Ukraine-Krise: US-Geheimdienstchef will Putin provozieren

Geht es nach James Clapper, dem nationalen Geheimdienstdirektor der USA, müsse die USA der Ukraine möglichst Waffen liefern. Damit, so Clapper, könne man Putin herausfordern, den Rebellen im Donbass so viele Waffen zu liefern, dass die Waffenlieferungen für jeden ersichtlich wären.

Von Marco Maier

Bei einer Anhörung im Senat packte US-Geheimdienstchef Clapper wieder Vorwürfe aus der Mottenkiste aus. Zwar rechnet – trotz des beginnenden Rückzugs der schweren Waffen – kaum jemand mit einem wirklichen Waffenstillstand zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Rebellen, doch der von Clapper erwartete Vorstoß der Volkswehren auf Mariupol dürfte ein strategisches Hirngespinst bleiben. Zumindest so lange, wie sich die ukrainische Seite nicht zu einer erneuten Offensive hinreißen lässt.

Der Geheimdienstkoordinator macht Russlands Präsidenten Wladimir Putin für den Krieg in der Ukraine verantwortlich, obwohl er es eigentlich besser wissen müsste. Immerhin waren es US-Finanzmittel für die prowestliche und die nationalistische Opposition, die zum Maidan-Putsch führten, welche insbesondere in den östlichen und südlichen Landesteilen auf großen Widerstand stieß. Russland habe, so Clapper weiter, schon länger auf die Gelegenheit gewartet, die Krim und Teile der Ostukraine unter die eigene Kontrolle zu bringen.

Clapper sprach sich auch für die Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine aus. "Dies würde eine negative Reaktion bei Putin erzeugen", sagte er vor dem Streitkräfteausschuss der Kongresskammer. Er würde sich herausgefordert fühlen, mehr Kriegsgerät in das Land senden zu müssen. Dadurch würde noch mal deutlicher werden, dass die Russen entgegen ihrer Aussage tatsächlich in dem Konflikt involviert seien.

Doch es gibt etwas, was Clapper unterschlägt: Im Einflussbereich der Volkswehren befanden sich einige ukrainische Waffenlager, die natürlich auch in deren Besitz übergingen. Es ist ja nicht so, dass die Rebellen da anfangs gänzlich ohne Waffen waren. Hinzu kommen die erbeuteten Waffen von den besiegten ukrainischen Verbänden. Würde Russland den Rebellen tatsächlich derart viele Waffen übergeben wie es die Amerikaner immer wieder behaupten, müsste es angesichts der wohl lückenlosen Satallitenüberwachung der Region auch entsprechende Beweise geben. Doch die kann der Geheimdienstchef natürlich nicht vorlegen.

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7 Kommentare

  1. "Ukraine-Krise: US-Geheimdienstchef will Putin provozieren"

    Ja was? Ist das was Neues? Der alte Knabe soll sich mal pensionieren lassen.

    Das, was der vorschlägt, macht die USrael-Oberclique doch schon lange. Der hat aber einen guten Schlaf. Den kann er gebrauchen in seinem Alter. Nur, in der Politik hat dieser fortgeschrittene Senior schnon lange nichts mehr zu suchen.

  2. Ich attestiere der amerikanischen Administration und den Geheimdienstchefs progressive Demenz. Sonst würden sie nicht immer den selben quargel wiederholen!

  3. Der Westen ist so reaktionär geworden in den letzten Jahrzehnten, kriminell, verheuchelt und innerlich am Faulen, den kann man nicht mehr provozieren. Wer uns zu nahe kommt, wird von unserer Ausgasung chemisch zersetzt. Deshalb schicken wir unsere Zweikomponentenbombe in die Ukraine, Merkel und Gauck, die werden die Grenze nach Rußland einfach durchätzen.

     

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