Anti-Bilderberg Proteste. Bild: Flickr / swiss truth CC BY 2.0

Was veranlasst die Reichen und Mächtigen dieser Welt, einmal im Jahr ihre "Stammtischtreffen" unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu organisieren? Eine Verschwörung oder schlichtweg nur eine Sauerei?

Von M. A. Lenz

Die sogenannten Bilderberger-Konferenzen finden seit 1954 jährlich an wechselnden, lange Zeit möglichst geheim gehaltenen und gut abgesicherten Orten statt. Angeblich sind die Treffen rein privater Natur, doch wenn die Mächtigen aus Wirtschaft und Adel Politiker zum geheimen Gespräch laden, wundern sich auch Menschen, die keinen Verschwörungstheorien anhängen.

"Wer Amt innehat, tut nichts was rein privat ist", so drückte es Hans-Jürgen Krysmanski, Professor für Soziologie an der Universität Münster etwas salopp aus, doch, der wie ich finde, es auf den Punkt bringt. Eines kann man den Bilderberger-Konferenzen sicherlich nicht unterstellen: dass sie für eine solide Öffentlichkeitsarbeit stehen.

Bilderberg und die Öffentlichkeit? Nein Danke!

 

 

Wie können diese Bilderberger-Konferenzen nur privat sein, wo sich die selbsternannte "Weltelite" an einen Stammtisch setzt und Gespräche führen und womöglich auch "Entscheidungen" treffen, die unser aller Schicksal beeinflussen könnten!?

Treffen, die fernab jeder demokratischen Öffentlichkeit stattfinden und über unser aller Leben entscheiden? Da kann ich als "kleiner Bürger" nur sagen: Sauerei!

Wie man der offiziellen Seite der Bilderberg-Konferenzen entnehmen kann, waren beispielsweise die Themen am 26. Mai 2014 die folgenden:

The key topics for discussion this year include:

 

 

  • Is the economic recovery sustainable?
  • Who will pay for the demographics?
  • Does privacy exist?
  • How special is the relationship in intelligence sharing?
  • Big shifts in technology and jobs
  • The future of democracy and the middle class trap
  • China’s political and economic outlook
  • The new architecture of the Middle East
  • Ukraine
  • What next for Europe?
  • Current events

Die Bilderberger-Konferenzen gehen also davon aus, dass der mittlere Osten, die Ukraine uvm. den kleinen Bürger nicht zu interessieren hat und es gefälligst so wie die drei Affen halten sollte, also kurz gesagt: Fresse halten!

“Geheimniskrämerei auf höchstem Niveau”

Von Anfang an mit am Start waren die englischen und belgischen Königshäuser, Bankiers wie die Rothschilds und Rockefellers sowie die politischen und militärischen Strategen. Aus deutscher Sicht nahmen bereits Herrschaften wie Josef Ackermann (Stammgast), Joschka Fischer, Wolfgang Schäuble, Otto Schilly und  unsere verehrte Frau Bundeskanzlerein Angela Merkel teil. Weitere Infos zu Teilnehmern auf WIKI oder ganze "Reports" auf WIKILEAKS.

1991 soll Bill Clinton, damals noch Gouverneur von Arkansas, an der Konferenz teilgenommen haben und dort auf das Projekt des nordamerikanischen Freihandelsabkommens eingeschworen worden sein. Er habe Unterstützung zugesagt. Ein Jahr später sei er im Weißen Haus angekommen. Am 1. Januar 1994 trat das Abkommen in Kraft.

Herr Westerwelle eruierte 2007 mit dem US-Diplomaten und Investmentbankers Richard C. Holbrooke, sowie mit Henry Kissinger, dem französischen Außenminister Bernard Kouchners, dem damaligen DaimlerChrysler-Chef Jürgen E. Schrempp, den Milliardären David Rockefeller, George Soros, Jacob Wallenberg u.a. die "Probleme der Weltwirtschaft und der internationalen Beziehungen". Auch Helmut Schmidt nahm bereits an den Bilderberger-Konferenzen teil.

Ein Sekretariat und ein Lenkungsausschuss bestimmen, wer die "Weltelite ist"

Diesem Lenkungsausschuss gehört übrigens der stellvertretende Chefredakteur der "Zeit", Matthias Nass, an. Neben einem harten Kern der Bilderberger werden immer wieder auch Nachwuchskräfte hinzugezogen, junge Politiker, die man kennenlernen und einschätzen will, aus denen einmal etwas werden könnte. Solche wie Clinton oder Westerwelle. Und wie ist es um die Blickrichtung der großen Medien bestellt? Einige von ihnen zählen auch zum erlauchten Kreis der Bilderberger. Nicht einmal 2005, als die Konferenz im bayrischen Rottach-Egern stattfand, war dies dem publizistischen Platzhirschen, der Süddeutschen Zeitung, eine Zeile wert. Neben Hubert Burda nehmen Springer-Vorstand Matthias Döpfner, Vertreter der Financial Times und andere Zeitungs-Mogule an den Bilderberger-Konferenzen teil. Die Medien kommen ihrer Imformationspflicht nicht nach?

"Der kleine Bürger" sollte zu all diesen "Stammtisch-Treffen" und den dort stattfindenden Pöstchenschiebereien, der nicht Einhaltung der Informationspflicht der Medien, der Verschwendung von Steuergeldern, denn die Herrschaften wollen von einem riesigen Polizeiaufgebot beschützt werden … uvm. nur eines sagen: Sauerei!!! Keine Verschwörung, sondern nur eine Ansammlung von selbstverliebten, arroganten  und Macht hungrigen Menschen, die sich für den Nabel der Welt hält.

Zum Schluß kann ich mich nur der Meinung von Herrn Hans-Jürgen Krysmanski anschließen der treffend formulierte, dass es wichtig ist "sich auf diejenigen zu konzentrieren, die diese Treffen ja letztlich anberaumen. Und das sind eben nicht Politiker, sondern das sind die Mächtigen aus der Wirtschaft, das sind die Mächtigen aus traditionellen Herrschaftskreisen, wie etwa aus dem Adel, gerade was die Bilderberger angeht, und die Politiker werden hinzugezogen".

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9 KOMMENTARE

  1. Aus meiner ganz unmaßgeblichen Sicht als der eines kleinen Bürgers, wird den »Bilderbergern« eine viel zu große Bedeutung beigemessen. Ich sehe deren Jahres-Treffen nämlich als etwas ganz anderes an.

    Wie wir wissen, sitzen die »wahren Mächtigen« an der Wall Street NY und in der City of London.

    Und genau deswegen vermute ich, dass sich bei diesen jährlichen »Bilderberger-Treffen« nicht etwa die Crème de la Crème der Mächtigen trifft, um über ihr weiteres Vorgehen zu beschließen.

    Nein, ich meine, dass diese Herrschaften zum Rapport einbestellt werden – sprich: zum Befehlsempfang.

    Befehlsgeber und Befehlshaber: die »wahren Mächtigen« – siehe oben …

    Das erscheint mir jedenfalls als viel logischer, als das, was man gelegentlich von und über die »Bilderberger« liest.

    Denn eines dürfte doch wohl absolut klar sein: Zwei äußerst mächtige Gruppierungen nebeneinander, kann es nicht geben – sie würden sich permanent bekriegen, mit dem Ziel die jeweils andere zu »neutralisieren«.

    • Guter Gedanke.Aber zwei aeusserst maechtige Gruppierungen bekriegen sich nicht,wenn sie die selbe Zielsetzung haben.Stellen Sie sich vor ,Sie leben vor 1000 Jahren und wollen den Koelner Dom bauen.Was brauchen Sie ?Auf gar keinen Fall brauchebn sie jetzt Krieg.

      Spannung enstehen erst dann,wenn die zweite Gruppierung einen zweiten Dom baut.

      Und stellen Sie sich vor ihre Baustelle heisst nicht Koelner Dom,sonden"Geldweltornung".

      Jetzt kann man natuerlich fragen warum  braucht man ueberhaupt einen Dom oder eine Geltweltornung?Warum macht ein Kuenstler Kunst?Was machen wir eigentlich in diesem uendlichen Univerum?Ist es Harmonie fuer alle?Das sollte meiner Meinung nach das menschenhoechstes Ziel sein, auch wenn es utopisch zu sein scheint ,und der Weg das Ziel.

       

  2. Alles was durch die "Innung der Niedertracht" hinter verschlossenen, abgesicherten und in geheimen Räumen geschieht, das scheut, aufgrund von geplanten Schandtaten, das Licht der Öffentlichkeit.

    Dieses Brut-Nest der Boshaftigkeit, krimineller Machenschaften und Menschenverachtung muss ausgehoben werden. Sämtliche Schriften und Daten sind zu beschlagnahmen und der Weltöffentlichkeit vorzulegen.

    Diese Betreiber gehören hinter Schloß und Riegel. Von ihnen geht Unheil, Krieg und Verderben aus.

  3. Neugier ist zwar verständlich, aber auch "Prominente" haben das Recht, sich friedlich und ohne Waffen privat zu treffen, wann und wo immer sie wollen, und niemand hat das Recht, darüber Rechenschaftsberichte zu fordern.

    Ein anderes Thema ist dagegen ein Aufwand für Schutzmaßnahmen aus öffentlichen Geldern. Die Herrschaften dürfen sich selbstverständlich versammeln, aber wenn es ihnen ohne steuerfinanzierte Sicherheitstruppen in good old Germany zu unsicher ist, auch gerne woanders.

    Das gleiche gilt im Übrigen auch für "Staatsbesuche". Wenn z. B. ein US-amerikanischer Präsident sich nur mit einer Privatarmee hierher traut

    • @RH
      sorry nicht ganz, denn das sind nicht nur lapidar „Prominente“
      sondern da sind mind. 50% Personen dabei
      die im „öffentlichen Interesse“ stehen und sobald diese
      im öffentlichen Interesse stehenden Personen sich treffen,
      ist die Forderung nach Information legitim und als Rechtens anzusehen.

      • Das "Thema" Neugier kann mit elektronischen Mitteln befriedigt werden.

        Ob die's dulden oder nicht ist mir egal, das ganze wiederspricht in seiner

        art demokratischen Grundsätzen wenn erst im nachhinein darüber – wenn

        überhaupt – informiert wird.

        Und wenn 2000 Beamte 5 Tage lang Dienst tun an einer "Privatveran

        staltung", dann hat die Öffentlichkeit sehr wohl ein Recht darauf zu

        erfahren was dort besprochen – oder auch beschlossen – wurde.

        Genau so wie sie das Recht darauf hat dass die es auch selber

        bezahlen. Denn das was die Tiroler Piratenpartei da mit veran

        staltet stellt nichts anderes als wie Rattenfängerei dar. Heisst,

        notier mir meine Feinde damit ich sie später beseitigen kann.

  4. Hinterfragungen?

    Spätestens seit Präsident Georges Pompidou haben mindestens zwei Drittel aller franz.Minister die berühmte Verwaltungshochschule Ena besucht. Mittlerweile rekrutiert sich die franz. Elite nahezu ausschließlich aus einem Milieu, das gerade einmal zehn Prozent der Bevölkerung ausmacht. Nach wie vor liegt die Quote der Arbeiterkinder an Schulen wie Ena, Ecole polytechnique oder der Science Po bei zwei Prozent, wobei man sich fragt ob die Science Po als Nomen est Omen zu betrachten ist, da sich die franz. Wirtschaft, trotz dieser Eliten, sich in einem Stadium, was man im Volksmund gemeinhin als verlängertes Rückgrat bezeichnet, befindet und das jetzt schon seit 26 Jahren ohne ausgeglichenen franz. Haushalt, der durch die deutschen Exportüberschußgelder, sprich deutsche Steuerzahler, ausgeglichen wird. Da stellen sich doch langsam Fragen zu solch einer Elite?

     

  5. Hoffentlich und das sehr bald, wird sich die Menschheit und vielleicht sogar zuerst von Europa ausgehend, gegen diese perfiden Absichten der selbsternannten "Elite" stellen…das hoffe ich sehr!

    Grade heute hab ich mit jemanden darüber gerätselt wie man gleichgesinnte Mal zusammen bekäme?!

    Auch besonders zum Wohle meiner noch kleinen Kinder.

    So was gehört nicht auf diesen Planeten !!

    Alex Jones z.B. ist mit der gleichen Meinung und interessanten Reportagen auch auf Youtube vertreten

    • Im Prinzip erst mal nicht öffentlich. Denn auch hier lesen Ratten von der

      "anderen Seite" mit. Da muss man bis man sich formiert hat in den

      Untergrund gehen. Sonst geschieht das gleiche wie mit der deutschen

      Piratenpartei.

      Übrigens, trifft man in Telfs auch euch von Contra-Magazin an?

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