Weißes Haus: Taliban sind keine Terrorgruppe mehr

Wie der stellvertretende Pressesprecher des Weißen Hauses, Eric Schulz, sagte, können die USA mit den Taliban über einen Gefangenenaustausch verhandeln, da die Taliban nicht mehr als terroristische Organisation betrachtet würden. Damit wird die islamistische Gruppe, die ursprünglich von der CIA zur Bekämpfung der Sowjets in Afghanistan gegründet und finanziert wurde, nun wieder offiziell rehabilitiert.

Von Marco Maier

Galten die Taliban nach den Anschlägen vom 11. September 2001 noch als die Feinde der Vereinigten Staaten schlechthin, so hat sich das Blatt nun nach mehr als 13 Jahren wieder gewendet. Die derzeitigen Entwicklungen in Afghanistan, wo nach dem Teilabzug der alliierten Streitkräfte und der Implementierung neuer Herrschaftsstrukturen die Taliban immer noch unbesiegt sind und wieder in Regierungsverantwortung kommen könnten, dürften dabei eine Rolle spielen.

Wie die Washington Times berichtet, verkündete der stellvertretende Pressesprecher des Weißen Hauses nun die neue Einstufung der Taliban. Der ABC News Reporter John Karl fragte den Pressekonferenz-Neuling, ob der Handel Jordaniens mit dem Islamischen Staat mit dem Handel der Vereinigten Staaten und den Taliban zu vergleichen sei, bei dem fünf Taliban-Mitglieder gegen Sgt. Bowe Bergdahl ausgetauscht wurden.

"Wie sie wissen, wurde dies zu dieser Zeit heftig diskutiert und Gefangenenaustausche sind eine traditionelle Ende-des-Konflikts Interaktion die geschieht", antwortete Pressesprecher Schultz. "Als der Krieg in Afghanistan ruhiger wurde, fühlten wir, dass dies die richtige Sache zu tun wäre. Die grundsätzliche Verpflichtung des Präsidenten als Oberbefehlshaber ist es, keinen Mann oder Frau zurückzulassen. Dies ist das Prinzip, dem er sich unterordnete."

"Ist das nicht das, dem sich die Jordanier unterordnen?" fragte der ABC-Reporter daraufhin. "Die Taliban führen immer noch Terroranschläge durch, so dass sie nicht wirklich sagen können, dass der Krieg zu Ende ist, sofern sie [Anm.: die Taliban] betroffen sind. Schultz erklärte: "Ich möchte sie darauf hinweisen, dass die Taliban ein bewaffneter Aufstand sind. Der Islamische Staat ist eine Terrorgruppe. Und wir machen keine Konzessionen an terroristische Gruppen."

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"Sie denken nicht, dass die Taliban eine Terrorgruppe ist?" hakte Karl nach. "Ich denke nicht, dass die Taliban… die Taliban sind ein bewaffneter Aufstand", betonte Schultz. "Das war die Beruhigung des Krieges in Afghanistan und das ist der Grund, warum dieses Arrangement ausgehandelt wurde."

Wie man anhand des Gespräches sieht, obliegt die Einstufung als "terroristische Organisation" ganz den gerade vorherrschenden geopolitischen Interessen der US-Administration. Gestern noch Freund, heute ein Erzfeind und morgen zumindest nur noch eine Unannehmlichkeit. Und wer weiß, wenn Baschar al-Assad in Syrien gestürzt wurde, könnte der Islamische Staat vielleicht auch bald darauf zu einer solchen "Unannehmlichkeit" avancieren, wenn dies den geopolitischen Plänen Washingtons in den Kram passt.

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10 Kommentare

    1. Die USA braucht die Tallibanen gegen einen Krieg gegen Russland. Wie Dumm ist die USA eigentlich, das wir die Absichten nicht hinterschauen. Ich hoffe die Tallianen sind nicht so dämlich und fallen auf dieses Spiel herein. Besser sie sollten gegen die USA aufrüsten und diesem Verbrechserstaat das Handwerk zu legen!

  1. Die Taliban wurden nicht zu Bekämpfung der Russen gegründet, das waren die Mudschahedin. Die Taliban haben Afghanistan in den 90ern von den Warlords befriedet. Interessant der Film: Abrechnung mit Afghanistan, gibts auf der Tube

  2. Nachdem die USA seit 2001 behauptet haben die Taliban sind phöse, ohne es zu beweisen, dann die alten Verbündeten in Afghanistan angegriffen haben, ohne je eine Begründung dafür erbracht zu haben, nun das. Tja, wer keine Ahnung hat, der darf überrascht tun, alle anderen wundern sich nicht.

     

    Das FBI hat nie gegen Osama bin Laden wegen 9/11 ermittelt, der wurde nie der Täterschaft verdächtigt. Die angeblichen Täter in den Flugzeugen waren fast alle Saudis und kamen aus Europa. Finanziert wurden sie, nach Darstellung der USA, aus Saudi-Arabien. Angegriffen wurde Afgahanistan – logisch, oder? Und da wundert man sich, wenn die Taliban sich wehren, die anerkannte Regierung des Landes (so verbrecherisch sie auch war/sind)? Also ist Wiederstand gegen einen Angriff des eigenen Landes durch die USA Terrorismus.

  3. Haben die Amis nicht den Taliban geholfen mit Waffenlieferungen usw. als sie in den 80-Jahren gegen die Sowjetunion kämpften da waren die Taliban Amerikas Freunde, sind aber Al-Qaida nicht Talibankämpfer? al-Qaida sind dann plötzlich Amerikas Terroristen und die größten Feinde. Sind Syrische Freiheitskämpfer nicht Amerikas Freunde die von den Amis auch mit Waffen unterstützt werden gegen Baschar al-Assad aber Syrische Freiheitskämpfer sind doch Unterstützer der ISIS Truppen also wieder Amerikas Terroristen und deren Todfeinde. Egal wie man`s sieht wenn die Amerikaner sagen heute sind sie Freunde und werden unterstützt sind sie morgen schon wieder Terroristen und müssen bekämpft werden. Die Amis haben das Sagen wer Gut und wer Schlecht ist und niemand kann da was ändern.

      1. Sorry ich meinte natürlich nicht die Taliban aber auch nicht die Mudschaheddin wobei sie natürlich auch Recht haben die im Afghanistan Krieg gegen die Sowjets kämpften es waren sie Sunniten die ich gemeint hatte, die von den Saudis unterstützt wurden mit Hilfe der CIA wobei sie die radikalsten Sunniten nach Afghanistan schickten.

  4. Na, ein paar Jahre noch, dann wird auch Osama bin Laden vom Papst seelig gesprochen. Schon aus Gründen der Akzeptanz des Christentums gegenüber dem Islam.

  5. Die Verbrechen der US Regierung sind so immens, da versagt der menschliche Verstand. Es hat ein unglaubliches Ausmaß welches jegliche Vorstellung übersteigt. Es laugt auch mich völlig aus. Je mehr man liest desto verbitterter, depressiver und hoffnungsloser wird man. Es scheint wirklich kein Licht am Ende des Tunnes zu geben. Es macht einen einfach nur unglaublich traurig. Und diese Ohnmacht/Machtlosigkeit gegenüber all diesen gräueltaten.

    Da die westliche Welt so zufrieden zu sein scheint wie es aktuell ist gibts auch keine Hoffnung auf eine Lösung. Wenn man in diversen transatlantischen Medien die Nutzerkommentare liest und wie die USA bis aufs Blut vertreidigt wird, wird man einfach völlig fassungslos. Und wer was gegen die USA sagt ist sowieso Putinversteher oder Verschwörungstheoretiker. Also muss man diese ganzen US und Israelischen Verbrechen einfach ignorieren und für sich selbst weitermachen. Weiterleben.

  6. Da kann ich nur "Selle" zustimmen.

    Kommenden Samstag den 07.02.2015 findet in München eine Demo gegen TTIP etc statt.

    Ich habe mit drei Bekannte über TTIP gesprochen. Die finden das Freihandelsabkommen doof. – sagten es und gehen lieber ihren Hobbys nach.  Es kam null Reaktion in Hinblick auf eine Teilnahme.  Da soll man es nicht mit der Angst bekommen ?

    Ergo ? Den Menschen geht es trotz Überwechungsstaat , Bevormundung etc immer noch viel zu gut. 

     

     

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