Der ehemalige US-Präsident George W. Bush. Bild: Flickr / Beverly & Pack CC BY 2.0

Deutsche Blutstiefel

Wenn es tatsächlich einen Israellobbyismus geben sollte, der mit „echtem“ Lobbyismus durch die Pharma-, die Rüstungs-, die Verteidigungs-, die Finanz-, die Agrarindustrie usw. vergleichbar wäre, dann ist dieser christlich und nicht jüdisch. Außerhalb Israels leben ca. acht Millionen Juden, während allein die Zahl evangelikaler Christen auf ein paar hundert Millionen geschätzt wird.

Und da Israel wie jede Kolonialmacht seine Legitimation, seine finanzielle und militärische Unterstützung von außen erhält – solange bis der Wind sich dreht bzw. das Imageproblem für die verantwortlichen Politiker in den europäischen Regierungen bzw. der amerikanischen Regierung zu groß wird –, ist Israel als westliche Besatzungsmacht im weiteren Sinne auch eine christliche Besatzungsmacht. Hauptunterstützer/Mutterländer Israels sind schließlich „christliche Nationen“ wie Deutschland und die USA.

„Flüchtlinge sind Krebsgeschwür“

Im Mai 2012 demonstrierten Bewohner (und Mitglieder der Knesset) in Süd-Tel Aviv gegen afrikanische Einwanderer. Ein Mob löste sich aus der Demonstrationsmenge und attackierte die Flüchtlinge gewalttätig. Benjamin Netanjahu verurteilte die Gewalttaten gegen die „Eindringlinge“.

Eine Umfrage des Jerusalemer Meinungsforschungsinstituts The Peace Index (Juni 2012) ergab, „dass sich 33,5 % der Juden und 23 % der Araber mit den jüngsten Gewalttaten gegen afrikanische Einwanderer identifizierten, die von Demonstranten und Bewohnern von Süd-Tel Aviv begangen wurden.“ In dem gleichen Zusammenhang bezeichnete ein Mitglied der Knesset, Miri Regev, sich „illegal“ in Israel aufhaltende Afrikaner als ein „Krebsgeschwür“ für Israel. Eine weitere Umfrage des The Peace Index (Ende Mai 2012) fand heraus, dass sich 52 % der Juden und 19 % der Araber mit dieser Aussage einverstanden erklärten. Es gibt in Israel übrigens kein Asylgesetz.

Die Außerirdischen

Überraschen diese Zahlen? Nicht wenn man weiß, dass es eine Korrelation zwischen Religiosität und rassistischen Einstellungen gibt. Laut der letzten Umfrage des Israelischen Demokratie-Instituts (IDI) von Oktober 2013 glauben zwei Drittel der jüdischen Israelis, dass das „jüdische Volk“ das „auserwählte Volk“ ist. Man stelle sich das gleiche Zahlenverhältnis bei Moslems vor: Über eine Milliarde Moslems von weltweit ca. 1,6 Milliarden Moslems heben bei der Frage „Sind Sie von Gott auserwählt ?“ die Hand. Der Islamische Staat würde sich bis nach Alaska ausbreiten!

Das Rückkehrgesetz

Das Rückkehrgesetz ist ein israelisches Gesetz aus dem Jahr 1950. „Nach diesem hat jeder Jude Anspruch auf die israelische Staatsangehörigkeit und auch nicht- israelische Juden haben mehr Rechte auf Land und Ressourcen als die nicht-jüdischen Staatsbürger Israels“, schreibt Petra Wild in Apartheid und ethnische Säuberung in Palästina. Das Rückkehrgesetz proklamiert Israel als Heimat für alle Juden überall und ermöglicht grundsätzlich allen Juden weltweit auf Kosten der einheimischen/ansässigen Bevölkerung (also auf Kosten der Palästinenser) nach Israel in das gelobte Land/das verheißene Land/das biblische Land der Vorväter einzuwandern. Für die einen ist diese Idee romantisch bzw. zwingend aus der Geschichte heraus. – Für die anderen ist es klassischer Siedlerkolonialismus, da jüdische Einwanderer völkerrechtswidrig in den besetzten Gebieten angesiedelt werden.

Der Journalist, Politiker und Friedensaktivist, Uri Avnery, sagt in GEOEPOCHE Israel: „Ben Gurion schuf den Staat Israel, wie er heute ist, einen jüdischen Staat, in dem keine Trennung zwischen Religion und Staat besteht, in dem Nicht-Juden eigentlich Gäste sind, nicht Mitbürger, und Juden besondere Rechte genießen, und zwar nicht allein das Recht der Rückkehr, wie man immer annimmt und viele Israelis glauben.“ (Weiter auf Seite 4)

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4 KOMMENTARE

  1. Das ist euphemistisch. G. W.. Bush ist Hochgradfreimaurer und die benützen das Christentum, um dumme Wähler in den USA zu gewinnen. Warum schauen den die USA in Ruhe zu, wie überall auf der Welt Christen verfolgt und ermordet werden? Wo immer in der letzten Zeit die USA ungebeten interveniert haben, waren danach die Christen auf der Flucht.Nein, die wollen die Christen dezimieren, Die beten Bal an!

  2. Die schwüle Predigeratmosphäre in den aufgeheizten Zelten ist tauglich zur Massenhypnose. Menschen werden auf die Bühne gekarrt und werfen entrückt die Krücken fort, um plötzlich gehen zu können. Andere werden sehend. Das ist natürlich kein Budenzauber, sondern der Herr Jesus.

    Die motheistischen Religionen sind erfaßt worden vom Glaube an die Endzeit. Und daß der Messias nun erscheinen würde. Deshalb sind sie radikal geworden. Außer den Christen in Deutschland. Die deutschen Christen sind so weichgespült und fertig gemacht worden von der aufstrebenden Linken, daß sie vor lauter Schreck sogar Gott genderfiziert haben. Dafür kommen die natürlich in die Hölle, denn in der Bibel steht: Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wir Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil von Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist. (Apk 22, 17-19). So gaben Sie ihr Jenseitsglück für ein paar Silberlinge.

    George W. Bush gehörte der methodistischen Kirche an. Die allerdings, man will es kaum glauben, hat ihm nach dem Irakeinsatz den Stuhl vor die Tür gesetzt.

     

    • Das ist beim kopieren verloren gegangen und ist der eigentliche "Aufmacher":

       

      Die Evangelikalen haben George W. Bush zum Wahlsieg verholfen. Das lag nicht zuletzt an dem radikalen Prediger Billy Graham. Er beschwör Bush als einen "wiedergeborenen Christen". Und damit hatten die Evangelikalen ihren Messias.

      Billy Graham war ein Verehrer von Johannes Paul II. Als der Pole Wojtila zum Papst erhoben wurde, durfte Graham am selben Tag in seiner Kirche predigen!

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