An Tagen wie diesen – Mitten im Krieg

Wenn für einen Augenblick die Erschöpfung überhand nimmt und die Augenlider schwerer werden, dann träumen auch die unerschrockensten Kämpfer von einem Leben in Frieden. In diesen Momenten legt der Krieg eine Pause ein, die Gedanken klaren langsam auf und begeben sich auf eine Reise. Dort beginnen sich Gedanken und Gefühle zu vermengen und sie fliehen vor der grausamen Realität, während der Körper an der Front verbleibt.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Es gibt Tage an denen man Mittags schon wünscht, dass man Morgens nicht aus dem Haus gegangen wäre, weil man da schon weiß, dass man sich am Abend wünschen wird, an diesem Morgen gar nicht erst aufgestanden zu sein und sich in der Nacht dann fragen muss, warum man überhaupt aufsteht, wach wird, lebt.

Ja, an Tagen wie diesen, wo sich der Himmel grau in grau zeigt, auch die Seele als einziges Grau uns erscheint. Es ist ein Gefühl, wie ein eisiger Wind, der um die Ecken meines Herzens pfeift. Wie das Bild eines entblätterten Baumes. Wie ein Sarg, der in das Grab hinabgelassen, in ewiges Dunkel, Kälte, Leere.

Doch was tun? Wie kann ein Mensch, so wundersam widersprüchlich, die grauen Schleier lichten? Oh Apollo! Gottheit des Lichtes. Spanne Pegasus vor den Wagen und bring‘ mir die Sonne in meine Seele. Denn mit dem Licht kommt die Wärme und mit der Wärme da kommt die Liebe und mit der Liebe, ja mit dem Wunder der Liebe da kommt ein Gefühl des Glücks.

Und da brachte das Glück meine Augen zum leuchten. Sie funkeln wie Sterne. Da Sterne nun einmal Sonnen sind, habe ich jetzt mein eigenes Licht, meine eigene Wärme. Da ist es auch schon. Dieses wohlig warme Gefühl, welches in unserm Innerem entsteht und vom Sonnengeflecht ausstrahlt. Ein paar Sonnenstrahlen scheinen auf mein Gesicht und deren Wärme mischt sich mit dem innerem Wohlgefühl. Selbst die kalte Winterluft erwärmt sich, sobald sie eingeatmet wird. In dieser Luft sind Duftstoffe, Aromen, Gerüche von frischem Gras, aufgebrochene Erde und frischem Schnee. Erste Blumen bringen ein paar Farbtupfer in die Landschaft. Ein Moment der Ruhe, Harmonie, Frieden…

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Ruhe? Wo sind die Vögel? Die Tiere? Die Menschen?
Ein schrilles Pfeifen zerreißt die Harmonie des Moments.
Ein Knall. Schreie. Sirenen, Schüsse…

An Tagen wie diesen… Im Krieg, an der Front…

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Ein Kommentar

  1. An Tagen wie diesen:

    Man opfert Rinder – und erschlägt Menschen;/ man opfert Schafe – und erwürgt Hunde; man bringt Speiseopfer dar -/ und auch Schweineblut; man spendet Weihrauch -/ und preist einen Götzen.

    Wie diese Menschen ihre eigenen Wege wählen / und an ihren Götterbildern Gefallen haben, so wähle ich für sie die Strafe aus / und bringe über sie Schrecken. Denn sie gaben keine Antwort, als ich sie rief, / als ich zu ihnen redete, hörten sie nicht , sondern sie haben getan, was mir mißfällt, / und für das entschieden, / was ich nicht will.

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