll er es unter Protest gemacht haben und  die jeweiligen Verletzungen haben sich wohl verschlimmert. Doch es ist zu befürchten, dass Pepe Guardiola und Matthias Sammer in dieser Hinsicht nicht gerade zimperlich sind, auch wenn es letztlich nur mit Zustimmung des Spielers zu machen ist. Die Aussagen des Bayern-Trainers lassen aber nichts Gutes erahnen. Mag ja sein, dass die Bayern mit Robben oder Ribery das Rückspiel gewinnen und vielleicht kommen sie ins Halbfinale. Aber die Karriere des Spielers könnte mit einer falschen Bewegung ein vorzeitiges Ende haben.

In der Pressekonferenz haben Philipp Lahm und Thomas Müller noch einmal klargestellt, dass niemand beim FCB das Team aus Porto unterschätzt habe. Die Nationalkicker sahen auch kein Problem darin, dass sie „geschwächt“ ins Spiel gegangen sein sollen. Sie beklagten nur ihre eigenen Fehler und lobten nochmal das komplette Team des FC Porto, deren Stärke ihnen bekannt und dessen selbstbewusstes Auftreten zu erwarten war. Auch im Rückspiel wird von Seiten der Münchner Spieler nicht erwartet, dass sich Porto viele Blößen geben wird und selbst die gelb-gesperrten Außenverteidiger Danilo und Alex Sandro würden mit Sicherheit einen entsprechenden Ersatz haben.

Pepe Guardiola hingegen leistete sich einen Fauxpas, als er davon Sprach, dass Jackson Martinez unter Medikamenteneinfluss, also schmerzfrei gespritzt, gespielt habe und dadurch eine übermenschliche Anstrengung unternommen hätte. Der Reporter musste nochmal nachfragen, da er seinen Ohren nicht traute. Darauf hin reagierte Pepe Guardiola recht genervt: „Ich habe nicht gesagt, dass er irgendetwas Illegales gemacht hätte. Eine Spritze gegen die Schmerzen ist etwas ganz Normales.“ Er meinte weiter, dass daran nichts Verwerfliches sei. Auch würden solch übermenschliche Bemühungen durchaus nicht weiter ungewöhnlich sein. „(…) es ist etwas, dass ich sehr wertschätze.“

Lopetegui hat seinerseits dieser Behauptung sofort widersprochen: „Nein, absolut nicht. Niemals würden wir die Gesundheit unserer Spieler riskieren.“ Ein Kommentator ging sogar soweit, sich zu fragen, ob Pepe Guardiola damit ein Signal an die eigenen Spieler schicken wollte. Die Absicht lag also nicht bei einer „Anklage“ der angeblichen Vorgehensweise der Ärzte des FC Porto, sondern eher ein „Beklagen“ dessen, was Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und sein Team nicht zu tun bereit waren. Mit dem Rücktritt des Bayern-Arztes werden die Spieler gemerkt haben, wie sehr es ihrer Gesundheit schaden kann und dass er es absolut ernst gemeint hat. Heute Abend um 20:45 Uhr werden wir wissen, wer auf dem Platz steht, wer auf der Bank sitzt und wie die Spieler sich letztendlich verhalten werden. Sebastian Schweinsteiger ist jedenfalls wieder fit und steht so weit bekannt, nicht unter Einfluss von Medikamenten, und ist auch sonst nicht irgendwie „gesund gespritzt“!

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Aus Porto kommen 4.000 Portugiesen und in Deutschland kommen noch einige hinzu. Dennoch sind die meisten Fans von FC Bayern und die Allianzarena wird sich mehr in rot als in blau hüllen. Auf alle Fälle ist ein großes Spiel zu erwarten. Fehlt nur noch ein kühles Bier und dann Fußball auf höchstem Niveau genießen.

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