Die bisherige Schweizer Hymne soll durch eine neue ersetzt werden. Aus diesem Grund läuft - ganz in helvetischer Tradition - auch eine Abstimmung darüber, welches Stück denn nun in Zukunft bei offiziellen Anlässen die Eidgenossenschaft repräsentieren soll. Doch unumstritten ist diese Aktion nicht.
Von Marco Maier
Ganze 208 Wettbewerbsbeiträge wurden im vergangenen Jahr der Jury übergeben - sieben davon wurden ursprünglich ausgewählt. Nun stehen bis zum 15. Mai 2015 sechs Varianten bei einer Onlineabstimmung zur Auswahl. Jene drei Hymnenvorschläge die bis dahin die größte Zustimmung erhalten haben, stehen ab dem 8. Juni 2015 wieder online zur Wahl. Am 12. September 2015 findet dann das Finale im Rahmen des Eidgenössischen Volksmusikfestes in Aarau statt. Dieses wird live in der Sendung "Potzmusig" auf SRF 1 und RTS 2 übertragen wo dann zusätzlich die Möglichkeit besteht, die Stimme per SMS oder Telefonanruf abzugeben.
Nach der Addition der Stimmen (online und telefonisch) soll dann der Gewinnerbeitrag von der eidgenössischen Regierung zur neuen Nationalhymne der Schweiz gemacht werden. So sieht es das geplante Procedere vor. Die einzelnen Stücke kann man online auf der Seite www.chymne.ch anhören und dort auch abstimmen.
Die Hymnenvorschläge sollten sich melodisch an der aktuellen Hymne des Komponisten und Mönchs Alberich Zwyssig orientieren, welche als "Schweizerpsalm" auch in den evangelischen Gesangsbüchern der Schweiz zu finden ist. Vor allem der stark religiöse Bezug der Hymne und der von altertümlicher Sprache geprägte Text führten insbesondere bei der politischen Linken, aber auch säkularen Bevölkerungsteilen zur Kritik, weshalb die Abstimmung zu einer neuen Hymne ins Leben gerufen wurde.
Andererseits regte sich hauptsächlich von konservativer Seite Kritik an den Änderungswünschen und den Abstimmungsmodi. Immerhin besitzt nicht jeder Schweizer Internet, so dass schon die Vorausscheidung für die drei Finalkandidaten verzerrt würde. Die Möglichkeit der telefonischen Abstimmung beim Finale wäre nur noch Makulatur. Hinzu kommt der Umstand, dass sich einige Schweizer nicht mit einer Hymnenänderung anfreunden können und die alte Hymne behalten wollen. Doch diese Option steht nicht zur Auswahl.
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