Während die Brüsseler Riege noch versucht Athen weiter unter Druck zu setzen, übt man sich dort längst nicht mehr nur in Symbolik hinsichtlich der politischen Änderung. Ganze 200 Millionen Euro will man in die Hand nehmen um zumindest den Ärmsten der Armen unter die Arme zu greifen.

Von Marco Maier

Mittels Lebensmittelkarten und Mietzuschüssen will die neue Regierung in Athen dafür sorgen, dass zumindest jene Menschen etwas Hilfe erhalten, die infolge der Sparmaßnahmen der letzten Jahre auf den Trümmern ihrer Existenz sitzen und alles verloren haben. An 300.000 Griechen sollen nun Lebensmittelkarten verteilt werden, zumal insbesondere die ärmsten Menschen nicht einmal mehr genug Geld haben um sich Nahrungsmittel zu kaufen. 30.000 Haushalte sollen Mietzuschüsse in Höhe von bis zu 220 Euro erhalten.

Da Griechenland nach wie vor wirtschaftlich am Boden liegt und offiziell ein Viertel der Bevölkerung seit langer Zeit keine Arbeit hat, ist die Armut entsprechend groß. Vor allem Langzeitarbeitslose und Familien sollen von den Hilfsmaßnahmen profitieren und dabei auch abgeklemmte Stromleitungen wieder angeschlossen werden. Vielen Griechen wurde der Strom abgeklemmt, nachdem sie infolge von Arbeitslosigkeit und Sparmaßnahmen kein Geld mehr zur Begleichung der Rechnungen hatten.

Um das Nothilfeprojekt finanzieren zu können, leiht sich die griechische Regierung Geld von den Renten- und Pensionsfonds des Landes. Dort befinden sich noch flüssige Finanzmittel, die Athen auch verzinst zurückzahlen möchte. Erst heute nahm Athen 1,1 Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf. Laufzeit: 6 Monate bei 2,97 Prozent Zinsen. Im Februar musste Athen noch 2,75 Prozent für ein ähnliches Geschäft zusichern.

Trotz der massiven wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des Landes will Premierminister Tsipras bis Ende April wie vereinbart einen detaillierten Reformplan vorlegen, wie die neue Regierung die Sanierung Griechenlands voranzutreiben gedenkt. Dabei wird jedoch klar, dass es ohne entsprechende Hilfen der europäischen Partner nicht geht. Vor allem jedoch darf es sich nicht wieder um Rettungspakete für die Banken handeln, sondern um wirklich nachhaltige Projekte für die griechische Realwirtschaft.

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Die Geldgeber müssen sich im Klaren darüber sein, dass Griechenland nur dann eine Chance hat, wenn es Hilfen zum wirtschaftlichen Wiederaufbau gibt. Ganz zu schweigen von der Senkung des finanziellen Drucks in Form von Umschuldungen, niedrigeren Zinsen, längeren Laufzeiten und gesenkten Rückzahlungsraten. Auch wenn das manche Leute nicht gerne hören.

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5 thoughts on “Griechenland: 200 Millionen für die Ärmsten im Land”

  1. nächsten monat ist es verfressen, versoffen und verraucht und die regierung sitzt auf weiteren 200 mio schulden die natürlich der europäische steuerzahler begleichen soll (wenn der rentenfonds defizitär ist braucht der natürlich zuschüsse aus dem regierungshaushalt, d.h. von europa).

    1. Schade, dass Bild treue Leser wie Dich mit einer Paywall vergrault hat. Jetzt müssen sich Leser anderer Seiten einen solchen unchristlichen Quatsch anhören. Bitte Fiese Friede, hol‘ endlich Deine abgedienten Fans zurück!

  2. Natürlich ist das Thema um einiges komplexer, aber hat er so unrecht ? In 3 Mo.  müssen die nächsten Banken gerettet werden. Wer darfs bezahlen ?

    1. Nun ja, das Problem ist ja folgendes: Die neue griechische Regierung möchte Hilfen zur Selbsthilfe haben, während die EU-Bonzen einfach nur „ihr“ Geld zurückhaben wollen. Wichtig wäre es, den Griechen so viel Luft zum atmen zu lassen, dass sie ihre Wirtschaft stärken können – dann klappts vielleicht auch mal mit Schulden zurückzahlen.

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