Die EU ist für wohlhabende Staaten unattraktiv

Die Expansiongelüste des Brüsseler Regimes umfassen bekanntermaßen den gesamten europäischen Kontinent und sogar noch Regionen darüber hinaus. Doch nicht nur intern (siehe Eurozone), sondern auch rundherum gibt es einige Länder, die nicht Teil der Europäischen Union werden wollen. Interessanterweise sind dies sogar noch recht wohlhabende Staaten. Die Armenhäuser hingegen wollen dazu.

Von Marco Maier

Was haben die Schweiz, Island und Norwegen auf der einen Seite, die Ukraine, Albanien und Moldawien auf der anderen Seite gemeinsam? Sie sind alle zusammen nicht in der Europäischen Union. Und was trennt diese beiden Ländergruppen? Erstere sind reich und wollen nicht Teil der EU werden, während letztere unbedingt hinein wollen. Grund für den Wunsch nach Mitgliedschaft sind vor allem die Fördertöpfe und die irrige Annahme, dass sich die wirtschaftliche Situation verbessern würde. Dies ist für die wohlhabenderen Staaten noch ein Grund, der EU nicht beizutreten.

Auch wenn die Grundidee eines vereinten Europas an und für sich nicht schlecht ist, so muss man nach all den Jahren der sogenannten "europäischen Einigung" konstatieren, dass auf so vielen Ebenen so umfangreiche Fehler gemacht wurden, welche einen gewaltigen bürokratischen und gierigen Moloch erschufen. Das Ziel, alle Mitgliedsländer aneinander anzugleichen, erweist sich als doppeldeutiges Unterfangen. Denn anstatt die schwächeren Länder nach oben zu bringen, wurden vor allem jene Länder der oberen Mittelschicht nach unten gezogen. Vor allem Frankreich, Italien und Spanien stehen vor einem Trümmerhaufen. Belgien, die Niederlande und Irland wackeln ebenfalls schon.

Noch halten sich Länder wie Deutschland, Österreich, Schweden, Dänemark und Finnland oben – doch die Schuldenkrise der Euroländer und die gesamte eher negativ verlaufende wirtschaftliche Entwicklung sorgen auch hier für Probleme. Kapitalkräftige Länder wie die Schweiz oder Norwegen wären hier als zusätzliche Geldgeber natürlich willkommen. Doch die lehnen – verständlicherweise – dankend ab. Wenn der EU-Moloch schon in den Kontinent in den Abgrund reißt, dann will man sich zumindest einiges an Kosten ersparen.

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Immerhin sehen sie, wie der Umverteilungsmechanismus quasi wie ein Magnet für wirtschaftlich schwach entwickelte Länder wirkt. Ohne die ganzen Fördertöpfe, die schon in Ländern wie Bulgarien oder Rumänien zu keinen nennenswerten wirtschaftlichen Erfolgen geführt haben, wäre der Beitrittswunsch vieler Länder wohl deutlich geringer ausgefallen. Denn die Teilhabe am "Europäischen Binnenmarkt" lässt sich (bestes Beispiel: Schweiz) auch anders lösen.

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Fakt ist: Die Attraktivität der EU insgesamt gesehen sinkt immer weiter. Selbst innerhalb der Mitgliedsländer wächst die Unzufriedenheit, so dass EU-kritische Parteien und Bewegungen sich in vielen Ländern an regem Zuspruch erfreuen können. Einzig Deutschland scheint hierbei eine Ausnahme darzustellen, da die Pro-EU-Propaganda von Politik und Medien derart stark ist, dass sich die Kritik oftmals nur an einzelnen Punkten festmacht, während das gesamte EU-System grundsätzlich nicht in Frage gestellt wird.

Auf jeden Fall sollte man sich schon Gedanken darüber machen, warum gerade die wohlhabenden Länder Brüssel den Stinkefinger zeigen, die Armenhäuser Osteuropas jedoch beitreten wollen – und Brüssel zudem schon die Arme bis in den Kaukasus ausstreckt. Bis auf die Ausdehnung politischer Macht und "neue Märkte" für die Finanz- und Konzernoligarchie bringt dies keine Vorteile. Zumindest nicht für den Großteil der Menschen.

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2 Kommentare

  1. Seit die Bilderberger und die Nazis in Washington und Berlin zusammen ins Lotterbett gestiegen sind, geht es nur noch in eine Richtung . Bergab !

    Als probates Mittel kommt die Gehirnwäsche mittels Medien als geeignetes Medium zum Einsatz. Es gibt allerdings noch weitere Weichmacher , von denen das verblödete  Volk , keine Ahnung hat !

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