Der Jemen wird zum Schauplatz religiöser Machtspielchen zwischen den sunnitischen Saudis und dem schiitischen Iran. Seit der faktischen Machtübernahme durch die Huthi und der Flucht von Präsident Abd Rabo Mansour Hadi nach Ägypten, eskaliert der Bürgerkrieg zu einem regionalen Krieg. Die von Saudi Arabien angeführte Kriegskoalition bereitet sich schon auf einen Einmarsch vor.

Von Marco Maier

Seit Donnerstag ist die Welt wieder um einen Kriegsschauplatz "reicher". Im Jemen, welcher wie der Irak Heimat von Sunniten und Schiiten ist, sorgen die Differenzen zwischen beiden Glaubensrichtungen und Machtspielchen zwischen den Saudis und den Iranern für einen offenen Krieg. Die von den Saudis angeführte Kriegskoalition, an der auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar und Bahrain teilnehmen, bombardiert seitdem die Stellungen der Huthi. Ägypten, Jordanien, der Sudan und Marokko sollen ebenfalls zu den Unterstützern der Militäroperation gehören.

Insgesamt sollen rund 180 Kampfjets der Kriegskoalition an den Einsätzen beteiligt sein. Riad selbst gibt an, 150.000 Soldaten an der Grenze für einen Einmarsch in das Nachbarland bereit zu halten. Unterstützt werden die Saudis dabei von Washington, welches Nachschubmittel und Geheimdienstinformationen bereit stellt. Damit stellen die wahhabitischen Fundamentalisten ihre Führerschaft als sunnitische Regionalmacht zur Schau, um damit vor allem den schiitischen Iran – der die Huthi-Milizen unterstützen soll – herauszufordern.

Beim Treffen der Arabischen Liga im ägyptischen Sharm el-Sheikh war die Lage im Jemen dementsprechend omnipräsent. Die Staats- und Regierungschefs der Organisation stellten sich dabei in ungewohnter Einigkeit demonstrativ hinter Riad. Jemens (saudischer Marionetten-) Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi – von den arabischen Staatsführern als rechtmäßiges Staatsoberhaupt des Jemens gefeiert – bezeichnete in seiner Rede die schiitischen Huthis als iranische Marionetten, verlangte ihre vollständige Niederschlagung und ihren Rückzug in ihr Stammgebiet in der Region von Sadaa. Hadi reiste anschließend nach Riad und wird vorerst nicht in den Jemen zurückkehren.

Indessen einigten sich die arabischen Staatsführer darauf, an einer gemeinsamen arabischen Armee zu arbeiten. Zwar gab es keine konkreten Festlegungen, doch bald schon könnte die sunnitische Kriegskoalition auch umfangreiche Bodentruppen in den Jemen schicken, um so die Rückkehr Hadis zu ermöglichen. Damit würde man jedoch einen direkten Kriegseintritt des Iran provozieren – was eventuell sogar gewollt ist.

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5 thoughts on “Jemen: Eskalation zum regionalen Krieg”

  1. Und da heißt es immer, der Islam bedeutet Frieden? Wo denn? Die schlagen sich doch sogar untereinander die Köpfe ein. Und sowas wird hier in unserem Abendland auf Händen getragen und massenweise ins Land geholt. Hatten wir nicht erst vor kurzen eine Auseinandersetzung mit Macheten und co. In einer deutschen Stadt. Naja. Die Geister die ich tief……. Wir hier in unserem Land werden uns auch noch Unglücken. Ist nur ein Frage der Zeit. Und Uncle Sam hat ja auch Überfall seine Finger im Spiel. Der unsichtbare Kranke hält die Welt in Ketten.

  2. Die traditionelle Betrachtung der regionalen Konflikte als religiöse greift zu kurz, obwohl die Mehrheit der Sunniten auf USA-freundliche Staaten oder Organisationen entfallen, die Christen – teilweise erfolgreich – auf westliche Unterstützung setzen, aber die Mehrheit der Schiiten „antiamerikanisch“ ist. So kann man eben bei Hadi streiten, ob er eher der Statthalter der USA oder derjenige Saudi-Arabiens war bzw. ist (denn die Übermacht der u.a. auch von Deutschland hochgerüsteten Saudis dürfte zur Besetzung des Jemen bzw. seiner jetzt bombardierten Städte ausreichen – zur Befriedigung jedoch nicht!) Dann ist es auch klar, dass diesmal eine Absetzung und Vertreibung eines Präsidenten durch bewaffnete Aufständische vom Westen nicht gewollt ist – im Unterschied etwa zu Janukowitsch Kiew im Februar 2014.
    Wie sich die Sprecher des Auswärtigen Amtes nun wieder zu verbiegen haben, um diesen Völkerrechtsbruch irgendwie zu rechtfertigen, nur weil er Washington in den Kram passt – nein, sie sind nicht zu beneiden!

  3. Also vor diesen Soldaten braucht sich niemand zu fürchten ! Sie sind keine Soldaten, nur Sicherheitstruppen und da müssen sie ja niemanden angreifen und außerdem werden sie ihre Gegner mit Glacéhandschuhen angreifen. Das sieht man ja, noch dazu mit weißen. Aber vielleicht sind das Sanitäter. Dass bei heutigen Kriegen immer gleich mehrere Länder sich zusammen tun, hängt damit zusammen, dass sie mehr Macht demonstrieren können und somit gar keinen Krieg mehr brauchen, da die Gegner ja Angst bekommen. Oder irre ich mich da vielleicht – ist von mir zu naiv, oder ?

  4. Es ist einfach unglaublich, was hier abläuft. Alle Begründungen, die zum Jemen-Kriegsschauplatz herbeigeholt werden, sind fadenscheinig und verlogen. Der Terrorismus wurde und wird weiter vor allem von den Westmächten und der israelischen Regierung (ein fieser Drohnenkrieg ging voraus, die Soldaten werden vom Westen brutal trainiert) sowie deren schmutzigen Vasallen, wozu auch Saudi Arabien, Katar usw. gehören, entfacht und permanent weiter gefördert. Das ist purer Staatsterrorismus, angezettelt von der USrael-Oberclique, der hier in Form einer alles vernichtenden Genozid-Walze durchgeführt wird. Und natürlich wird er als Terrorismus der religiösen Gruppen über die Medien dargestellt. Weit gefehlt, dass es hier lediglich um den Iran geht, es geht vor allem um Israel und seinen "Yinon Plan", einem geplanten Gross-Israel. Während die Öffentlichkeit feindselig auf den Iran eingeschossen wird, vernichten die Israeli die Nahost-Völker, indem sie sich deren religiöse Sektierereien zunutze machen, und generieren mit Genozid auf Raten stufenweise ihr Gross-Israel mit den entsprechenden Bodenschätzen. Und die ganze Welt schaut zu!!!

    Diese durch und durch völkerrechtswidrige "Schweinerei" ruft nichts als bare Empörung hervor. Wo ist hier die Menschenwürde und der Rechtsstaat, von dem die westlichen Politker in ihren Sonntagsreden so pathetisch reden? Nirgends! Hier findet globale Vernichtungspolitik statt, wo Schöngeisterei nichts zu suchen hat. Nein, statt dessen liefert der Westen – EU und Deutschland inbegriffen – noch neustes Waffengerät in diese Regionen.

    Israeli Fighter Jets Join Saudi Arabia in War on Yemen
    http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940107000322

    Fars News: Israel unterstützt Saudis im Jemen
    http://www.gegenfrage.com/fars-news-israel-unterstuetzt-saudis-im-jemen/

    “Gross-Israel” bedroht: US-Kriegsmaschine gleitet betrügerischen Pharisäern aus ihrem Würgegriff
    https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/02/18/gross-israel-bedroht-us-kriegsmaschine-gleitet-betrugerischen-pharisaern-aus-ihrem-wurgegriff-euromed-ezekiel-israel-15-dies-ist-nun-die-grenze-des-landes-gegen-mitterna/

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