Fischfang in Äthiopien. Die Seen stellen auch wichtige Trinkwasserressourcen dar. Bild: Flickr / David Stanley CC-BY 2.0

Während Konzerne wie Nestlé das kostbare Nass sogar in Afrika aus dem Boden holen und teuer verkaufen, sterben jährlich mehr als 3,5 Millionen Kinder wegen des Mangels an sauberem Wasser an diversen Krankheiten. Dies zeigt der jüngst veröffentlichte UNO-Wasserbericht.

Von Marco Maier

Vor allem Länder mit heißem und trockenem Klima sind von einer Trinkwasser-Knappheit betroffen. Bis zum Jahr 2030 könne die Lücke zwischen dem Bedarf und der natürlichen Neubildung von Grundwasser auf 40 Prozent anwachsen, schrieben die Experten der UN-Wetterorganisation WMO.

Der Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit 7,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden im Jahr 2050 sei eines der drängendsten Probleme, heißt es in dem Bericht. Der weltweite Bedarf an Wasser werde dadurch um 55 Prozent ansteigen, unter anderem durch die landwirtschaftliche Produktion, die bereits heute für 70 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich ist. Doch an sauberem Wasser selbst mangelt es insgesamt betrachtet nicht. Das Problem ist die Versorgung der Menschen.

In ihrem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht listen die UN-Experten zahlreiche Missstände auf, etwa die Wasserverschmutzung durch Pestizide, industrielle Produktion oder die Einleitung ungeklärter Abwässer. Zudem kritisieren sie die übermäßige Ausbeutung der Wasservorräte für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in vielen Ländern. Jeden Tag sterben demnach fast 1000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, verursacht durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene.

Loading...

Insgesamt, so der UN-Bericht, haben weltweit 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ganze 2,5 Milliarden Menschen leben ohne Kanalisation, was zu einer entsprechenden Verschmutzung in den Wohngebieten führt. Auf der anderen Seite jedoch würden die Haushalte in den reichen Ländern, sowie die Industrie und Landwirtschaft Unmengen an Wasser verschwenden.

Hinzu kommt der Umstand, dass Konzerne wie Nestlé, Coca Cola und so weiter auch in vielen Ländern mit Wasserknappheit die Quellen anzapfen um das kostbare Nass dann teuer in Flaschen zu verkaufen, während in der ganzen Umgebung die Menschen unter schlimmsten Bedingungen leben müssen. Dieser Umstand wird in dem Bericht jedoch nicht erwähnt.

Loading...

4 KOMMENTARE

  1. Da wir uns in der Hand dieser Konzerne befinden und diesen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, wird sich der Wirkungskreis der Raubtiere weiter vergrößern. Irgendwann werden sie dann hier in Deutschland angekommen sein. Die Privatisierung der Wasserwirtschaft ist der erste Schritt in diese Richtung, mit der die Briten bereits erste Erfahrungen gesammelt haben. Aber Hauptsache, der Gewinn konnte maximiert werden

  2. Solche Details sind im Grunde genommen völlig unwichtig.

    Was sind schon täglich 1000 Menschen, die an Wasser- oder Nahrungsmangel krepieren.

    150 vom Himmel fallende Billigtouristen sind den dt. Qualitätsmedien allemal wichtiger. Daran kann man sich richtig aufgeilen und einen auf Betroffen heucheln.

    ***Zynismusmodus aus***

     

    Gut, dass es Blogs und Foren wie das Contra-Magazin gibt, in denen auch die wirklich weltbewegenden Themen angesprochen werden. Allein, der Michel verschließt weiter die Augen vor dem heraufziehenden Neo-Faschismus.

  3. Eine Verknappung der Trinwasser-Ressourcen dürfte seitens global agierender Konzerne durchaus gewollt sein und wird schon in Kürze auch in Europa durch das Fracking befördert werden. Nur was knapp und lebensnotwendig ist, garantiert nachhaltigen und maximalen Gewinn. Wasser steht da an erster Stelle.

  4. Ich frage mich, wie Aktionäre dieser Drecks-Firma Nestle sich in den Spiegel anschauen können ohne sich zu übergeben, und erst noch der CEO etc. Jedenfalls weiss ich, dass eines Tages diese Leute vor dem himmlischen Richter erscheinen müssen und dann wird es ernst!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here