Unter den derzeit frostigen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland leidet auch die Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. Bundeskanzlerin Merkel will die Feierlichkeiten am 9. Mai, die traditionell mit einer Militärparade in Moskau abgehalten werden, aus politischen Gründen nicht besuchen. Auch viele weitere Staats- und Regierungschefs werden zum 70. Jahrestag fernbleiben.

Von Marco Maier

Man kann es auch diplomatisch formulieren. Angela Merkel entschied sich kürzlich bezüglich der Weltkriegs-Gedenkfeiern – dem "Tag des Sieges", wie der 9. Mai in Russland genannt wird – in Moskau. Es sei ihr "unmöglich", zu den Feierlichkeiten in die russische Hauptstadt zu kommen. Am 10. Mai jedoch will sie am Grabmal des unbekannten Soldaten in Moskau einen Kranz niederlegen. Dies sei mit Präsident Putin so abgestimmt worden.

Ursache für diese Entscheidung der deutschen Bundeskanzlerin ist die aktuelle Ukraine-Krise. Sie wolle nicht an einer Parade mit Panzern teilnehmen, die "möglicherweise in der Ostukraine eingesetzt" werden. Merkel will die ukrainische Führung mit einem Besuch der traditionellen Militärparade nicht brüskieren. Lieber sorgt sie für weitere diplomatische Verstimmungen mit Moskau.

Die offizielle Einladung zur Veranstaltung erhielt Merkel von Putin im vergangenen Sommer, doch erst vor wenigen Tagen entschied sie sich zu antworten. Dieses Jahr ist angesichts des 70. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs eines mit besonderer Symbolkraft. Auch gilt die Feier in Moskau als Zeichen der Versöhnung zwischen beiden Völkern, die sich damals in blutigen Schlachten gegenüber standen.

Neben Merkel sagten eine Reihe weiterer europäischer Spitzenpolitiker ab: Die Präsidenten Polen, Litauen, Lettlands und Estlands – Bronislaw Komorowski, Dalia Grybauskaite, Andris Berzins und Toomas Hendrik Ilves – werden ebenfalls nicht anreisen. Offen ist noch, ob Frankreichs Staatschef François Hollande und der britische Premier David Cameron zusagen. Beides Vertreter der damaligen Westalliierten, die wie Russland und die USA für viele Jahre Teile Deutschlands besetzten.

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8 thoughts on “Zweiter Weltkrieg: Merkel sagt Gedenkfeier in Moskau ab”

  1. Frau Merkel nimmt nicht teil aus: "Rücksicht auf die Ukraine." ????? Rücksicht auf ein Land, dass auf seine eigene Bevölkerung schießt und wenn das nicht klappt, wenigstens versucht dieselbe auszuhungern? Mit tätiger Hilfe des Westens und Kumpanei mit Faschisten.

    Will Merkel, ähnlich wie Jazenuk, die Geschichte umschreiben, denn was hat die heutige Situation in der Ukraine mit einer Gedenkfeier für die Gräuel des 2. Weltkriegs zu tun? Mir fehlen die Worte, es sieht zwar nicht so aus, aber mein wirkliches Entsetzen der letzten Monate über unsere Regierung kann ich nicht formulieren.

     

  2. Merkel darf nicht teilnehmen ,weil die Resulution 758 Kriegserklärung an Russland im amerikanischen Krongress beschlossen und verabschiedet wurde. Obama hat freie Hand und braucht nur den Befehl geben und der KRIEG beginnt. Jetzt ist es soweit vielleicht wird jetzt auch der letzte Deutsche wach!!!!!!!!!!!!!!!!

    1. Tut mir Leid, aber das die deutschen wach werden bezweifelte ich recht stark. Die wissen doch gar nicht was in der Welt los ist und das was die Wissen ist sowieso nur der vorgekaute Müll aus der Lügenpresse.
      Der Michel schläft vor sich hin und würde vielleicht erst dann mitbekommen das Krieg herrscht, wenn die ersten Soldaten in der Wohnung stehen. Und wahrscheinlich gibt es dann immer noch ein paar Schlafmützen die dann denken….. Mensch ist schon wieder Karneval

  3. Dies ist meine Meinung!

    Merkel – Du bist eine Schande für Deutschland und ein Hohn der Opfer. Die Ukraine ist AUCH Dein Krieg – Du hast Blut an den Händen. Wann ziehst Du endlich die Konsequenzen und schenkst den Deutschen reinen Wein ein.

    Nieder mit Staatspropaganda, nieder mit Mord und Totschlag im Auftrag der Machteliten.

    Ich fordere die volle Souveränität für ALLE Deutschen und absolute Neutralität von Gesamtdeutschland. Es wird Zeit eine friedliche Nachkriegsordnung einzuleiten.

    Bis dahin muss jeder selbst sehn, wie er sich gegen die Machteliten verteidigen kann. Das Besatzungsrecht ist löchrig und seit 1990 teilweise außer Kraft gesetzt -> kein Geld für Kriegstreiber. Nutzt Eurer gutes RECHT und werdet tätig. Die Antwort der "Staatsmacht" kann nur Terror sein, weil die "Staatsmacht" keinen Staat hat und eben auch keine Legitimation, aber damit entlarven wir sie. Und das kann sie sich nur im Einzelfall leisten. Im Resultat implodiert sie und macht dem Souverän den Weg frei seinen Platz wieder einzunehmen. Haltet es mit Mahatma Gandhi … 

  4. Die Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau ist für Putin in jedem Fall ein Grund zum Feiern. Dass die Falschspielerin Merkel & Co. sowie die anderen EU-Regierungsvertreter daran nicht teilnehmen, weist auf deren aggressive Gesinnung gegenüber Russland hin. Nicht Russland, sondern die EU-Vertreter schüren mit Hilfe der Nato und der USA den Krieg gegen Russland.

    Putin wird diesen Anlass mit friedliebenderen Teilnehmern und mit zukunftsweisenden Worten zu feiern wissen. Seine Bevölkerung jedenfalls hat er auf seiner Seite. Das können die westlichen Regierungen nicht von sich behaupten.

  5. Zwischen den Fronten ist es eine gute Entscheidung an Russlands Siegesfeier nicht teilzunehmen. Das gilt für Deutschland aber keinesfalls für die Siegermächte. Es würde Obama und Cameron gut zu Gesicht stehen, ihre friedlichen Absichten zu untersteichen und diese Gelegenheit zu nutzen, um die aktuelle Sicherheitslage mit Putin zu besprechen.

    Nur zielführende Gespräche können eine Lösung schaffen. Mit Säbelrasseln und Kriegspropaganda kommt man nicht weiter.

    Eben deshalb ist es gut, dass Merkel einen Tag später nach Moskau reist und damit dem russischen Volk zeigt, dass Deutschland gesprächsbereit bleibt und ein friedliches Zusammenleben anstrebt.

     

     

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