Erdöl: Beendet Saudi-Arabien den Preiskrieg?

Langsam aber sicher dämmert es auch den Saudis, dass die bisherige Strategie des Preisdumpings beim Erdöl nicht aufgeht und sie sich damit nur selbst schaden. Damit dürfte der Ölpreis zumindest nicht mehr weiter sinken und vielleicht auch wieder ein wenig anziehen.

Von Marco Maier

Nachdem der Ölpreis seit dem letzten Sommer von rund 110 auf etwa 50 Dollar je Fass gefallen ist, macht sich seit Anfang Februar wieder eine leichte Preiserholung bemerkbar. Ein Barell Öl der Sorte Brent kostet inzwischen wieder knappe 60 Dollar. Mit ein Grund dafür ist der Kurswechsel Saudi-Arabiens, welches erkannt hat, dass die Dumping-Strategie nicht zu einem Ende des Schieferöl-Booms in den USA führte. Ganz zu schweigen davon, dass das Land dadurch seine Devisenreserven dahinschmelzen lässt.

Zwar darf man angesichts des nach wie vor bestehenden Überangebots nicht erwarten, dass die Ölpreise bald wieder auf das alte Niveau steigen werden – doch mittelfristig ist eine Erholung auf 70 bis 80 Dollar je Fass durchaus möglich. Damit wird auch der finanzielle Druck auf Länder wie Russland, Nigeria, den Iran, Venezuela oder Ecuador nachlassen, die einen nicht unerheblichen Anteil der Staatseinnahmen dem Verkauf des schwarzen Goldes verdanken.

Als Fazit darf man wohl sagen, dass die ökonomische und finanzielle Realität ein größeres Gewicht hat als geopolitische Ränkespiele. Sich Marktanteile erkaufen und den politischen Opponenten auf der Weltbühne ein Bein stellen zu wollen ist eine Sache. Dabei aber zig Milliarden Dollar quasi zu verbrennen eine andere. Über kurz oder lang müssen sich auch die Saudis der Realität stellen. Und die heißt: Auch wenn man angesichts gewaltiger Dollarreserven den längeren Atem hat als andere Ölproduzenten, so verschleudert man mit dieser Preispolitik auch zukünftige Einnahmen. Und die braucht Riad irgendwann ganz sicher.

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2 Kommentare

  1. Das mit dem angeblichen Ende der Preisverschwörung gegen Russland und Venezuela dürfte reines Wunschdenken sein!

    Bisher deutet nichts in diese Richtung. Die Saudis und Kuwaitis brauchen die Dollarmiiliarden nicht. Das ist der entscheidende Punkt.

    Das wird daher weitergehen. Aber es wird nicht das Ende Russlands sein und nicht das Ende Venezuelas. Zumindest wissen die Russen jetzt ganz genau, wer ihre Gegner sind.

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