Syriza-Chef Alexis Tsipras. Bild: Flickr /  matthew_tsimitak CC-BY-SA 2.0
Syriza-Chef Alexis Tsipras. Bild: Flickr / matthew_tsimitak CC-BY-SA 2.0

Griechenland: Weitere 558 Millionen Euro für IWF - Jetzt herrscht Ebbe in der Kasse

Mit letzter Kraft bezahlte Athen die dritte Kreditrate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 558 Millionen Euro. Allerdings dürfte nun Ebbe in den griechischen Staatskassen sein. Selbst die in der Schwebe steckende EU-Finanzhilfe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro kann die bis Ende März fälligen Raten nicht abdecken.

Von Marco Maier

Die griechische Regierung versucht mit allen Mitteln zu zeigen, dass sie trotz der Abkehr vom Sparkurs der Vorgängerregierung ein verlässlicher Partner ist und weiter pünktlich den finanziellen Verpflichtungen nachkommt. Nach einer Tranche in Höhe von 650 Millionen Euro, die bereits Anfang des Monats bezahlt wurde, ist dies nun die zweite Zahlung an den IWF. Eine dritte Kreditrate in Höhe von 350 Millionen Euro wird am Freitag fällig.

Damit begleicht Athen bis zum Ende der Woche Schulden in Höhe von 1,65 Milliarden Euro. Doch damit ist es längst noch nicht genug: Insgesamt muss die griechische Regierung im März Forderungen in Höhe von 6,85 Milliarden Euro begleichen. Woher sie die restlichen 5,2 Milliarden Euro hernehmen soll, die noch bis zum Ende des Monats fällig werden, ist jedoch unklar.

Zwar beteuern Regierungschef Tsipras und Finanzminister Varoufakis, dass Griechenland die Kreditraten bezahlen werde, doch angesichts der bisher schon angezapften Reserven bei den Pensionskassen und anderen staatlich verwalteten Töpfen dürfte dies ein Ding der Unmöglichkeit sein. Zumindest so lange, bis sich Athen mit Brüssel auf weitere Finanzhilfen einigen kann. Doch auch in diesem Fall findet lediglich eine finanzielle Umschichtung statt, so dass Athen das Geld wohl ohnehin nicht zu Gesicht bekommt.

Derzeit geht es in den Verhandlungen zwischen Griechenland und der EU vor allem um eine - früher schon zugesagte - Tranche von 1,8 Milliarden Euro an Finanzhilfen. Diese muss allerdings noch von den nationalen Parlamenten - darunter auch dem deutschen Bundestag und dem österreichischen Nationalrat - genehmigt werden. Doch vor allem konservative Politiker stellen sich derzeit quer. Ganz zu schweigen davon, dass diese Tranche nicht einmal ansatzweise dafür ausreicht, dass Athen die fälligen Schulden für diesen Monat begleichen könnte.

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Ein Kommentar

  1. In der Zeit von 1663 bis 1806 gab es im Heiligen Römischen Reich den "Immerwährenden Reichstag zu Regensburg".

    In Anlehnung daran schlage dich die Einrichtung der "Immerwährenden Griechenland-Rettungs-Konferenz zu Brüssel" vor. So wie ich die Brüsseler, Berliner, Pariser, Athener usw. Politclowns einschätze, wird diese mit Sicherheit weitaus länger tagen, als diese lächerlichen 143 Jahre des genannten Reichstags.

    Und ebenso sicher wird "man" jedes Jahr einige -zig Milliarden Irgendwas nach Athen schieben - der Euro wird längst Geschichte sein -, denn das ist "alternativlos" und alle Nachfolger eines gewissen Herrn Schäuble werden in schöner Regelmäßigkeit verkünden, Griechenland sei auf einem guten Weg.

    Bis in alle Ewigkeit - oder eben, bis die ganze Welt zahlungsunfähig ist - allein wegen Griechenland …

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