Kurswechsel: USA wollen mit Assad verhandeln

Im syrischen Bürgerkrieg, der seit nunmehr 4 Jahren tobt und zu einer Teilnahme mehrerer ausländischer Parteien führte, vollziehen die USA plötzlich eine Wendung um 180 Grad. Präsident Assad soll in eine politische Lösung eingebunden werden. Offenbar will man sich in Washington mit Teheran, einem der wichtigsten Verbündeten Syriens, gut stellen.

Von Marco Maier

Nach inzwischen 4 Jahren Krieg mit schätzungsweise 220.000 Toten und Millionen an Flüchtlingen wendet sich das Blatt nun zugunsten von Präsident Baschar al-Assad. Den Amerikanern wird nach all den Jahren an Unterstützung für diverse Oppositionsgruppen deutlich, dass der Staatsführer angesichts des enormen Rückhalts in vielen Bevölkerungskreisen nicht so schnell abzusetzen ist. Hinzu kommt der Kampf gegen den Islamischen Staat, in dem die syrische Armee ein wichtiger Verbündeter sein kann.

US-Außenminister John Kerry will nun mit Assad über eine politische Lösung verhandeln, wie er in einem CBS-Interview während einer Konferenz im ägyptischen Sharm-el-Sheikh mitteilte. "Wir werden am Ende verhandeln müssen", sagte Kerry. "Ich bin überzeugt, dass es gemeinsam mit den Bemühungen unserer Verbündeten und anderer einen erhöhten Druck auf Assad geben wird." Es herrsche breite Übereinstimmung darüber, dass "es keine militärische Lösung gibt. Es gibt nur eine politische Lösung".

Assad selbst hatte immer wieder seine Gesprächsbereitschaft mit der syrischen Opposition bekräftigt, dabei jedoch stets betont, dass er den Abzug der vielen Tausend ausländischer Kämpfer als Grundbedingung ansieht. Vor allem die arabischen Golfstaaten unterstützen die Oppositionskräfte mit Waffen, Geld und auch Kämpfern. Die USA versorgten die Anti-Assad-Kräfte bislang vor allem mit Waffen und Geld, stellten jedoch auch Ausbilder für Trainingscamps bereit.

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Die neue US-Linie könnte dabei durchaus mit den Atom-Verhandlungen mit dem Iran zusammenhängen. Immerhin gilt Teheran als einer der wichtigsten Verbündeten von Damaskus. Mit der politischen Kehrtwende will Washington offenbar bei der iranischen Führung punkten und so eine Einigung erleichtern.

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2 Kommentare

  1. Von den menschlichen Gerichten werden wir es zwar nicht erleben aber
    in Fällen wie Bush, Obama, Biden, McCain, Kerry, Clinton (Hillary), Brezinsky usw usw
    hoffe ich inständigst, dass es das jüngste Gericht gibt und sie dort dann für ihre
    Verbrechen an den Millionen Menschen und Völkern zur Verantwortung gezogen werden.

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