Ein Airbus A320 von Germanwings. Bild: Flickr / Michael Schlesinger CC-BY-ND 2.0

Der Absturz des Germanwings-Airbus mit der Flugnummer 4U9525 wirft viele Fragen auf. Vor allem jene, wie das Flugzeug für mehrere Minuten in den Sinkflug gehen konnte, ohne dass jemand darauf reagierte. Wie es scheint, ließ der Copilot das Flugzeug vorsätzlich abstürzen.

Von Marco Maier

Wie die bisherigen Ermittlungen zeigen, war der Copilot während der letzten Minuten des Fluges alleine im Cockpit. Auf dem gefundenen Stimmrekorder sei zu hören, wie sich die Tür zum Cockpit erst öffnet und dann wieder schließt, gefolgt von Klopfen an der Tür, zunächst leiser, dann lauter. Dann gebe es bis zum Absturz keine Konversation mehr, hieß es. Warum der Pilot das Cockpit verließ, ist ebenfalls unklar.

Es stellt sich hierbei auch die Frage, weshalb der ausgeschlossene Pilot die Cockpittüre nicht via Notfallcode öffnete. Allerdings gibt es dort die Möglichkeit, dass dies der Pilot am Steuer aktiv verhinderte. Denn, reagiert daraufhin der Pilot 30 Sekunden lang nicht, wird die Cockpittür für kurze fünf Sekunden geöffnet. Es sei denn von innen wird die Tür aktiv verriegelt gehalten. Ergo dürfte der am Steuer sitzende Copilot bei vollem Bewusstsein gewesen sein, als die Maschine mit insgesamt 150 Menschen an Bord in die Felswand krachte.

Unklar ist zudem, warum niemand vom Bordpersonal versucht hat, via Telefon jemanden außerhalb zu erreichen. Normalerweise müsste es immer eine Kommunikationsmöglichkeit für Krisenfälle geben. Immerhin bemerkt man es doch, wenn ein Flugzeug in den Sinkflug geht, selbst wenn man keinen Fensterplatz hat. Wenn dann der Sinkflug auch noch mehrere Minuten andauert und man weiß, dass sich das Flugzeug dem Alpenraum nähert, sollten zusätzliche Alarmglocken schrillen.

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Die Fluggesellschaft Germanwings sowie deren Mutterkonzern Lufthansa erklärten in der Nacht zu Donnerstag, sie hätten keine Informationen der zuständigen Behörden, die den Bericht bestätigten. Man werde sich bemühen, weitere Informationen zu bekommen und "sich nicht an Spekulationen beteiligen". "Die Ermittlung der Unfallursache obliegt den zuständigen Behörden", hieß es in einer schriftlichen Erklärung von Germanwings. Von der französischen Untersuchungsbehörde BEA war in der Nacht zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Brice Robin von der französischen Staatsanwaltschaft gab erste Ermittlungsergebnisse nach der Auswertung des Stimmenrekorder bekannt. Die Kommunikation der letzten 30 Minuten aus dem Cockpit sei abgeschrieben. In den ersten 20 Minuten wäre eine ganz normale Unterhaltung zu hören gewesen. Danach habe der Kapitän das Briefing für die Landung in Düsseldorf begonnen. Die Antworten des Copiloten seien normal gewesen.

Danach fordert der Kapitän den Copiloten auf, das Kommando zu übernehmen. Man höre das Zurückschieben eines Sitzes und das Klappen einer Tür. Von da an sei der Copilot allein im Cockpit gewesen. Der Copilot habe danach offenbar am Flight-Monitoring-System "gespielt", um den Sinkflug einzuleiten, sagte Robin. "Das kann nur mit Vorsatz erfolgt sein." Der Kommandant fordert dann über das Interfon – ein Telefon ins Cockpit – den Copiloten auf, ihn wieder ins Cockpit zu lassen. Als keine Antwort kam, habe der Kommandant danach an die Tür geklopft, um wieder hereinzukommen.

Robin sagte, zu dieser Zeit sei im Cockpit nur noch ein "normales, regelmäßiges menschliches" Atemgeräusch zu hören gewesen. Der Copilot sei also am Leben gewesen, sagte Robin, habe aber nicht geantwortet. Zwischen 10.35 und dem Aufprall habe es keinen Funkkontakt mit dem Tower in Marseille gegeben. Es gab zahlreiche ansprachen von diesem Tower. "Es kamen keine Antworten aus dem Flugzeug", sagte Robin. Kurz vor dem Aufprall habe es noch ein Geräusch gegeben, das auf eine erste Bodenberührung hindeute. Einen Notruf habe es nicht gegeben. Erst unmittelbar vor dem Aufschlag seien Schreie auf der Aufzeichnung zu hören. Das Flugzeug sei mit einer Geschwindigkeit von 700 Kilometern pro Stunde aufgeschlagen.

Der 28 Jahre alte Copilot sei deutscher Staatsbürger gewesen, erläuterte er. Seine ethnische Herkunft kenne er nicht. Er stehe auf keiner Terrorliste. Er habe einige Hundert Flugstunden Erfahrungen gehabt, arbeitete seit einigen Monaten bei Germanwings. Er sei ohne Zweifel in der Lage gewesen, das Flugzeug zu fliegen. Er werde das Ermittlungsverfahren jetzt von fahrlässiger Tötung in ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung umwandeln, sagte Robin. Einen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund gebe es jedoch nicht.

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8 KOMMENTARE

  1. da stimme ich Dir voll zu.

    Wenn das war wäre?Ich würde dann als betroffener die Aufnahmen gerne im orginal hören!

    Es ist so einfach einen Menschen zu  verurteile der sich nicht wehren kann.

    Wo ist der Inhalt der zweiten Box?

    Diese ist eigendlich die wichtige Box.

  2. Wäre schön, wenn es so gewesen wäre – dies für die Fluggesellschaft und für die wirklichen Verursacher. Für den Schaden kommen dann andere auf. Der Co-Pilot ist tot und kann nichts mehr sagen, genauso wie alle Insassen. Das Flugzeug stürzte an einer bevölkerungsfreien, schwer zugänglichen Stelle ab, wo es keine Beobachter gibt. Zu praktisch, einfach zu praktisch, um wahr zu sein. Dieses Vorgehen wurde aller Wahrscheinlichkeit nach eingefädelt.

    "Suizid" und "Unfälle" sind bei den vergangenen Beseitigungen von Personen, sei dies bei Bankern, Konzernmitgliedern, Forschern oder Oligarchen, DIE meist begründeten Beförderungen ins Jenseits. Kommen noch weitere Personen dabei um, sind das halt unvermeidbare Kollateralschäden. Auf die Hölle müssen wir nicht mehr warten, wir sind mitten drin.

  3. So traurig dies alles auch ist, aber wenn sich alle beteiligten Parteien (Fluglinie, Ermittler, Staatsanwälte) innerhalb von so kurzer Zeit sicher sind, dass der Absturz bzw. die Verantwortung dafür ausschließlich beim Co – Piloten lag, und dies überall gebetsmühlenartig wiederholt wird, dann kann meiner Meinung nach, irgendetwas nicht stimmen. Die ganze Sache stinkt bis zum Himmel.

  4. Ich denke auch, daß hier irgendwas nicht stimmig ist.  Nur mal zur Erinnerung : Saddam Hussein wollte sein Öl nicht mehr in Dollar abrechnen und  aussteigen. Kurze Zeit später wurden Massenvernichtungswaffen gefunden und der Krieg konnte beginnen. Letzte Woche liefen Deutschlands  Verhandlungen über eine gemeinsame Arbeit mit der China-Bank – Ziel dürfte klar sein.  1 Woche später Flugzeugabsturz ?Könnte das eine Warnung gewesen sein ?

  5. Jedenfalls brache die Tageszeitung „die Welt“ am 24.3. die Meldung, dass ein Kampfflugzeug der französischen Luftwaffe, eine Mirage 2000D, in der Nähe des Airbus war als dieser in den Sinkflug überging.
    Warum wird diese Meldung von keinem Fernsehsender bestätigt oder dementiert?
    Man kann nämlich mit einem starken elektromagnetischen Feld die Navigation außer Gefecht setzen.
    Wir wissen auch nicht, ob irgendwer wichtiges, irgendein Geheimdienstmitarbeiter unter den 150 Toten aus 18 Ländern war. Das reicht nämlich von Venezuela, Mexiko und USA. Die 76 Deutschen dürften harmlos gewesen sein. Aber das sind alles Verschwörungstheorien und Wochen später vergessen- weil dann der nächste Fall die Welt in Atem hält.

  6. solange der Flugdatenschreiber unauffindbar bleibt, was an Land ein Unding ist, solange stinkt die Sache. Da der Flugdatenschreiber an der gleichen Stelle wie der Voicerecorder montiert ist erst recht…..und zu guter letzt besitzen die Flugdatenschreiber Notsender die 30tage senden somit ist ein nicht auffinden dieser ein Unding und Beweis genug das die Sache stinkt! Alles andere ist spekulativ 

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