Um ganze 70 Prozent ist während des vergangenen Jahres die Liquidität auf dem US-Anleihemarkt eingebrochen. Angesichts des Umfangs von rund 12,5 Billionen Dollar in diesem Segment ist dies ein alarmierendes Warnsignal. Analysten warnen bereits davor, dass die US-Schuldenblase dadurch platzen könnte.

Von Marco Maier

Einer der Hauptgründe, warum die USA in den letzten Jahrzehnten eine derart expansive Politik verfolgen konnten, war die Rolle des US-Dollars als Weltleitwährung und globale Handelswährung. US-Treasury Bonds konnten so rund um den Globus verkauft werden, so dass sich die US-Administrationen bedenkenlos verschulden konnten. Abnehmer für die Schuldtitel fanden sich immer. Doch diese Zeiten neigen sich langsam dem Ende zu.

Konnte man früher davon ausgehen, dass der Markt für die US-Staatsanleihen angesichts des gewaltigen Volumens recht stabil und ohne große Schwankungen funktioniert, so führt der massive Verlust an Liquidität nun zu einem deutlich volatileren Markt. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Investoren deutlich höhere Renditen verlangen könnten, da sie nicht mehr sicher sein können, die Papiere wie bisher zu jedem gewünschten Zeitpunkt wieder auf den Markt zu werfen.

Wie groß die ständig gehandelten Summen sind, zeigt ein Vergleich der US-Großbank JP Morgan. Konnte man noch vor einem Jahr mit US-Staatsanleihen im Wert von 280 Millionen Dollar handeln, ohne dass dadurch eine Preisbewegung ausgelöst wurde, so liegt dieser Wert inzwischen bei nur noch 80 Millionen Dollar. Das heißt: Selbst kleinere institutionelle Anleger könnten im Fall des Falles beim Versuch die Bonds zu verkaufen einen kleinen Schock auf dem Anleihenmarkt auslösen.

Vor allem dann, wenn die US-Notenbank damit beginnt, wieder die Zinsen anzuheben, könnten viele Anleger aus den US-Papieren aussteigen wollen und den Anleihenmarkt damit fluten. Angesichts der fehlenden Liquidät wäre dies jedoch fatal. Dadurch könnte unter Umständen die US-Schuldenblase platzen, zumal selbst die Fed nicht so weit gehen könnte, im Zuge eines massiven Preisverfalls bei den Staatsanleihen Unsummen auf den Markt zu werfen um dies abzufedern. Dies wäre dann der Anfang vom Ende des amerikanischen Schuldentraums.

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Marco, das ist eine sehr interessante Nachricht !! Hast du zu dem Thema noch weitere Verweise. Woher hast du die Zahlen ? Denn das es, um den Dollar und die US-Währung schlecht steht, ist kein großes Geheimnis. Aber wenn eine "Panik" auf dem US-Anleihemarkt eintritt, dann ist dies mehr als nur eine Bankenpleite… Das betrifft dann früher oder später alle !
     

  2. Wer hat eigentlich bei uns das Sagen? 1000 Milliarden Qualitative Lockerung oder Kreditverbot an Griechenland, wer fällt die Entscheidungen. Sind wir eine Diktatur oder ein Feudalsystem? Unter Hitler und dem Kaiser wusste man jedenfalls wer das Sagen hat. Angenommen Dragi fällt diese Entscheidungen, so führt er auch Außenpolitik aus, aber mit welcher Legitimation? Er ist dann Tyrann und nach allen westlichen Werten für den Abschuss freigegeben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here