Deutschland: Altkanzler Schmidt wirbt für Arbeit im Alter

Bisher hörte man viel Gescheites und oft auch Kritik an der deutschen Politik vom ehrwürdigen Polit-Greis Helmut Schmidt. 97-jährig und kein bisschen leise. Manchmal aber, wird ihm sein hohes Alter wohl einen Streich spielen. Er setzt sich nun für Arbeiten nach dem 67. Lebensjahr ein. 

Von André Eric Keller

Neue Wege gehen ist an und für sich wünschenswert, dabei aber immer wieder neue Wege zu finden wie man das schwer arbeitende deutsche Arbeitstier möglichst lange im Arbeitsprozess behält, macht naturgemäß wenig Freunde. Ja, die Deutschen werden immer älter, was aber nicht gleich bedeutet das Pensionsalter nach oben anpassen zu müssen. Immer wieder wird uns doch unaufhörlich eingetrichtert, dass wir deswegen junge, starke Zuwanderer benötigen die unsere offenen Arbeitsplätze auffüllen sollen. Da aber nicht davon ausgegangen werden kann, das gleichzeitig auch die Zahl der offenen Arbeitsplätze steigen wird – wir beobachten eher einen Anstieg der Arbeitslosigkeit – ist der vorschnelle Ruf nach einer Anpassung des Pensionantrittsalters nicht angemessen. 

Die Wurzel allen Übels liegt doch tiefer, nämlich im Wirtschaftssystem. Unsere Wirtschaft zielt doch darauf ab, immer mehr Gewinne machen zu müssen. Ist dies nicht der Fall, stürzen wir in eine Krise. Die Sucht nach den ewigen und unaufhörlichen "Mehr" hindert uns daran wirklich neue Wege zu gehen. Wir müssen einfach überdenken wie wir weitermachen wollen. Wollen wir uns weiterhin einem Wirtschaftsdiktat unterwerfen oder wollen wir freie miteinander kooperierende Bürger werden. Dann müssen wir auch von grundauf alles ändern.

Arbeit welche ich gerne verichte macht mir Spaß. Die Freude etwas tun zu können und damit auch seinen Unterhalt zu verdienen steht über dem "Muss" eine Arbeit machen zu müssen. Sei es wegen geringem Jobangebot oder wegen fehlender Qualifizierung. Eine weitere nicht zu verachtende Frage wäre, müssen wir eigentlich alle einer Arbeit nachgehen. Das tun wir zum Einen schon jetzt nicht – und zum Anderen: was spricht dagegen, viel mehr Arbeit zu automatisieren? Die moderne Technik nimmt uns doch jetzt schon genug Arbeitsplätze weg, warum müssen wir trotzdem neue Wege finden um Arbeitsplätze zuschaffen? 

Es spricht auch eigentlich gar nichts gegen Arbeit im Alter. Jeder kann freiwillig im Alter eine ihm entsprechender Tätigkeit nachgehen. Das kann aber nur freiwillig geschehen. Wenn der Staat also daran interessiert ist die Menschen so lange wie möglich im Arbeitsprozess zu behalten, dann muss er die dafür nötigen Rahmenbedingungen schaffen und Anreize bieten. Das wichtigste für jeden Arbeitnhmer ist, dass die Arbeit Spaß macht und damit auch ein adäquates Einkommen erzielt werden kann. Wenn dann auch die gesundheitlichen Vorraussetzungen gegeben sind, wird es möglich sein, vielmehr Menschen dazu zu bewegen, länger zu arbeiten als für den Erhalt der Altersrente nötig wäre.

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"Wenn wir den Wohlfahrtsstaat aufrecht erhalten wollen, und das wollen wir doch, das müssen wir doch, dann müssen wir in Zukunft länger arbeiten!"

Altkanzler Helmut Schmidt

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14 Kommentare

  1. Bei diesem Oldtimer kommt die SPD Niederträchtigkeitsgesinnung voll zur Perfektion. Er braucht nun nicht mehr seine wahre Gesinnung zu verstecken. Kinder und Narren sprechen die Wahrheit, das trifft hier zu. Der Verrat an der arbeitenden Bevölkerung ist die praktizierte Geschäftsidee der SPD.

  2. …wenn die Arbeit Spass macht…macht sie nur leider in 95% der Faelle nicht und wird aus reiner Notwendigkeit widerwillig zwangsweise verrichtet. Das erklaert auch die vielen psychischen Probleme einer Sklavenexistenz im Hamsterrad.Die ektuere der Werke von Robert Kurz sind da sehr erhellend…

  3. alles dreht sich nur um die "arbeit" medien/bertelsmann/kirche/psychologen/pädagogen alle haben nur ein ziel, den deutschen lohnsklaven zum wohle der "gesellschaft/wirtschaft", bis zum vorzeitigen tod, hinters licht zu führen. lasst euch nicht verarschen, es ist eure entscheidung – keiner darf euch zwingen, das leben hier auf der erde nur mit "arbeit" zu fristen.

  4. Das würden die Abzocker gerne haben . Dafür wären die Rentner gut genug. Malochen bis zum Umfallen. Parallel dazu, dem Asyl Gesindel Begrüssungsgeld und Sozialhilfe etc. in den Wanst stopfen. Die Einheimischen aus der angestammten Wohnung werfen und den Underdogs zum ruinieren ueberlassen.

  5. Mein Arbeitskollege ist bereits 69 und arbeitet immernoch. Gerne würde er auch noch länger Arbeiten, nur es macht ihm keinen Spaß mehr, deshalb beendet er jetzt das Arbeitsverhältnis. Viele meiner alten Kollegen sind schon vor dem 65 Lebensjahr in Rente gegangen, sie hatten einfach die Nase voll. Immer weniger Personal und nur noch Stress und Überstunden, werden natürlich nicht bezahlt.
    Warum jammern die Arbeitgeber eigentlich, Jahrzehnte wurde der Nachwuchs nur mangelhaft ausgebildet. Jetzt sollen die alten Fachleute alles ausbaden und länger arbeiten.

  6. Hier in der Schweiz findet ein ü45jähriger Schweizer/in in gewissen Branchen kaum mehr einen Job.

    Wir importieren alljährlich in einem Schneeballsystem, das seinesgleichen sucht, junge, billigere und gut ausgebildete Ausländer. Wir haben die höchste Zuwanderungsrate in Europa.

    Und wenn man erst mal jahrelang gesucht hat – hunderte Absagen und keine Vorstellungsgespräche – dann ist erst recht Sense.

    Mit 50 dann, wenn Arbeitslosengeld sense und Vermögen aufgebraucht, Lebensversicherung gekündigt und aufgebraucht, Haus oder Eigentumswohnung verkauft und Geld aufgebraucht, dann darf man beim Sozialamt antraben und in einer kleinen Einzimmer Wohnung auf die Pensionierung warten, oder gleich auf Altersheim oder Tod. 

    Sozialhilfe für Schweizer ist im eigenen Land weit unter dem Existenzminimum.

    Teilnahme am sozialen Leben ausgeschlossen.

    Und unsere weltfremden und wegschauenden Politiker schwafeln auch von Arbeit über 70 und so Quatsch. Mein Gott, wie krank ist diese Welt geworden.

    Aber alle, die es (noch) nicht betrifft, die betrifft es eben nicht, und die interessiert das auch nicht.

    1. Und wir machen uns hier vor, in der Schweiz sei alles besser?

      Helmut Kohl, dem wir das Humankapital und das lukrative Geschäft des Menschenhandels zu verdanken haben, sagte etwas, das wie eine Rechtfertigung aussah, er sprach von der "Gnade der späten Geburt". Er rechtfertigte sich damit für ein Verhalten, für das ihn niemand beschuldigt hat.

      Helmut Kohl stand sein Leben lang im Dienste der Pharma-Industrie (IG Farben (BASF, Bayer, Hoechst)). Seine Frau Hannelore Renner hatte er bei der BASF kennen gelernt. Während seiner Regierungszeit hat die Pharmabranche ihre Gewinne verzehnfacht.

      Ohne die IG Farben hätte es keinen Weltkrieg gegeben und keine Judenverfolgung. Kohl hat sich praktisch selber verraten.

       

       

       

       

       

  7. "Wenn wir den Wohlfahrtsstaat aufrecht erhalten wollen, und das wollen wir doch, das müssen wir doch, dann müssen wir in Zukunft länger arbeiten!"

    Altkanzler Helmut Schmidt

     

    Schmidt Schnauze, für wen denn Wohlfahrt in diesem Staat und welchen Staat?

    Deutschland? Der BRD ? Oder Europa ?

     

    Es ist eine Pauschale Forderung von Helmut Schmidt für die aber nicht jeder das Vitamin B hat, wie Helmut Schmidt.

     

    Ja ja und wir leben alle unendlich lange und sind dabei Gesund und Munter mit ewiger Jugend ausgestattet.

     

    Das Geschwaffel ist so verwaschen, wie als wenn er unter starken Schmerzmittel stehen würde.Scheinbar nicht wissend was er sagt und es scheinbar seinen Brotgeber nach plappert. 

     

     

     

    1. Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Kapital erlaubten Freiaum nicht mit Freiheit,denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen sich Unabhängig zu versorgen ist die wahre Freiheit.Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung Lohnabhängig sind,was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.
       

      Udo Meurer

       

  8. Es ist nicht nur „Altkanzler Schmidt“, der sich für die gesetzlich verordnete Freiheit einsetzt, im Alter noch arbeiten zu dürfen. Die Gesetzesänderungen werden im Bundestag immer wieder – statt besprochen zu werden – verschoben. Das Problem ist, dass – wer länger arbeitet – auch später Rente bekommt. Da die Rente aber versteuert wird, geht dem Staat die Steuer für Rentner verloren. Holla, das ist nicht dasselbe wie die EkSt. Finaziell ja, aber die Nutznieser der beiden Steuerarten ändern sich und da ist das Geschrei groß „hinter den Kulissen“. Schäuble plant jetzt, um es allen recht zu machen, dass Steuer auf die Rente (und SV) wie geplant ab dem 67. Lebensjahr abgeführt werden muss, auch wenn der Bürger noch ein oder zwei Jahre arbeitet. Das hat dann auch den Vorteil dass, wenn der Arbeiter stirbt, bevor er in Spätrente geht, dem Staat keine Steuern nach dem alten Recht verloren gehen.

  9. Die "entsprechende" Tätigkeit wüßte ich gerne? Schaut man in den Baumarkt, was sieht man da? Lagerarbeiter! Man hätte sie erst für Verkäufer gehalten. Oder? Das ist vorgestern. Das ist so bei Ikea, bei Karstadt und an der Tankstelle. Es gibt nur noch Lagerarbeiter, die aussehen wie Verkäufer mit Kassiererschein. Niemand soll rumstehen und alles ist auswechselbar, auch das Humankapital.

    Die EU-Verschmelzungsrichtlinie für Kapitalgesellschaften hat aus Europa ein riesiges Logistikunternehmen gemacht. Wahrscheinlich gibt es einen Dachfond, dem alles gehört?

  10. Der Arme, zu senil um noch klar zu denken, schade, dass man ihn immer wieder vor die Kamera holt. Dabei war er noch einer der großen Politker.

    In einem Land, in dem die hier lebenden Menschen keine Arbeit bekommen, weil sie über 40 sind,

    in einem Land, in dem in die Ausbildung der Einheimischen kaum ein Pfennig gesteckt wird, in einem Land, in dem Büchereien, Kulturangebote, Kinderschwimmunterricht, etc. wegrationalisiert werden,

    in einem Land, in dem Asylanten, Wirtschaftsflüchtlinge, … MEHR zählen, als die einheimische Bevölkerung (die das alles zwangsfinanzieren MUSS) und dafür aus ihren Häusern vertrieben werden (also Flüchtlinge sind), deren Unternehmen zwangskonfisziert werden (Hotel), die ihre Heimat verlieren, ihre Geborgenheit in der gewachsenen Gemeinschaft, …

    in einem Land wie diesem, das gar kein Staat ist, das gar keine Souveränität hat,

    das keine Kultur und keine Tradition und keine Sprache und keinen Ausdruck und keine GERECHTIGKEIT haben darf,

     

    in diesem Land, sollte kein Einheimischer auch nur einen Pfennig Steuern zahlen und schon mal garnicht bis 67 oder länger arbeiten, …

     

    Ich schäme mich für Sie Herr Schmidt, doch Ihr Alter und die Krankheit entschuldigt diese ihre obige Einschätzung,

    denn in diesem Land haben wir mal Respekt vor dem Alter gehabt und ich bin so alt, dass ich diese Tradition noch pflege und mich meiner Verantwortung bewusst bin.

  11. Die Realitätsferne von Politikern findet hier wieder ihre Bestätigung. Ich glaube, man muß diesem skurrilen Faktotum keine Gegenargumente liefern, sie liegen auf der Hand, selbst für den Dümmsten verstehbar. Ich habe nie verstanden, warum man diesem Mann und seine Meinung so hoch hält, und man quasi an seinen Lippen hängte, wenn er begann, seine poltischen "Weisheiten" von sich zu geben. Er ist nicht weise, er kennt nur als Bilderberger die Pläne und weiß, welche Absichten hinter der transatlantischen Brücke stehehn. Aber wie gesagt, das hat nichts mit Weisheit zu tun, Er hat nur insoferne politischen Weitblick, als er Mitarchitekt der deutschen düsteren Zukunft ist und war. Er dürfte in diesem Fall jetzt als Zugpferd dienen, im Dienste der Konzerne und Industrie. Leider haben nicht alle Menschen einen so bequemen, und vielleicht auch gut dotierten Job im Alter wie er, weil kettenrauchend im Fernsehen seine politischen Statements abzugeben, dürfte nicht allzu anstrengend sein.Ich glaube, daß er nicht bereit gewesen wäre, einen normalen Job wie andere anzunehmen, diese Leute forden solche Belastungen immer nur für andere".Stell Dir vor, Altkanzler Schmidt fordert Altersarbeit und keiner hört ihm zu" .

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