Gerade erst wiedergewählt, steht Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff derzeit im Zentrum der Kritik. Vor allem der Petrobras-Korruptionsskandal belastet sie schwer, obwohl selbst Oppositionspolitiker darin verwickelt sind. Ohne Rousseff – die unter Umständen auch zurücktreten könnte – steht jedoch die Zukunft der BRICS-Staaten auf der Kippe.

Von Marco Maier

Brasilien ist wirtschaftlich und politisch wohl einer der wichtigsten Anker der multipolaren Welt in Lateinamerika. Auch wenn Länder wie Argentinien, Bolivien, Ecuador und Venezuela sich den US-Hegemonialbestrebungen widersetzen, kommt man ohne das größte lateinamerikanische Land nicht herum. Nicht umsonst wurde die BRICS-Gruppe mit Brasilen zusammengestellt.

Allerdings steht die Politik der sozialistischen Präsidentin und deren Regierung derzeit im Kreuzfeuer der Kritik. Trotz der Erfolge in Sachen Armutsbekämpfung wendet sich die neue Mittelschicht – die erst infolge der Politik Rousseffs und ihres Vorgängers da Silva entstanden ist – zunehmend von ihr ab.

In einer zwischen dem 21. und 25. März von der "Nationalen Vereinigung der Industrie" (CNI) beim brasilianischen Institut für Meinungsforschung IBOPE in Auftrag gegebene Umfrage ergeben sich katastrophale Werte. Gerade einmal 12 Prozent der 2.002 Befragten bezeichneten die aktuelle Regierung als "sehr gut" oder "gut". Ganze 64 Prozent finden sie "schlecht" oder "schrecklich/furchtbar". Wobei man allerdings anmerken muss, dass die CNI zu den konservativen Parteien tendiert, was sich natürlich auch auf das Umfrageergebnis auswirkt.

Sollte jedoch Dilma Rousseff tatsächlich zurücktreten müssen und Neuwahlen anstehen, wäre dies faktisch das Ende der derzeitigen BRICS-Politik. Der wahrscheinliche Nachfolger – Aecio Neves – gilt nämlich als US-freundlich, so dass die gesamte BRICS-Linie mit seiner Wahl ein wichtiges Standbein verlieren würde.

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6 thoughts on “Dilma Rousseff im Tief: BRICS bald ohne Brasilien?”

  1.   "Die USA mit ihrem fundamentalen Interesse kontrollieren alle Organe der Welt. Keine andere Macht hat das jemals getan, Aus diesem Grund intervenieren wir weltweit bei den Völkern, aber sie können uns nicht angreifen. Das ist eine schöne Sache." George Friedmann 04.02.2015

    Genauso intervenieren die von den amerikanern finanzierten NGO in Brasilien.

    1. Alle Länder auf diesem Planeten täten gut daran, ausländischen NGOs die Tätigkeit vollständig zu verbieten und vor allem die Finanzströme aus de mAusland genaustens zu überwachen.

      Auch die Finanzierung inländischer NGOs müsste sehr genau und permanent überprüft werden. Vor allem Gelder, die sie aus dem Ausland erhalten – die müssten augenblicklich konfisziert werden.

      Peter Scholl-Latour schreibt in seinem Buch "Russland im Zangengriff", dass Lukaschenko in Weißrussland genau das tat.
      Da braucht man nicht lang herumzuraten, weshalb Lukaschenko in den Westmedien so mies dargestellt wird …

  2. Brasilien ist gerade dabei seinen eigenen Metzger selbst zu suchen. Mag schon sein das es seit einiger Zeit Probleme wegen Inflation in Brasilien gibt. Das liegt aber nicht an der Führung.

    Gerade das kapieren viele Menschen nicht, das die Inflation von außen importiert wird, durch Geld das ohne wert hinterlegt ist wie in vielen anderen Länder auch.Brasilien hätte zwar durch seine Größe die Möglichkeit auf direkten Konfrotationskurs mit dem Dollar zu gehen, wäre zurzeit nicht ratsam weil die BRICS noch zu wenig Kraft haben. Die Lösung liegt in der Zukunft, ein Spiel auf Zeit und das geht nur im Verbund mit den BRIC. Länder. Alles andere wird Brasilien in noch größere Armut stürzen. Auch eine neue Regierung kann die Korruption dort nicht stoppen, weil Korruption bei denen bereits in Knochen und Blut ist. Brasiliens stärke sind die Rohstoffe und eine junge Bevölkerung. Kommt eine neue Regierung können die ahnungslosen Wähler die keinen Durchblick haben wie das System läuft, nur zuschauen wie ihr Land über die Jahre ausverkauft wird wie zu Jelzins Zeiten in Russland.

     

  3. Keine Frage, die verdeckte Kriegsführung  auf dem südamerikanischen Kontinent  läuft nach dem Rezept "Pax Americana" auf hohen Touren .

  4. Dieser Artikel ist mehr Propaganda als dass er mit der Wirklichkeit viel zu tun hat. Eines wird aber klar, Dilma Rousseff passt der USrael-Oberclique gar nicht, weshalb auf allen erdenklichen Ebenen gegen sie losgezogen wird. Und natürlich lässt sich dafür die Presse gerne vor den Karren spannen. Hier wird wieder einmal das fiese dreckige Intrigenspiel der USA sichtbar. Bleibt zu hoffen, dass immer mehr Menschen rund um den Globus dieses Falschspiel erkennen.

  5. Die armen haben den Geschmack vom Wohlstand gerochen. Der Mensch

    vergisst leider sehr schnell. Denn würde Neves Präsident und unter us-

    hegemonie würde alles wieder schlechterm erinnern sie sich gerne wieder

    daran wie "gut" es ihnen vorher ging. Brasilien muss aufpassen dass sie

    mit dem neuen "Wohlstand" keine Finanzblase produzieren.

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