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Griechenland: Armut verschärfte sich massiv

Wie eine Studie belegt, verschärft sich die Armut in Griechenland immer mehr. Insgesamt sind die nominalen Bruttoeinkommen von 2008 auf 2012 um rund ein Viertel gesunken. Vor allem Griechen mit niedrigen und mittleren Einkommen sind betroffen.

Von Marco Maier

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung untersuchte die Lohnentwicklung in Griechenland seit Ausbruch der Krise 2008 und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Vor allem die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen wurden von den Lohnkürzungen hart getroffen. Hinzu kommt die stark gestiegene Arbeitslosigkeit.

Im Jahr 2012 habe, so die Studienergebnisse, fast jeder dritte griechische Haushalt mit einem Jahreseinkommen von unter 7.000 Euro auskommen müssen. Das sind weniger als 583 Euro pro Monat vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Für die Studie wurden Daten von 260.000 Haushalten abgeglichen.

"Die nüchternen Zahlen zeigen, wie Millionen Menschen in Griechenland durch eine überharte und sozial völlig unausgewogene Austeritätspolitik wirtschaftlich abgestürzt sind", sagte Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

Indessen wurde das geplante Stützungspaket für die ärmsten Haushalte, welches die griechische Regierung umsetzen wollte, von Brüssel untersagt. Anstatt den Ärmsten der Armen zu helfen, müsse Athen zuerst die weiteren als "Reformmaßnahmen" bezeichneten Einsparungen durchführen, weil es sonst keine weitere finanzielle Unterstützung für das von der Staatspleite bedrohte Land gebe.

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2 Kommentare

  1. Theodor von Schacht

    Offenbar ist der Leidensdruck aber immer noch nicht groß genug, sonst gäbe es eine Volksbewegung zur Wiedereinführung der Drachme.

    Denn nur mit einer deutlich abwertenden nationalen Währung wird Griechenland eine Chance haben. Die Schulden werden sowieso nicht zurück gezahlt.

    Mindestens 85 Milliarden Euronen sind der deutsche Anteil.

    Man sollte Merkel, Schäuble, Gaukler usw. dafür verantwortlich machen!

  2. Die Griechen zahlen ungern Steuern -heisst es.

    Ausserdem bekommen sie gute Renten und haben ein "fruehes" Renteneintrittsalter.

    Na prima, statt zu fordern das die griechen das aendern sollte der deutsche Michel endlich begreifen das ihm genau das vorenthalten wird und es fuer sich einfordern. Rente mit 58 Jahren und doppelte Rente fuer alle die unter 2.000 Euro beziehen!

    Man kann von den Griechen lernen wie man sich NICHT ausnutzen laesst von schmierigen Politikern.

     

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