US-Politiker Ron Paul. Bild: Flickr / Gage Skidmore CC-BY-SA 2.0
US-Politiker Ron Paul. Bild: Flickr / Gage Skidmore CC-BY-SA 2.0

Ron Paul: Nicht pro Russland - pro Fakten!

Der frühere amerikanische Kongressabgeordnete und mehrfache Präsidentschaftskandidat Dr. Ron Paul sprach auf der „International Students for Liberty Conference (ISFLC)“ vom 13. bis 15. Februar 2015 in Washington, D.C. Klartext über den Bürgerkrieg in der Ukraine.

Von Flo Osrainik

Als ein Hauptredner der achten ISFLC, einer 2008 gegründeten Veranstaltung libertärer Studenten stellte Ron Paul klar, dass es vor dem Putsch in der Ukraine Gespräche zwischen dem Außenministerium der Vereinigten Staaten und dem Botschafter in der Ukraine darüber gab, wen man nach dem Sturz von Wiktor Janukowytsch einsetzen wird. Teil des Putsches waren auch NATO und EU. „Das kann man nicht einfach beiseite wischen, das sind Fakten“, sagte Ron Paul.

Auf den Vorwurf Partei für Russland zu ergreifen antwortete der 79 jährige Ron Paul: „Ich bin nicht pro Putin, nicht pro Russland, ich bin pro Fakten. Ich nehme keinen russischen Standpunkt ein und verteidige nicht was sie tun.“ Paul sagte bei der Podiumsdiskussion weiter, dass es am besten für die Ukraine wäre, wenn man die ausländischen Kräfte aus dem Land schaffen würde. „Raus mit den Europäern, raus mit den USA, der NATO und auch raus mit den Russen“, so Paul. Nach seiner Einschätzung gäbe es dann weniger Bürgerkrieg in der Ukraine und das Land, die Bürger müssten sich um ihre Schulden kümmern. „Es ist auch ein ökonomisches Thema, dieses Land ist absolut bankrott“, erinnerte Ron Paul an den wirtschaftlichen Zustand der Ukraine.

Vor der Diskussionsrunde zwischen Ron Paul, dem Juristen Andrew Napolitano und Moderator Nick Gillespie im Marriott Wardman Park wurde der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und NSA-Whistleblower Edward Snowden als erster Redner der Veranstaltung über eine Videokonferenz zugeschalten. Für Paul ist nicht verständlich, warum Menschen, die die Wahrheit sagen als Verräter gelten sollen.

Der zuletzt bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2012 für die republikanische Partei angetretene Ron Paul steht für eine libertäre Politik und grenzt sich vom Neokonservatismus ab. Pauls Ansichten in der Außen- und Finanzpolitik widersprechen dem Trend der Republikanischen Partei. Er kritisiert Demokraten wie Republikaner und bezeichnete die am 04.12.2014 beschlossene Resolution 758 des US-Repräsentantenhauses, eine einseitige Schuldzuweisung des Konflikts in der Ukraine an Moskau, als Propaganda und eine rücksichtslose Kriegserklärung an Russland. Paul steht für eine US-Außenpolitik ohne Interventionen. Er sprach sich gegen den Irakkrieg aus, fordert Neutralität der USA im Konflikt zwischen Israel und dem Iran und setzt sich für einen Abzug der US-Armee aus allen Ländern ein.

Paul erhält hauptsächlich aus dem Internet und von Kleinspendern Unterstützung. Eine erneute Präsidentschaftskandidatur für 2016 macht er vom Erfolg einer Online-Petition abhängig.

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3 Kommentare

  1. Man kann den Menschen die Wahrheit vor die Augen halten, sie rennen trotzdem noch blind dagegen an. Mehr muss dazu nicht gesagt werden …

  2. Ich habe da einen interessanten Bericht, der einen tieferen Blick in die zerstrittenen Verhältnisse in der Urkaine und die Sowjetrepubliken zuläßt. Den empfehle ich mal zum Lesen. Siehe Link "Die Elite der Ukraine" - Ron Paul meint es ehrlich, aber er berücksichtigt vielleicht zu wenig die Propagandamachine in der Ukraine und die leeren Versprechen, welche sie macht. In der internetz-zeitung.eu ist des weiteren ein Bericht über Poroschenko und sein Imperium. Er treibt ganz augenscheinlich in Rußland einen lukrativen Handel mit Schokolade? Wie paßt das?

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