Pressekonferenz der ukrainischen Bataillonskommandanten. Bild: Youtube
Pressekonferenz der ukrainischen Bataillonskommandanten. Bild: Youtube

Ukraine: Söldner-Bataillone stellen “alternativen Generalstab” auf

Die Kiewer Führung steht angesichts der Lage im Donbass offenbar vor einer Spaltung. Insbesondere rechtsextremen Kräfte und die Hardliner wollen den Krieg gegen die Rebellen vorantreiben und üben heftige Kritik an der aktuellen politischen Führung. Die Gefahr eines erneuten Putsches, der noch extremere Personen an die Staatsführung bringen könnte, wächst mit mit der Gründung des "alternativen Generalstabs" weiter an.

Von Marco Maier

War das Abkommen von Minsk für die Extremisten schon eine harte Nuss, so sorgte die Niederlage bei Debalzewo für noch mehr Unruhe bei den Söldnerbataillonen, die schon in den Wochen zuvor zum Sturz von Präsident Poroschenko aufriefen und dabei auch seine Familie bedrohten. Für sie ist der Kampf um den Donbass geradezu eine heilige Mission für ihr Vaterland - auch wenn dies bedeutet, Millionen unschuldige Landsleute mit Bomben und Granaten ins Visier zu nehmen und dabei ein Gebiet zu beanspruchen, welches schon seit Jahrhunderten (auch) von Russen bewohnt wird.

Nun haben die rechtsextreme ukrainische Organisation "Rechter Sektor" (Prawy Sektor) und 13 weitere Söldner-Bataillone in Dnepropetrowsk, der Hauptstadt des gleichnamigen Oblasts, parallel zum bestehenden Generalstab der ukrainischen Armee einen eigenen, alternativen Generalstab gegründet. Dieser soll nun 7 Führer haben - darunter den per Interpol gesuchten Führer des Rechten Sektors, Dmitrij Jarosch und Semen Semenchenko, Führer des Söldner-Bataillons "Donbass", der enge Kontakte zu US-Senator John McCain unterhält.

Als Argumente für diesen Schritt wurde angegeben, dass der reguläre ukrainische Generalstab unfähig sei, einen "erfolgreichen Krieg" zu führen. Die Schlachten bei Slawjansk, Saur Mogila, Illowaijsk, beim Flughafen von Donezk und nun jene bei Debalzewo wurden dabei angeführt. Weiters werfen die Bataillonskommandanten der ukrainischen Militärführung vor, die "Freiwilligen-Bataillone" spalten zu wollen. Zudem wären die "Freiwilligen" motivierter als die zwangsrekrutierten Truppen der regulären Armee und damit unerlässlich für den Kampf gegen die Rebellen. Dabei betont Semenchenko, dass der Krieg ungeachtet der Übereinkünfte weitergehen wird: "In diesem Krieg wird es nur eine militärische Lösung geben. Es kann keine andere Lösung geben!"

Dem neuen Generalstab haben sich unter anderem die Söldner-Bataillone Aidar, Donbass, Kriwbass, Poltawa, Pridneprowia und Sicheslaw angeschlossen. Dazu noch das Bataillon der ehemaligen Afghanistan-Veteranen, die radikale Organisation AwtoMaidan, der Rechte Sektor und weitere Gruppen.

Für die ukrainische Regierung bedeutet die Schaffung dieses "alternativen Generalstabs" jedoch einen massiven Riss in der bislang ansonsten demonstrativ zelebrierten Einigkeit. Insbesondere für die wenigen verbliebenen moderaten Kräfte in Kiew könnte es jedoch noch ungemütlich werden, zumal sie für die Extremisten ja als Unterstützer der Rebellen und als Vaterlandsverräter gelten.

Hier das Video im Originalton, welches auch im ukrainischen TV ausgestrahlt wurde:

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2 Kommentare

  1. Nun, dann zeigt McCain nun seine wahre Fratze und entblösst sich als waschechter Nazi! War ja eigentlich schon immer irgendwie klar aber nun isses eben Fakt! Was glauben diese braunen Schweinsköppe eigentlich, was passieren wird, wenn sie denn eines Tages wirklich über die Ostukraine siegen sollten? Dass wir sie als gleichberechtigte Partner mit offenen Armen empfangen und in die EU aufnehmen? Das ist doch wohl hirnrissig und entbehrt jeglicher Vernunft! Dann bleibt ihnen doch nur noch ein in sich abgeschotteter Unrechtsstaat, in dem sie die arme Bevölkerung bis zum Ende zu Tode schikanieren können. Ich jedenfalss bin nicht bereit auch nur noch eine einzige Person oder deren Partei zu wählen, die mit solchen Verbrechern sympathisiert und ich denke, damit bin ich ganz bestimmt nicht allein! Hier wäre ein wahrhaft sinnvoller Grund zum Einschreiten für die schnelle Eingreiftruppe der EU. Rein dort, alles festnehmen, verurteilen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und dann ab in den miesesten nur erdenklichen Knast oder Bootcamp bis ans Ende ihrer Tage.

  2. @ Rainer Ziegler

    Tut mir leid, das halte ich für Quark. Mc Cain ist ein Falke in der republikanischen Partei der USA, aber kein Nazi!

    England hat 1939 und die USA haben Ende 1941 dem nationalsozialistischen Deutschland aus geopolitischen Gründen den Krieg erklärt. Wenn man sich anschaut, wie die US Administration und die Presse die heutige NS Bewegung (White Power) bekämpft, teils berechtigt, teils überzogen, wo soll denn da Raum für Faschismus sein?

    Machen Sie sich mal schlau, was Faschismus bedeutet und fangen Sie bei dessen italienischen Wurzeln an!

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