Die finanzielle Übermacht der Kapitalmärkte – die vom billigen Zentralbankgeld profitieren – sorgt nun für ordentlichen Druck auf den Euro. Trotz der umfangreichen Wetten gegen die europäische Gemeinschaftswährung lässt EZB-Chef Draghi die Geldschleusen weiter geöffnet. Die US-Großbank Goldman-Sachs geht sogar von einem Kurssturz auf 0,80 Dollar je Euro aus.

Von Marco Maier

Wenn man die aktuellen Kursbewegungen bei den Devisen beobachtet, erkennt man gleich wie wenig sie doch mit den tatsächlichen wirtschaftlichen und finanziellen Daten zu tun haben. Freie Konvertibilität der Währungen, völlig überdimensionierte Finanzmärkte und eine gierige Schar von Spekulanten sorgen dafür, dass sich dieser Bereich längst schon von der Realität entkoppelt hat.

Nun wurde bekannt, dass US-Hedgefonds 220.000 Kontrakte im Volumen zu jeweils 25.000 Euro auf einen fallenden Euro platziert haben. Allein das sind schon 5,5 Milliarden Euro. Insgesamt sind die sogenannten Netto-Short-Positionen derzeit wohl knapp 30 Milliarden Euro schwer. Medienberichten zufolge sollen diese inzwischen sogar ein größeres Volumen erreicht haben, als im Jahr 2012 als die Euro-Krise einen Höhepunkt erreichte.

Mit dazu beigetragen haben auch die ehemaligen Arbeitgeber von EZB-Chef Mario Draghi. Die Großbank Goldman-Sachs geht nämlich davon aus, dass der Eurokurs sogar noch auf 0,80 US-Dollar fallen könnte. "Wir rechnen für die kommenden Quartale mit einer Abschwächung des Euro gegenüber dem Dollar", so die Experten der mächtigen Bank. Böse Zungen behaupten, dass dieser Absturz des Euros sogar Draghis Intention wäre. Sozusagen "auf Wunsch der Goldmänner".

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Inzwischen wird jedoch immer deutlicher, dass sich vor allem von der angloamerikanischen Front aus ein Sturm auf den Euro zusammenbraut. Es geht dabei nicht unbedingt darum, die Eurozone zu zerstören – sondern vielmehr um ordentliche Millionengewinne im Zuge des massiven Kursverlustes der europäischen Einheitswährung. Und je mehr Spekulanten und Fonds bei diesem Spiel mitmachen, umso heftiger wird dieser Kurssturz, der damit zu einer "sich selbst erfüllenden Prophezeiung" der Goldman-Sachs-Banker avanciert.

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4 KOMMENTARE

  1. Ach nein…echt jetzt ?

    Hatte dabei wirklich jemand etwas anderes geglaubt, als das Draghi nach wie vor ein Goldmann&Sachs-Jünger ist ? Das DAS passieren wird, war vollkommen klar und auch der Grund weshalb Draghi die Aktion der EZB (vollkommen rechtswidirg) gestartet hat.

    Dieses dreckige Spiel ist schon alt und man braucht sich nur Griechenland im Detail einmal ansehen, WER dabei die großen Deals gemacht hat und wie dabei aus öffentlichen Geldern (also Steuergeldern; somit unser Geld) in privates Vermögen umgewandelt wurde.

    Wenn uns wer killt, dann sind es die völlig unkontrollierten Schattenbanken und mit ca. 80Billionen Dollar (80.000 Milliarden !), ist deren Kriegskasse mehr als gut gefüllt. Ach und übrigens, einer der großen Player in dem System ist George Soros und ein großer Teil der Londoner-Finanzmeile.

  2. Da wird die Loyalität unserer eurobegeisterten Systemwähller aber zunehmend auf die Probe gestellt. Sie werden für Alltagsprodukte und lebensnotwendige Güter von Sprit und Heizstoffen bis hin zu Luxus-Konsumgütern immer mehr ausgeben müssen, denn die Importe von Rohstoffen, Agrarprodukten und anderen Waren werden sich massiv verteuern, ebenso wie Urlaube außerhalb der Eurozone. Wie ich von Bekannten gehört habe, bekommen inzwischen schon Rentner, die  sich in Thailand niedergelassen haben, Probleme, da sie für ihre Aufenthaltsgenehmigung ein Mindestseinkommen in Landeswährung nachweisen müssen, das einem bestimmten Euro-Betrag entspricht und dies mit dem Verfall der Währung nicht länger können. Ich bin aber überzeugt, dass bei Meinungsumfragen auch weiterhin eine überwältigende Mehrheit bekundenn wird, der Euro sei alternativlos, gut für Deutschland und müsse erhalten werden bis zum Schluss – also altbekannte Endsieg-Parolen.

    • "Ich bin aber überzeugt, dass bei Meinungsumfragen auch weiterhin eine überwältigende Mehrheit bekunden wird, der Euro sei alternativlos, gut für Deutschland und müsse erhalten werden bis zum Schluss … "

      Wie Sie schon sagten altbekannte Endsieg-Parolen. Und man sollte vielleicht auch mal hinterfragen, wer derartige Umfragen finanziert ! Unsere Feinde sitzen nicht ( oder nur bedingt ) im Asylantenheim , sie sitzen in der City of London und Wallstreet !

      Ansonsten zum Artikel….. ÜBERRASCHUNG

  3. Goldman Sachs – eine Bank regiert die Welt, so geht der Tanz der Geier weiter, wie man im Internet sehen kann, wobei wir alle gespannt sein dürfen, ob es mit einem Staatsbankrott Griechenlands zu einem Zusammenbruch des CDS Markt kommen wird, welches auch mit dem 'Quantitative Easing' der EZB nicht mehr aufzuhalten sein dürfte, da ganz einfach das finanzielle Potential auch einer EZB endlich ist!

    Wäre der Euro frei konvertierbar so dürfte der Wert des Griecheneuro inzwischen bei einem Wechselkurs von Euro/US$ 0,40 angelangt sein, was auf die Kaufkraftaushöhlung durch die EZB mit ihren bisherigen inoffiziellen Staatsanleihenkäufen über den Sekundärmarktt und jetzt offiziell mit dem 'Quantitaive Easing'  zurückzuführen ist, nach dem Motte der Walstreetspekulanten: 'in Draghi we trust', wie man einst auch auf Bernie Madoff's Schneeballsystem vertraut hat!

     

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