Bild: Flickr / abdullatif anis CC-BY-ND 2.0

Seitdem sich diverse US-Politiker dahingehend geäußert haben, dass ein Frieden in Syrien nur mit Präsident Assad möglich ist, ändern sich auch die medialen Meldungen. Inzwischen kritisiert selbst "Human Rights Watch" die Opposition und die sogenannten "Rebellen".

Von Marco Maier

Lange Zeit war die politische Linie klar: Assad und die syrischen Truppen sind böse, sämtliche Oppositionsgruppen und ausländischen Anti-Assad-Kämpfer sind gut. Kritik wurde – wenn überhaupt – nur verhalten und indirekt geübt. Immerhin musste man die offizielle politische Linie ja verteidigen, wenn die Medienkonzernchefs und die Chefredakteure ja schon in den diversen transatlantischen Vereinigungen sitzen.

Inzwischen kommt dort jedoch etwas Bewegung hinein. Selbst die von US-Geheimdiensten längst unterwanderten Menschenrechts-NGOs beginnen damit, die Menschenrechtsverbrechen der Assad-Gegner zu thematisieren. Etwas, was vor einiger Zeit noch kaum denkbar war, weil es denn politischen Ambitionen nicht in den Kram passte. Doch weil die US-Führung inzwischen einen leichten Kurswechsel einschlug, kommen auch diese Verbrechen zur Sprache.

So zeigt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, dass die diversen Rebellengruppen und ausländischen Söldner zahllose Verbrechen an Zivilisten begangen haben. Dazu gehören Autobombenanschläge, Mörserattacken und Raketenbeschuss. In den von HRW untersuchten Fällen habe es Hunderte von Toten und Verletzten gegeben. Außerdem sei zivile Infrastruktur zerstört worden.

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Natürlich wird dabei nicht darauf vergessen, auf Verbrechen der syrischen Armee hinzuweisen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass in Kriegen so oder so die Zivilisten immer die Leidtragenden sind, was man unter anderem ebenso im Donbass sieht. Es gibt keinen Krieg, an dem die beteiligten Kräfte nicht auch in Verbrechen verwickelt sind.

Human Rights Watch beklagt, dass die unter "Rebellen" zusammengefassten höchst unterschiedlichen Milizen ihre Attacken damit rechtfertigten, das Regime verübe ebensolche Verbrechen. "Bewaffnete Oppositionsgruppen unterstehen dem Kriegsrecht. Die Achtung des Rechts hängt nicht davon ab, ob die andere Seite es achtet", heißt es im Bericht. Dabei wird darauf verwiesen, dass die Organisation bereits mehrfach auch die Verbrechen des syrischen Regimes dokumentiert habe.

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