David gegen Goliath. Ein Gemälde von Gebhard Fugel, 1863-1939.

Viele kleine Autoren, Blogger und Magazine haben sich einer Herausforderung fast schon biblischen Ausmaßes gestellt, nicht gegen Windmühlen, aber schon gegen Goliath. Seitdem immer offensichtlicher wird, dass die Qualitätspresse zu Medien ohne Qualität gepresst werden, gibt es immer mehr kritische Stimmen in allen möglichen Formaten. Vorreiter und in kleinem Stil groß dabei sind wohl die vielen kleinen Blogger, die Pressemeldungen kritisch aufs Korn nehmen.

Von Marcel Grasnick

So etabliert sich immer mehr ein Gegenpol zur sogenannten "Lügenpresse", der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Medien haben ihren Vertrauensbonus verspielt, den sie über Jahrhunderte aufgebaut haben – und das in kurzer Zeit. Waren noch Anfang des neunzehnten Jahrhunderts Zeitungen von immenser Bedeutung, so verkommen sie nun in der Bedeutungslosigkeit. Gewiss, Fachmagazine werden immer in ihrem Bereich einen Stellenwert haben – doch die Nachrichtenblätter, die bekommen nun ein Problem.

Das Internet ist nicht ganz unschuldig an ihrer Misere. Doch wer leichtfertig mit dem Vertrauensbonus der Leser spielt, diese womöglich sogar nur durch Drückerkolonnen bekommen hat, braucht sich nicht wundern, wenn die Auflagenzahlen immer mehr gen Keller rutschen. Die Generation "analog" stirbt langsam aus, die Generation "digital" hat schon längst das Ruder übernommen. Während man noch vor vielen Jahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln sich vor Zeitungen kaum retten konnte, sitzen immer mehr Leute mit dem kleinen Tablett in der Hand in der Bahn und blättern in Windeseile durch die digitalen Medien, die nicht nur durch große Medienkonzerne gestellt werden.

Doch dabei ist diese Nachrichtenübermittlung durch kleinere Online-Magazine oder Blogs gar nicht so einfach. Zu groß ist die Konkurrenz, auch wenn es hier ein größeres Miteinander gibt als bei den Medienkonzernen, die sich gern gegenseitig auszuspielen versuchen. Partnerschaften sind die kleinen Geschosse, die den großen Blättern zum Verhängnis werden.

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Ob nun alles so den Sinn hat, was die kleinen Blogs und Online-Magazine von sich geben, entscheiden die bleibenden und kommenden Leser. Doch stellen sie mittlerweile eine Macht dar, der sich die großen Medienportale nicht ganz erwehren können. Viele kleine Nadelstiche können schon nerven. Und viele kleine Nadeln sind schon groß geworden…

Während viele Journalisten noch von einer Identitätskrise der Medien schwafeln, selbsternannte Kenner der Materie schon von einem Zusammenspiel der beiden Gegenparteien schwadronieren, lässt doch der geübtere Blick eines Lesers eher erkennen, dass die klassischen Medien ausgespielt haben, gemieden werden und nur zur "groben" Nachrichtenbeschaffung genutzt werden, um diese später online zu verifizieren und oder kommentieren. Ebenfalls weisen immer noch sehr viele kritische Stimmen in den Kommentaren der Medienportale darauf hin, dass die Unzufriedenheit mit der klassischen Journaille immer noch extrem hoch ist. Ganz nach dem Motto: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht (mehr).

Freie Presse gegen etablierte Medien. Die freie Presse ist weiterhin auf dem Vormarsch und bietet immer mehr dem etablierten System die Stirn. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange sich die Massenmedien das bieten lassen. Wann kommt die Zensur? Wann werden umtriebige und kritische Stimmen kaltgestellt? Das System ist instabil.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Zensur ist schon längst am Laufen. Grosse westliche Medienhäuser schleusen in die alternativen Medien Journalisten und Kommentatoren, die den westlich verlogenen oder verzerrten Schrott zum Besten geben. Sie üben massivst auf die alternativen Medien Druck aus, was an den – gelegentlichen bis immer öfter – westlich bewusst falsch dargestellten Mainstream-Haltungen auch in den alternativen Medien festzustellen ist. Letztere sind wohl dazu gezwungen. Das geht so lange, bis ein westlicher Medienkonzern ein alternatives Presseorgan unfreundlich übernimmt, und glaubt, er könne unter dem alten, mit gutem Ruf versehenen, ehemals alternativen Presseorgan neu munter seine Lügen verbreiten. DWN und Handelsblatt sind dafür Super-Beispiele.

    Die Abwehr solch übler Machenschaften geht dahin, dass das alternative Presseorgan verkauft wird, worauf es unter neuem Namen woanders wieder auftaucht. Die Leser müssen sich auf veränderte Namen im alternativen Pressebereich einstellen und stets wach bleiben. Auch auf diesem Gebiet herrscht erbitterter Krieg.  

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