Weg mit dem Dollar: China und Russland verkaufen US-Staatsanleihen

Sowohl China als auch Russland lösen sich schrittweise von ihren Dollarbeständen. Insbesondere die US-Staatsanleihen stehen hierbei im Fokus der Verkäufe. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren. Zudem soll die russisch-chinesische Alternative zum westlichen SWIFT-System bald schon etabliert werden.

Von Marco Maier

Russland trennte sich in den vergangenen Monaten von einem nicht unerheblichen Teil seiner Dollarbestände. Allein im Dezember warf Moskau US-Staatsanleihen im Wert von 22,1 Milliarden Dollar auf den Markt, wodurch sich die noch gehaltenen Bestände auf rund 86 Milliarden Dollar beliefen. Dies ist der niedrigste Stand seit Juni 2008. Im Gegensatz dazu weitete Moskau jedoch die Goldreserven aus. Insgesamt gesehen reduzierten sich die russischen Währungsreserven im Laufe des Jahres 2014 um 128,7 auf 327,7 Milliarden Dollar. Grund dafür waren der zunehmende Preisverfall beim Erdöl, welches wohl die wichtigste Einnahmenquelle für Devisen ist, sowie die andauernden Sanktionen der USA und der EU.

Doch nicht nur Russland verkauft US-Staatsanleihen. Der BRICS-Partner China will offenbar ebenfalls nicht mehr in die Geiselhaft des US-Dollars gefangen sein. Zwar sinken die chinesischen Bestände an US-Bonds deutlich langsamer als jene Russlands, doch angesichts der nach wie vor anhaltenden Dollarschwemme und dem massiven Überschusses beim Handel mit den USA ist die Reduktion durchaus eine beachtliche Leistung. So sanken die Bestände an US-Staatsanleihen im Dezember um 6,1 Milliarden Dollar, womit die Gesamtsumme von 1244,3 Milliarden Dollar in etwa auf dem Niveau von Januar 2013 lag. Doch auch Peking wird weiterhin versuchen, sich von den amerikanischen Staatspapieren zu trennen um die finanzielle Abhängigkeit von der US-Geldpolitik zu reduzieren.

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Sowohl in Moskau als auch in Peking weiß man genau, dass das Dollar-Imperium ohnehin nur noch auf tönernen Füßen steht. Allerdings kann die Volksrepublik nicht einfach so hunderte Milliarden Dollar auf den markt werfen, ohne dadurch massive Störungen im Weltfinanzsystem zu verursachen und dann schlussendlich nur noch wertlose Papiere zu halten. Umso wichtiger ist ein behutsames Vorgehen um die möglichen Verluste zu minimieren.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Entdollarisierung des Handels, was von beiden Staaten vorangetrieben wird. Dementsprechend arbeitet man in Moskau in Peking intensiv an der Etablierung einer russisch-chinesischen Alternative zum westlichen SWIFT-System, welches das bisherige Monopol brechen soll. Weitere Länder wie Brasilien, Indien, der Iran, Südafrika, Vietnam und diverse afrikanische Länder dürften sich hier anschließen.

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2 Kommentare

  1. An dem System der Brics sollten sich eigentlich ALLE nicht us hörigen Staaten

    /Gesellschaften anschliessen. Denn, wer wie die USA ständig andere sanktioniert,

    könnte so schlussendlich der noch einzig sanktionierte sein.
     

  2. Tipp: China könnte die USA wertlos machen und dann billig einkaufen gehen?
    Das letzte Drittel seiner Anliehen wird China wohl ohnehin auf Klopapierrollen wickeln müssen.
    Paul Craig Roberts schrieb, die USA seien eine bankrotte Farce.
    Der Zerfall der USA ist gar nicht mehr aufzuhalten, schließlich gilt noch immer das Gesetz der kritischen Masse in der Aussenverschuldung ebenso wie beim Öl und den Militärausgaben.

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