Oder: „Wehe denen, die ein Haus nach dem anderen an sich bringen, die alle Äcker aufkaufen, bis gar kein Platz mehr für andere da ist und sie allein die Besitzer des Landes sind.“ Jesaja 5,8

Von Claus Folger

Palästina-Israel

Einleitung: Jahrhundertelang galten Juden in Europa als verworfenes Volk und wurden von der christlichen Gemeinschaft in Ghettos isoliert. Man warf ihnen vor, Schuld am Tod Jesu Christi zu sein und ihn als den Messias abzulehnen. Auschwitz veränderte alles. Jesus Christus ist jetzt König der Juden und versammelt zusammen mit dem Gott des Alten Testaments sein auserwähltes Volk in dem Land Israel. Christentum und Judentum sind nun eins.

Menschen gibt es so allerdings nur in Währungspaaren. Ist eine Menschengruppe auserwählt, dann ist eine andere automatisch verworfen. Ein bloßer Rollentausch für eine Gruppe verändert also nichts an der Gesamtkonstellation. Die Spieler tauschen lediglich ihre Trikots. Es läuft das gleiche Spiel, nur dass jetzt die anderen die Tore kassieren, sprich: die neuen Fußabtreter der westlichen Wertegesellschaft sind. Mein Text ist bei den Menschen, die seit Jahrzehnten in den Ghettos des besetzten palästinensischen Landes als eingeschlossenes Volk dahinvegetieren. Er entfaltet sich Abschnitt für Abschnitt und wechselt dabei zunehmend von der lokalen auf die globale Ebene. Am Ende des zweiten Teils ist bei dem Leser idealerweise ein rundes Bild entstanden.

Der Exodus  

Aus der Angst heraus, nach der Staatsgründung zu einem Land ohne Volk zu werden, beschloss der junge Staat Israel, Einwanderer aus islamischen Staaten zu gewinnen.
„Mit dem Jemen schloss Israel ein Abkommen über die Auswanderung der Juden. Sie wurden zum Exodus überredet, indem man in diesen sehr ungebildeten Menschen messianische Hoffnungen weckte. So glaubten viele, dass es sich bei Israel um ein neues Königreich Davids handele, weil der Regierungschef David Ben Gurion heiße. Die jemenitischen Juden wurden mit einer Luftbrücke nach Israel gebracht, wobei sie die weißen Flugzeuge für die ‚fliegenden weißen Esel des Messias‘ hielten“, schreibt Buchautor Arn Strohmeyer auf dem Palästina Portal. (Weiter auf Seite 2)

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1 KOMMENTAR

  1. Eine kleine Lektion in Logik für die katholische Kirche. In ihrer Theologie mußte Jesus am Kreuz sterben, um die Menschen zu erlösen. Das Kreuz als Symbol der menschlichen Auferstehung und Befreiung. Nun irgendjemand mußte daher Jesus ans Kreuz befördern. Judas hat ihnen den Gefallen getan.Sie sollten ihm dankbar sein, denn ohne Judas kein Kreuzestod und damit keine Auferstehung und in der Folge keine Erlösung. Übrigens war Jesus selbst Jude und sie hätten ihn daher mit ablehnen müssen. Aber soweit haben sie nicht gedacht. Am liebsten hätten sie einen Jesus aus der Gegend von Rom oder Padua gehabt…

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