Was Gentechnikgegner schon seit langer Zeit kritisieren, wurde nun in einer Studie bewiesen: Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen verbreiten sich weiter, als es die GVO-Hersteller behaupten. Wissenschaftler der Universität Bremen wiesen sogar Flugweiten von bis zu 4,5 Kilometern nach. Für GVO-Konzerne wie Monsanto wird es nun schwieriger, ihr Gentech-Saatgut zu vertreiben.

Von Marco Maier

Bislang waren entsprechende "Schutzzonen" rund um Anbauflächen von gentechnisch verändertem Getreide vergleichsweise gering angesetzt. Vorgegeben sind normalerweise um die 30 Meter – jene Entfernung, die laut GVO-Herstellern die Pollen zurücklegen würden. Dass diese Entfernungsangabe jedoch purer Humbug ist, wusste man eigentlich schon seit langem. Nun gibt es eine Studie dazu.

Wissenschaftler der Universität Bremen untersuchten im Laufe der letzten 10 Jahre an 216 Standorten die Reichweite von Maispollen, die von gentechnisch veränderten Maispflanzen stammen. Das erschreckende Ergebnis: häufig fand man diese noch in mehreren hundert Metern Entfernung. Der Rekordwert hingegen lag bei ganzen 4,5 Kilometern. Für Bauern mit konventioneller und biologischer Landwirtschaft ist dies ein Alptraum.

Damit steht fest, dass die Kontamination durch gentechnisch veränderte Pflanzen weitaus größere Bahnen zieht, als man es bisher offen zugeben wollte. GVO-Produzenten wie Monsanto oder Pioneer, die bisher ihren Einfluss in der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA geltend machen konnten, dürften nun vielleicht etwas mehr Gegenwind spüren. Für die EFSA wird es ebenfalls eng. Immerhin hat sich die Behörde offenbar auf die Angaben der Gentech-Konzerne verlassen, anstatt unabhängige Untersuchungen durchführen zu lassen.

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Für Monsanto, welches derzeit um die Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 in Europa kämpft, kommen dadurch jedoch neue Hürden auf den Weg. Immerhin bringen die Erkenntnisse der Studie auch zwingend notwendige Überarbeitungen in Sachen Sicherheitsabstand mit sich.

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6 KOMMENTARE

  1. Es wird höchste Zeit, dass hochsensible Strafen für die Verursacher dieser GVO-Verseuchungen von natürlichem fruchtbaren Boden ausgesprochen werden.

    Höchste Geldstrafen, die die Gewinne dieser Verbrecher vollkommen einziehen und zur Renaturierung der lebendigen natürlichen Böden bereitstellen – weiterhin Freiheitsentzug für die Verantwortichen, die erst wieder entlassen werden, wenn sämtliche GVO-Verseuchung entfernt und der URsprüngliche Zustand wieder hergestellt wurde.

    Dies betreffe auch ALLE Menschen, die durch die GVO Schäden gleichwelcher Art ertragen müssen.

    FÜR DAS LEBEN, für unsere Gott-gegebene Mutter Erde.

    • @Marie

      Dafür müsste zuerst einmal der Haftungsausschluß für die Agro- und Pharmafirmen beendet werden. Die Politik hat diese Firmen doch mehr oder weniger außerhalb der Rechtsprechung platziert. Haftungsansprüche sind damit zur Zeit unmöglich und für die nähere Zukunft sehr unwahrscheinlich. Denn damit müssten der Gesetzgeber ja auf die Parteispenden der Konzerne verzichten.

  2. Ach was…. wurde nachgewiesen?? Wirklich??
    Bloede Pollen aber auch, lassen sich einfach von Wind und Insecten…. weiter als nur ein paar Meter tragen.

    Ich komme immernochnicht auch nur Ansatzweise dahinter wie man Mais, Soja & Co… Genetisch so veraendern muss, mit dem Ziel sie mit den haertesten Unkrautvernichtern bespruehen zu koennen. … aber wir essen das dann!!! Oder verfuettern es… Es ist einfach nur hirnrissig!!
    Ganz abgesehen von den netten Nebenerscheinungen auf Insecten und allem anderen Leben welche von Glyphosate und anderen Ingridienzien ausgehen.

    Ich dachte die Entwicklung sollte richtung Umweltvertraeglichkeit gehen?? Co2 blabla.. Ausgleichsflachen, man hat FCKW’s verboten, Rettet die Wahle und Waelder, Erneuerbare Energien…usw, nun Soetwas??!!?
    Alleine diese Punkte sollten doch genuegen, um diesen Mist nicht Zuzulassen und zeigen die Simnfreiheit auf.
    Naja.. Geld regiert halt!

  3. Mais macht Pollenwolken. Das ist ein biologisches Programm für diesen Windbestäuber, während von Insekten bestäubte Pflanzen wieder ganz andere Programme genetisch festgelegt haben.

    Aber der Mais macht bei geeingetem Wetter oben an der spitze der Pflanze die männlichen Blütenstände reif und entläßt wirklich Unmengen an Pollen zur besten Tageszeit. Der Sinn dieses biologischen Programms ist, dass die zwei bis drei Meter unterhalb des männlichen Blütenstandes möglichst lückenlos mit Pollen angereichert ist, und somit alle Narben am aus dem Kolben ragenden "Bart" mit der Luftverwirbelung im Bestand bestäubt werden.

    Kommt nach der Massenausschüttung von Pollen ein Windstoß, der so eine Wolke hinfort trägt, kann diese ebenso transportiert werden, wie wir das bei farbigen Wolken nach Havarien in der Industrie schon oft vermittelt bekommen haben. Solche Wolken können schön beieinander bleiben. Und da sind halt in mehreren Kilometern Entfernung nicht nur einzelne Pollen zu finden,

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