Hrywnja-Banknoten. Foto: Olga Meier-Sander / pixelio.de

Der weiterhin schwelende Konflikt im Donbass, die ausufernde Inflation samt Abwertung der Landeswährung Hrywnja, sowie die zunehmende wirtschaftliche Destabilisierung sorgen dafür, dass die Ukraine auf Dritte-Welt-Niveau fällt. Der Mindestlohn reicht nicht zum überleben, während die regierende Oligarchenclique in unermesslichem Reichtum lebt.

Von Marco Maier

Um ganze 70 Prozent hat die ukrainische Landeswährung Hrywnja innerhalb eines Jahres an Wert verloren. Der ohnehin schon extrem niedrige Mindestlohn beträgt als Folge fehlender Anpassungen nun umgerechnet noch 37,80 Euro. Monatlich, versteht sich. Damit liegt dieser unter dem Wert, den ein Arbeiter in so manchen afrikanischen Staaten erhält. So sind selbst in Sambia oder Ghana – bei deutlich niedrigeren Lebenserhaltungskosten – umgerechnet 41 Euro pro Monat als Mindestlohn vorgesehen.

Doch um eine weitere Abwertung der Währung zu verhindern, fehlen der ukrainischen Nationalbank die dafür notwendigen Devisen- und Goldreserven. Der Großteil wurde ohnehin schon verpfändet oder zur Bezahlung von Gasrechnungen aufgebraucht. Inzwischen besitzt die Zentralbank gerade einmal noch Reserven in Höhe von 5,7 Milliarden Euro. Zu wenig um überhaupt ansatzweise intervenieren zu können.

Nun sorgt die Nationalbank mit anderen Mitteln vor. So dürfen die ukrainischen Geschäftsbanken keine ausländischen Währungen mehr für ihre Kunden kaufen. Zudem dürfen die Banken nur noch Devisen im Wert von maximal 0,5 Prozent des Kernkapitals erwerben. Doch die Restriktionen, die seit gestern gelten, dürften den Währungsverfall kaum aufhalten. Allein in den letzten beiden Handelstagen verlor die Hrywnja satte 13 Prozent an Wert – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

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5 KOMMENTARE

  1. Die Ukrainer wurden vom Westen und ihren hinterhältigen Oligarchen aufs Übelste an der Nase herumgeführt. Dies im sehnlichsten Wunsch, ein wenig Wohlstands-Normalität – wie sie den Westen wahrgenommen hatten – leben zu können. Jetzt erleben sie ein böses Aufwachen und müssen realisieren, dass ihnen mit dem ganzen Maidan-Zirkus falsche Vorstellungen einer wirtschaftlich besseren Gesellschaft aufgetischt wurden. Statt dessen wurde ihr Land ausgeraubt – Gold in den USA, Pensionskassengeld verschwunden, Geld für Krieg ausgegeben usw. – so dass der Bevölkerung die restliche Möglichkeit einer gesunden Existenzgrundlage entzogen wurde. Das ist einfach nicht zu fassen.

    Heftige Proteste in Kiew gegen das Regime
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/02/heftige-proteste-in-kiew-gegen-das.html

    • Also ich habe eine gute freundin die aus der ukraine kommt. Ich habe ihr meine Sicht der Dinge gesagt, dass der ganze Maidan Zirkus ein Produkt Amerikas ist und das die Ukraine für den Westen nichts weiter als ein Instrument ist. Und dass die ganzen EU Beitritts Versprechungen alle nur Illusionen sind.
      Also ich kenne mich schon ein wenig aus und mir ist klar dass in der Ukraine durchaus viele normale Leute wohnen dje nicht vom Maidanvirus infiziert wurden. Jedoch werden solche Leute zu Verrätern degradiert und fürchten um ihr Leben wenn sie ihre Meinung äußern.
      Den wirtschaftlichen Niedergang habe ich schon vor einem Jahr kommen sehen weil die Ukraine zu 70 % durch Geschäfte mit Russland sich über Wasser hält. Dazu kommt der Krieg im Donbass, der die wirtschaftlich stärkste Region ist. Also ich sehe wirklich schwarz für dieses Land.
      Zurück zu meiner Freundin ich habe ihr das gleiche gesagt wie eben und das man den ukrainischen Medien kein Wort glauben darf. Naja seit dem redet sie nichtmehr mit mir aber ich denke sie wird es bald verstehen

  2. Wie soll man dort leben mit monatlich € 38,–? Ich habe gelesen, dass die Miete für eine kleine Wohnung ca. € 300 kosten soll und 1l Wasser  €1. Jeden Tag 1l Wasser und das wars dann?Hat jemand nähere infos?

    • Dort agiert man (wie in vielen ärmeren Ländern) verstärkt im Familienverband. Also alle legen zusammen und dann wird damit gehaushaltet. Die Mietpreise dürften sich ja auch regional stark unterscheiden. In den ländlichen Gegenden zahlt man deutlich weniger als in großen Städten wie Kiew, Lemberg oder Odessa.

  3. Das ist der Vorgeschmack was diese Schulden-, Haftungs,- und Pleiteunion nach dem Start des 'Quantitative Easing' der EZB mit der Staatenfinanzierung über die Notenpresse erwartet! Damit wird die EZB, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, die Staatsschulden in Europa sozialisieren. Die Haftungsgemeinschaft, solange von Deutschland abgelehnt, wird faktisch ohne Zustimmung eingeführt. Der Euro wird absichtlich geschwächt, um ihn als Währung für alle Mitglieder, einschließlich der Ukraine, verkraftbar zu machen!

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