Der Cybercom Chief Admiral Michael S. Rogers hat vor dem House Armed Services Committee eine Aussage gemacht, die der Welt signalisiert, dass die großartige USA doch nicht so super-clever zu sein scheint, wie sie uns das immer mitteilt.
Von Henry Paul
Am 4. März hat Admiral Rogers hinsichtlich Cyber Operations und den notwendigen Cyber-Verbesserungen der USA berichtet. Sinngemäß führte er – auch schriftlich dokumentiert – aus, dass ".. das Verteidigungs-Ministerium keine Lösung des Cyber-Dilemmas besitze…". Weiter sagte er: " .. das globale Bedrohungspotenzial von und durch Cyberaktivitäten beschmutzt das traditionelle Regierungsverständnis über Vorgehen gegen militärische, intelligente und kriminelle Aktivitäten.." Das private und das regierungsamtliche Vorgehen bräuchten Unterstützung." Die Regierung und der private (also Kapital-Investoren) Sektor könnten ihre Sicherheitssysteme gegenüber den überaus starken Cyber Forces weltweit nicht mehr verteidigen".
Am Beispiel des kürzlich erfolgten Hacks gegen Sony und seinen Film über Nordkorea könne man erkennen, wie sehr man sich in der Regierung vorbereiten müsse auf weitere Entwicklungen der Cyberattacken. Die USA müssten endlich eine größere Anstrengung im privaten und regierungsamtlichen Bereich hinsichtlich mehr Schutz vor Cyberattacken realisieren! Cyberspace sei nicht nur ein vorübergehende virtuelle Bedrohung, sondern eine überall vorhandene Herausforderung des militärischen Komplexes, den es zu verteidigen gelte – denn es könne keine Trennungslinie mehr zwischen normaler und Cyberspace-Bedrohung gezogen werden.
Den USA geht der Hintern auf Grundeis. Ihre vermeintliche Vormachtstellung in der Cyberwelt wird schon lange von vielen Staaten und Terrorgruppen in Frage gestellt. Nicht nur Russland oder China oder Korea haben herausragende Cyber-Programmierteams, auch Israel, Deutschland und Großbritannien,sogar Terrorteams der IS haben seit langem fähige Leute, die den USA den Titel streitig machen können. Wie in allen militärischen Bereichen kommt es immer darauf an, sich nicht per se auf seine unschlagbaren Waffen zu verlassen, sondern immer wieder diese zu schärfen und zu vervollkommnen. Trotz NSA sind die USA höchst verwundbar. Möglicherweise sogar mehr denn je. Die Welt weiß von der NSA und dessen Netzwerken, dessen Kontaktstellen und dessen Datenbanken, dessen Partnern, dessen Energiezentralen und dessen internationalen Knotenpunkten. Ein Terrorakt in eines dieser bekannten Zentren reicht hin, um das ganze Monopoli-Brett zu zerstören.
Die Stärke ist ihre Schwäche. Je stärker und bewusster das Militär auftritt, desto empfindlicher ist es zu treffen. Uralte chinesische Strategie. Da das Cybercom immer noch wächst und sich vergrößert, gerät es allzu leicht in den Blick vieler Gegner und Opponenten, Terrorakte sind leichter als die US-Regierung sich das vorstellt. Schon vor drei Jahren gab es Sicherheitslücken. Heute sorgen militärische Begleitteams für den sicheren Aufbau, Ausbau und Betrieb der Cybercom-Aktivitäten, speziell, um Widersacher sofort ausschalten zu können. Die CMF (Cybercom Mission Forces) wurden speziell dafür gegründet. Ob sie das auf Dauer hinbekommt ist fraglich.
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