Aufstand in Baltimore – ein Symptom für das kranke US-System

Zunächst friedliche Proteste in Baltimore wegen des Todes eines jungen Schwarzen in Polizeigewahrsam schlugen in eine Gewaltorgie um. Gebäude brennen und Geschäfte wurden ausgeplündert. Nun soll die Nationalgarde die Unruhen niederschlagen. Doch die Ursachen von Eskalationen wie dieser liegen deutlich tiefer.

Von Marco Maier

Der Gouverneur von Maryland hat infolge von massiven Ausschreitungen den Notstand ausgerufen und die Nationalgarde in die Ostküstenstadt entsandt um für "Ruhe und Ordnung" zu sorgen. In der Nacht zum Dienstag waren die zunächst friedlichen Proteste wegen des Todes eines jungen Schwarzen in Polizeigewahrsam in offene Gewalt umgeschlagen. Einzelne Gangs nutzten die Chance des allgemeinen Chaos um Geschäfte zu plündern und Häuser in Brand zu stecken. Nun gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Baltimore wird damit zu einem weiteren Symbol für die völlig verfehlte Politik in den USA. Die trotz der Aufhebung der Rassentrennung immer noch existente Ghettoisierung sorgt auch Dank des desolaten öffentlichen Bildungssystems zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Lage von Schwarzen und Hispanics. Für die nach wie vor vorwiegend weiße Mittelschicht stehen die – kostenpflichtigen – Türen zu den besseren privaten Schulen hingegen offen, weil sie sich auch die Bildungskredite "leisten" können.

Umso mehr werden die immer wieder aufflammenden Proteste und Unruhen, die vor allem von den unteren, unzufriedenen Schichten getragen werden, immer häufiger. Dabei wird fälschlicherweise immer wieder die "Rassenkarte" ausgespielt, weil es sich bei den Protestierenden angesichts des Wohlstandsgefälles vorwiegend um Afroamerikaner und Latinos handelt, die nun beginnen zu revoltieren. Denn die extreme Polizeigewalt als Antwort auf die ebenfalls extreme Bandenkriminalität, welche immer wieder zu von weißen Polizisten getöteten Schwarzen führt, ist nur das Resultat der Politik der letzten Jahrhunderte. Dies zeigt sich auch in den Arbeits- und Armutsstatistiken, wo insbesondere die Schwarzen und die Hispanics von den Auswirkungen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen waren und sind.

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Über kurz oder lang wird es sich zeigen, welchen Weg die Vereinigten Staaten aufgrund dieser Entwicklungen einschlagen werden. Am Wahrscheinlichsten ist das Polizeistaatszenario, dessen Anfänge wir derzeit erleben können: Repressionen gegen die Unterschicht werden zunehmen, die immer weiter militarisierte Polizei wird sich Gefechte mit den Aufständischen liefern und der letzte Rest an Demokratie wird einem autoritären Regime weichen.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass es zu einer neuen amerikanischen Revolution kommen wird. Dieses Mal jedoch von der Masse der Entrechteten getragen die sich gegen den modernen Geldadel der Finanzoligarchie stellt. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist derzeit noch zu gering, da die mediale Indoktinierung der Massen durch die enorme Medienkonzentration ihre Wirkung zeigt.

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6 Kommentare

  1. Mal ganz ehrlich gesagt…das US-System ist so krank, dass die Auswirkungen verdammt klein sind.

    1.
    https://www.youtube.com/playlist?list=PLqRVG-b6ZpHZ9tOwq-tZPYDTv_X7BBKSu

    2.
    https://www.youtube.com/playlist?list=PLqRVG-b6ZpHawAPtQ7hBtYzH4fQHucALy

    3.
    https://www.youtube.com/playlist?list=PLqRVG-b6ZpHb6xd4Z8OhrZOREeCVgjFdi

    4.
    https://www.youtube.com/playlist?list=PLqRVG-b6ZpHbd1unvvVy74U26Jzw-k4KG

    und hier ein paar Erklärungen
    (vieles findet man in Filmen wieder…manche Regieseure können es eben doch nicht lassen, mit ihrem „geheimen Wissen“ zu prahlen, wenn auch nur verdeckt

    5.

    https://www.youtube.com/playlist?list=PLqRVG-b6ZpHa3r5rKd3k2b8qXPP-aWDls

  2. Übrigens wird im Artikel „die völlig verfehlte Politik“ in den USA angesprochen.

    Das ist keine Politik mehr. Nicht mal ansatzweiße. Das ist rigoroses Raubrittertum, Plünderung aller Ressourcen…als gäbe es morgen nichts mehr zu klauen. Das Rauben ist ein Wettkampf der Mächtigsten „Wer kann am meisten Vermögen klauen, wer ist am schnellsten?“

    Das sind Heuschrecken, die alles niederfressen, was ihnen vor das Maul kommt. Beachtlich, diesen Zustand noch „Politik“ zu nennen (es ist schon viel zu spät zum reagieren)

  3. Die Amerikaner scheinen Gewalt in ihrer Genen und Instikten zu tragen.

    Denn die usa hat seit ihrer Gründung vor 236 Jahren 231 Jahre lang

    Kriege gegen andere Länder oder Volksgruppen geführt. Ich denke

    dass grösste Defizit liegt an der veralteten Verfassung, wo Rechte

    garantiert sind, die in der heutigen Gesellschaft keine Gültigkeit

    und Berechtigung mehr haben.

    Zum anderen ist die usa geografisch ein doch stark isoliertes Land,

    oben Kanada und unten Mexiko. Da fehlt die Übung im umgang

    mit den anderen Gesellschaftsformen, wie sie in anderen Regionen

    der Welt längst gelernt wurden.

    Notwendige gelernte umgänglichkeit mit anderen Kulturen und

    Religionen wäre ein wichtiger Faktor, die us-amerikanische Gesellschaft

    zu reformieren. Wir denken z.B. schon um, wenn wir von der Ostschweiz

    ins Süddeutsche fahren.

  4. Zum Bericht selbst ist nichts zu sagen, allerdings ruhen die Schlussfolgerungen wohl eher auf Wunschvorstellungen als auf Tatsachen. Abgesehen vom Bildungsstandard wird die Mentalität der einzelnen völlig inhomogenen Gruppen nicht in Betracht gezogen. Kulturverhalten, Umgang, Wertvorstellungen usw. der einzelnen Gruppen sind teils völlig inkompatibel so dass sich auch innergesellschaftliche Konfrontationslinien ergeben, womit die so genannten Eliten wieder aus dem Fokus rücken. Dass sich dies irgendwann entladen wird steht außer Frage,die idealisierte Gemeinsamkeit der Massen möchte ich jedoch in Frage ziehen.

    Insoweit muss man auch die Versorgungsmentalität nach europäischem Zuschnitt einmal kritisch betrachten und nicht einfach übertragen. Das bloße Angebot bringt noch lange kein Ergebnis wenn zwischen Anfang und Ergebnis nicht die entsprechende Leistung und das Vermögen steht. Richtig scheint mir allerdings, dass die Politik es versäumt hat in diesem Arbeitsbereich ausreichend Angebote zu schaffen. Das könnte sich rächen, schon Bismarck hat erkannt wer ein Häuschen hat macht keine Revolution.

  5. Der negerfarbene Tenno des diktatorischen Königreichs USA – Obama genannt – kann froh sein, seine Schergen ebenso, dass die Bürger eben gerade keine Psychopathen sind. In einer halbwegs gesunden Gesellschaft wiegt eben das „Schaffen“ immer noch über das Zerstören.

    Wäre es andersrum, wäre dem Zauber der sogenannten „Elite“ – einer Handvoll geistig gestörter Geldhaber mit Drang zur Satansbeschwörung – sehr schnell vorbei. Würde es nur ein Bruchteil der Bürger der Regierung gleichtun und auf Zerstörung aus sein, wären die privaten Waffen, die es in den USA massenweise gibt, ein für die Regierung furchtbarer und unberechenbarer Albtraum.

    Das folgende tut niemand, weil die Menschheit eben doch soziale und gerechte Vorstellungen hat. Würden die Menschen es der feigen Exekutive gleich tun, sich an Schwächeren auszulassen, würde eine nicht definierte Zahl von Schützen immer und immer wieder aus dem Hinterhalt Polizisten und Soldaten erschießen. Immer nur ein Schuss – dann Waffe vernichten – und keine Chance, dass der Fall je aufgeklärt würde. Ich rede nicht von gewalttätigen Polizisten oder Soldaten, sondern die Uniform reicht schon. Das wäre dann die Antwort eines Krieges, der nicht der Krieg der Bürger ist – diese wollen keinen Krieg – sondern das ist der Krieg der Uniformiertten.

    Wem würden die vielen tausend Panzerwagen noch nützen, wenn jeder Uniformierte IMMER und jederzeit Angst haben müsste – sobald er eine Uniform trägt – eine Kugel einzufangen….ob tödlich oder nicht, wäre dabei zweitrangig.

    Den Effekt würden letztendlich auch nicht die Kugeln bringen, sondern die Zersetzung von innen: Die Angst der Uniformträger. Ich bin kein Terrorist und hege keine Gewaltvorstellungen. Aber die Frage ist, ob und wie lange ein anständider Mensch sich das bieten lassen kann, was die US-Regierung gegenüber der Bevölkerung darbietet. Man muss nicht bösartig sein, um zu schreien, wenn man verwundet ist. Und diese Regierung verletzt den Frieden – und die friedliche Bevölkerung – ununterbrochen. Tit-for-tat – auch zum Frieden sind Waffen nötig (ein Tier ohne Krallen wird gefressen)

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