Das vom Krieg im Donbass schwer gezeichnete Land ist aufgrund seiner fruchtbaren Böden eine Kornkammer Europas. Nach der Katastrophe von Tschernobyl kommt nun ein neues ökologisches Desaster auf die Ukraine zu: der unkontrollierte Anbau von gentechnisch verändertem Getreide. Monsanto & Co haben dafür bislang schon mehrere Milliarden Dollar investiert.

Von Marco Maier

Wer glaubt, dass hinter dem Konflikt in der Ukraine keine handfesten ökonomischen Interessen stehen, ignoriert nicht nur das Engagement von Joe Bidens Sohn Hunter in dem zerrütteten Land, sowie die Explorationsgebiete der Fracking-Industrie, sondern auch die Begehrlichkeiten der Gentech-Industrie. Allein Monsanto, Cargill und DuPont haben schon Milliarden an Dollar in Landkäufe und Industrieanlagen investiert, um von der Ukraine aus die Welt noch mehr mit ihren GVO-Produkten zu überschwemmen.

Ganze 32 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland besitzt die Ukraine. Das entspricht in etwa einem Drittel der Fläche, die die ganze Europäische Union derzeit aufweist. Verständlich, dass gerade diese Konzerne angesichts der zunehmenden Lebensmittelknappheit einen größtmöglichen Anteil am Kuchen für sich selbst sichern wollen.

Kurz nach dem von den USA und den europäischen Partnern angeleierten Sturz von Präsident Janukowitsch (der zuletzt noch Zweifel am Nutzen einiger Punkte des Assoziierungsabkommens mit der EU anmeldete, dieses neu verhandeln wollte und dafür von der Euromaidan-Meute verjagt wurde), im März 2014, investierte allein Monsanto 140 Millionen Dollar in den Aufbau einer neuen Saatgutanlage in der Ukraine.

Cargill, welches schon seit über 20 Jahren in der Ukraine tätig ist, besitzt Standorte in 9 ukrainischen Städten, darunter auch in Donezk. Im Dezember 2013 kaufte das Unternehmen, welches in der Ukraine bereits mindestens 4 Getreidesilos und 2 Sonnenblumen-Verarbeitungsanlagen für die Produktion von Sonnenblumenöl besitzt, eine Beteiligung von "25 Prozent + 1 Aktie" an einem Getreideterminal am russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk, unweit der Krim, mit einer Kapazität von 3,5 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr.

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Für die finanzkräftige und einflussreiche Gentech-Industrie ist es immens wichtig, dass die jetzige Regierung an der Macht bleibt und den Kurs der Westbindung weiterführt. Dass die Junta in Kiew dabei gnadenlos über Leichen geht, ist den Konzernen egal – immerhin geht es hierbei um den Profit, der infolge der Investitionen in die "Kornkammer Europas" deutlich gesteigert werden kann. Wer schon mit der genetischen Modifikation von Lebensmitteln herumexperimentiert und damit die Welt potentiellen ökologischen und gesundheitlichen Gefahren aussetzt, hat offenbar auch kein Problem mit einer Regierung, die Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt.

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