Die Show hat begonnen: Am 8. November 2016 wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Etwa 250 Millionen Amerikaner dürfen sich dann wieder einmal aussuchen, von welcher Marionette sie die nächsten vier Jahre „regiert“ werden. Doch das Inthronisierungs-Spektakel wirft bereits jetzt seine ersten Schatten voraus.

Von Marcello Dallapiccola

Schon lange galt es als ein offenes Geheimnis, am vergangenen Wochenende wurde die Katze endlich aus dem Sack gelassen: Hillary Clinton gab bekannt, dass sie sich für die Demokraten als Präsidentschaftskandidatin aufstellen lassen will. Auch auf der anderen Seite, bei den Republikanern, haben sich bereits die ersten aus der Deckung gewagt: Der stramme Texaner Ted Cruz bekundete bereits sein Interesse an dem Job, genauso wie Rand Paul, Sohn der libertären Galionsfigur Ron Paul.

Doch wer sich auch auf den beiden Seiten noch alles melden wird, allen Beobachtern ist bereits jetzt schon klar, worauf das Match am Ende hinauslaufen wird: Hillary Clinton gegen Jeb Bush, seines Zeichens Bruder des Ex-Präsdenten George W. Bush – die wiederum beide Söhne des Ex-Präsidenten George H. W. Bush sind (Jeb war übrigens auch Gouverneur von Florida, interessanterweise genau zu der Zeit, als sein Bruder George W. seine zweite Amtsperiode nur aufgrund einiger seltsamer Vorkommnisse bei der Stimmenauszählung in eben diesem Florida gewann … aber das nur nebenbei).

Dramatische Inszenierung

Bis es so weit ist, wird es allerdings noch ein ganzes Weilchen dauern. Auf beiden Seiten müssen sich die Kandidaten erst einmal gegen diverse Herausforderer aus den eigenen Reihen durchsetzen; der neutrale Beobachter darf sich schon einmal entspannt zurücklehnen und auf die verbalen Übergriffe, auf das Hauen und Stechen, das da kommen wird freuen.
Gut, Amerikaner sind nicht die einzigen, die sich von einer großen Inszenierung nur zu gerne blenden lassen – aber sie scheinen ihn ganz besonders zu genießen, diesen Mix aus Pathos und Kitsch, der ihnen jetzt die nächsten eineinhalb Jahre lang tagtäglich serviert werden wird.

Wie jede gute Show schaukelt sich das Wahl-Drama "America's next President" bis zum großen Finale immer weiter hoch – denn richtig gehässig wird’s erst dann, wenn auf beiden Seiten nur noch ein Kandidat übrig ist. Peinliche Jugendfotos, Kontakte zu kommunistischen Studentenverbindungen, Bestechungs- und Korruptionsvorwürfe – sämtliche Leichen werden aus den Kellern geholt, in punkto Spektakel haben sich die Amis ja noch nie lumpen lassen. Der Dreck dieser Schlammschlacht wird über den großen Teich bis herüber bis nach Europa spritzen, soviel ist schon mal sicher.

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Die "Kritische Masse"

Alle Amerikaner scheinen indes nicht glücklich zu sein mit den wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten, wie man in diesem Artikel sieht. 22%, also mehr als ein Fünftel, fühlt sich nicht besonders wohl bei dem Gedanken, wieder einen Präsidenten aus einer diesen beiden mächtigen Familien zu wählen.
Besonders verwunderlich ist diese Skepsis nicht, denn langjährige Herrschaft durch Familiendynastien kennt man außer aus dem alten Rom eigentlich nur noch von Nordkorea und einigen ähnlich zweifelhaften Staatsgebilden in Afrika oder im nahen und mittleren Osten. Noch einmal eine Clinton, schon wieder einen Bush? – Das erscheint vielen wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Ergebnis: Ziemlich egal

Doch eine allzu große Rolle spielt es ohnedies nicht, welche Marionette nach Obama den Präsidenten gibt: Ob Jeb Bush oder Hillary Clinton, ändern wird sich unter keinem von den beiden etwas, genausowenig wie sich unter Mr. Yes-we-can etwas geändert hat. Denn dass die USA keine Demokratie, sondern eine Oligarchie sind, hat sogar die Uni Princeton bereits nachgewiesen. Die reichsten zehn Prozent der Menschen, denen alle Firmen, Banken und überhaupt alles, natürlich auch die Politik, gehört – die bestimmen, wo' lang geht. Und die wollen nur eines: Mehr Geld/mehr Macht. Und alles andere, Kleinigkeiten wie Umwelt, Gesundheit, Renten, Schule, ist denen dabei schnurzegal.

Doch diese unangenehme Tatsache wird wieder einmal untergehen in einem Meer jubelnder, Fähnchen schwenkender und Parolen skandierender Schäfchen, wie man sie schon bald zu Abertausenden auf den diversen Wahlveranstaltungen sehen wird. Am Rednerpult Hillary oder Jeb, von Spin-Doktoren und Psychologen verfasste NLP-optimierte Reden schwingend, rund um die Uhr von Marketing-Fachleuten und Werbegurus in Szene gesetzt, landesweit, WELTWEIT! auf allen Stationen, Radio, TV, Internet, Plakatwände, mit hunderten von Millionen Dollar der diversen Lobby-Vereinigungen im Rücken, die ihre Kampagne „unterstützen“, wie's so schön heißt …

Es ist eine spannende Show, ein dramatisches Spektakel, das uns da geboten wird; manch einer mag vielleicht auch denken ein Kasperle-Theater, aber eines ist gewiss: Die Sieger stehen jetzt bereits fest.

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7 thoughts on “Clinton die Zweite oder Bush der Dritte?”

  1. Der Sieger steht noch nicht fest, das entscheiden die Bilderberg-Konferenz erst nächsten Monat im Tirol. Wer auch immer von den Kandidaten dort rumgereicht wird, kriegt den Posten. Genau wie vor 8 Jahren, als beim Treffen der Bilderberger in Belgien plötzlich ein unwichtiger Politiker namens Barack Obama die Bühne betrat

  2. Die USA werden mit Kandidaten aus dem Washingtoner Establishment nur verlieren. Es sind die 5 großen Dollarclans an der Ostküste, die in Kooperation mit dem britischen Geldadel mit ihrem Gigavermögen dafür sorgen, das nur Kandidaten ins weiße Haus einziehen, die ihren Vorstellungen entsprechen und ihnen stets loyal dienen. Unter ihnen gibt es natürlich Spielgruppen, ähnlich wie Wettgemeinschaften, die jeweils einen Kandidaten aufstellen und finanzieren. Sie machen sich einen Spaß daraus, sie in den Medien gegeneinander antreten zu lassen und mit ihnen ein regelrechtes Kasperlesspiel zur Belustigung der Massen zu veranstalten. Diese jenen Massen sollen doch tatsächlich im Glauben gelassen werden, sie hätten eine Wahl.

    Doch ganz gleich wer gewählt wird, er wird immer von den selben Kreisen aufgestellt und finanziert und macht folglich auch immer die gleiche Politik. Demokraten und Republikaner sind zwei Mannschaften wie im Endspiel um den Superbowl, die aber nur noch zum Schein gegeneinander antreten, denn im Kern betreiben sie die gleiche Politik für ein und den selben Geldgeber. 

    Wer in den USA vorbestraft ist, verliert das Wahlrecht. Das betrifft mittlerweile an den 30% der US-Bürger. Die sozial unteren Schichten gehen ohnehin kaum zur Wahl, denn sie wissen, gleich wer da im Oval Office sitzt, gleich, was er in die Fernsekameras mal gesagt haben soll, da unten ändert sich nichts für sie, gleich wen sie wählen.

    Mit den Sehnsüchten und vor allem sozialen Ängsten der schwindenden Mittelschicht kann man gut spielen und die 20% der sozial besser gestellten bzw. Reichen machen das alles ohnehin unter sich aus. Und nur für diese 20% sind die Politiker samt ihrem Präsidenten in Washington tatsächlich da.

    Das ist der Grund des schleichenden Untergangs der USA. Die Neocons nahmen sich so sehr das Römische Imperium zum Vorbild. Aber sie ignorieren offensichtlich, das dieses römische Imperium zum Untergang verurteilt war, so wie in diesem Zustand auch die USA. Da helfen auch Kriege nicht weiter. Alle, so auch die Clintons und Bushs, sind nur weitere Sargnägel für eine Nation mit der besten Verfassung der Welt. Aber was nützt die beste Verfassung, wenn jeder von denen meint, sie wäre nur ein historisches Dokument in einem Museum?

  3. @Don Andres …………….sign / perfekt dargestellt !

    Genau so wie von dir geschildert funktioniert das ach so demokratische System Amerikas. Ich war zum Zeitpunkt der Wiederwahl von Bush jr. gerade 3 Wochen in Florida und konnte es nicht glauben, WIE wenig bzw desinformiert die breite Masse war. Oder aber auch, wie egal der Wahlbetrug von Jeb Bush (massiv manipulierte Wahlmaschinen in Florida) den Bürgern war und sie mir erklärten "ach das kommt immer vor und wozu sich aufregen" !?!

    mMn bzw aus persönlicher Sicht habe ich vor Hillary Clinton mehr Angst als vor Bush, denn die Lady ist derart skrupellos, dass selbst wir uns in Europa warm anziehen können, wenn die ans Ruder kommt.

    Ich erinnere dabei nur an Gaddafi ! Selbst als die CIA und andere Dienste schon laut sagten, dass dies ein false flag ist, hat sie es einfach negiert und weiter den Kill voran getrieben, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

    Mag pervers klingen aber viel andere Chancen zum Sturz dieses imperialistischen Wahnsinns der 5 Clans sehe ich nur darin, dass sie ihren Rassismus auf die Spitze treiben und das US-Volk dann endlich wieder aufsteht und ihnen zeigt "wo der Bartl den Most herholt"

    omg, wenn man sich vorstellt wir leben im 3 jahrtausend und haben nichts aber wirklich nichts aus unserer eigenen Geschichte gelernt, dann kommt einen das große Kotzen.

    1. Es kommt nun darauf an, ob der Clan Clinton als Präsidentin dieses mal will? Wollen sie sie, dann wird Bengasi-Gate von den Medien unter den Teppich gekehrt. Wollen sie lieber BushIII. dann werden sie es groß ausrollen, das die Aufklärungsdienste vor einen geplanten Anschlag auf das US-Konsulat gewarnt hatten und sie wie auch das Weiße Haus die eingehenden Meldungen ignorierten. Als dann drei Konsulatsmitarbeiter, darunter der Konsul, im Kugelhagel der Al Quaida starben und sie es in Washington bereits wußten(!) haben sie der Presse lediglich mitgeteilt, das wäre ein "spontaner Aufstand" gewesen, den man nicht hätte vorhersehhen können. Man hat also aus politischen Gründen seine eigenen Bürger geopfert. Auch an Clintons Händen klebt Blut. Sie will den Iran bombardieren und jeden anderen, er ihren imperialen Vorhaben im Weg steht. Sie ist in der Tat gefährlich. Ihre gerade gemachte Aussage, sie wolle für die einfachen Bürger in den USA eintreten wirkt geradezu verhönend.

  4. Egal, ob nun Hitlery Clinton oder einer aus der Mörder-Dynastie der Bushs die neue US-Oligarchen-Marionette wird, beide stehen ganz in der Familien-Tradition des Menschenschlachtens.

    1. @Alfons
      Zumindest von George Bush jr. konnte ich lesen, das er als Gouvernor von Texas (bevor er US-Präsident war) sogar stolz darauf war, das unter ihm mehr Todesurteile vollstreckt wurden als bei allen anderen Gouvernors zuvor…

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