Anhänger der Pegida Wien. Bild: Tryfotografie

Die erste Pegida-Demonstration in Wien, die sich angesichts der gewaltigen Übermacht an Gegendemonstranten auf ein Herumstehen am Startplatz beschränkte, könnte auch schon die letzte gewesen sein. Aufgrund massiver Verstöße gegen das Verbotsgesetz soll nun ein dauerhaftes Verbot von Pegida-Kundgebungen in Betracht gezogen werden.

Von Marco Maier

Schätzungsweise bis zu 500 Personen versammelten sich unter den Bannern der Pegida Wien auf der Freyung. Die Gegenseite konnte deutlich mehr Menschen mobilisieren, so dass sich schlussendlich um die 5.000 Personen den Islamgegnern in den Weg stellten, so dass diese nicht vom Fleck kamen und anstelle eines "Spaziergangs" ihre Beine auf dem Platz vertreten mussten.

Während die Pegida-Demonstrationsteilnehmer von Gegendemonstranten und Polizei eingekesselt wurden, übten sich offenbar einige der Pegida-Sympathisanten in antisemitischen Sprechchören. "Wer nicht hüpft, der ist ein Jude", soll laut Grünen-Justizsprecher Albert Steinhauser gerufen worden sein. Ebenso wurden "Sieg Heil" Rufe vernommen und Hitlergrüße dokumentiert. Dies führte dazu, dass die Polizei Wien, die mit rund 1.200 Beamten vor Ort war, nun ein dauerhaftes Verbot von Pegida-Kundgebungen in Betracht zieht.

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Hunderte Personen wurden am Montagabend angezeigt, 13 vorübergehend festgenommen. In einem Fall handelte es sich um eine Körperverletzung, in einem weiteren um Widerstand gegen die Staatsgewalt. Alle Personen befinden sich inzwischen wieder auf freiem Fuß und wurden angezeigt, erklärte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Betrachtet man das Gesamtbild und vergleicht dies mit den Pegida-Spaziergängen in Deutschland wird deutlich, dass sich in Österreich bei solchen Aufmärschen vor allem Personen aus dem extremistischen Bereich einfinden, während das Beispiel Dresden zeigt, dass dort der Großteil der Teilnehmer normale, unzufriedene Bürger sind.

Die Organisatoren der Pegida Wien distanzierten sich inzwischen öffentlich via Facebook von den Aktivitäten der auffälligen Teilnehmer: "Pegida Österreich distanziert sich ganz klar von rechtsextremen Personen. Es sei nochmal in aller Deutlichkeit klargestellt: Wir sind dezidiert gegen jedwede Art des politischen Extremismus", heißt es dort. Die Organisation könne aber "bei aller Anstrengung nicht ausschließen, dass sich vereinzelt Provokateure – von links oder rechts – unter uns gemischt hatten, die nicht sofort aus der Masse entfernt werden konnten". Von diesen Provokationen distanziere man sich "natürlich aufs Schärfste", hieß es. Kritisiert wurde, dass Medien durch solche Berichte einen "falschen Gesamteindruck" vermitteln würden. "Wir wissen nicht, wer dieser Mann war und warum er diese Gebärde ausführte. Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Provokateur handelt", so Nagel in einem Statement.

Pressefreiheit?

Peter Trykar, Pressefotograf, beanstandet die Vorgehensweise der Polizei gegenüber den Journalisten: "Bemerkenswert ist, dass alle Journalisten und Fotografen nach der Auflösung perlustriert und die Personalien aufgenommen wurden. Einigen Kollegen wurde eine Strafanzeige wegen Teilnahme an einer unangemeldeten Demonstration angedroht. Mir wurde in dieser Hinsicht nichts angedroht." Trykar konkretisierte den Sachverhalt: "Dazu muss man sagen, dass wir uns Anfangs auf beiden Seiten der Demonstration, also im Bereich der Pegida und im Bereich der Gegendemonstration aufgehalten haben."

Pegida Wien Polizei

Insbesondere die Einkesselungstaktik der Polizei, die eine uneingeschränkte Berichterstattung infolge der Segregation verhinderte, wird scharf kritisiert. "Ohne Vorwarnung wurde dann der Bereich Freyung / Ecke Tiefer Graben von der Polizei hermetisch abgeriegelt. Wir versuchten durch diese Absperrung zu gelangen, wurden aber trotz Vorweis des Presseausweises daran gehindert. Daher blieb uns nichts anderes übrig als bis zur Auflösung der Demonstration auszuharren. Ist das die Pressefreiheit in Österreich? Auf alle Fälle ist es eine seltsame Auslegung", so Trykar weiter.

Fotogalerie von der Pegida-Demonstration in Wien: Tryfotografie

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3 KOMMENTARE

  1. Es waren 1500 anwesend. Die Schätzung von 500 ist falsch.

    Antifa und Polizei zogen an einem Strang, das sind 2 Namen für dieselbe Sache.

  2. Ausgerechnet Berufsverbrecher von Antifa und Grüne als Kronzeugen aufbieten – gehts dümmer?

    Und auch noch nie davon gehört, daß derartige Kreise gerne gewisse "Grüße" zeigen und Sonnensymbole an Wände sprühen, damit das Nazometer ordentlich ausschlägt?

  3. Wien hat einen großen Anteil von aus-dem-Nest-gefallenen, sprich meist jungen Jukies. Wie groß dieser Anteil ist, wird erst jenem bewusst, der Wien bei Nacht kennt, vornehmlich diverse U-Bahn Linien. Dass hier Hitlergrüße u.a. stattgefunden haben, ist für mich nachvollziehbar, wenn auch der Grund ein anderer sein dürfte, als die tatsächliche Verehrung menschenverachtender Systeme.

    Die Menschen, von denen ich rede, deren Existenz vor allem in der Nacht auffällt, suchen den Halt, den sie in der Gesellschaft nicht finden, bei dem missverstandenen Mythos einen starken Führers. Kaum einer von ihnen weiß mehr über die deutsche Geschichte als den Namen desjenigen, der sie in den 1940er Jahren geprägt hat.

    Ich bin nicht dabei gewesen, aber im Endeffekt gehe ich davon aus, dass es sich bei Pegida Wien zum Teil – vielleicht sogar zum großen Teil – um solche Menschen gehandelt hat, von denen in den Kellern von Wien mehr leben als in jeder anderen europäischen Großstadt.

    Nach der strunzdämlichen Selbstzerstörung der Wiener Pegida dürfte auch in Österreich dem weiteren Marsch der Teufel der Weg geebnet sein. Schade, dass eine gerechtfertigte Sache wie Pegida von einer so unglaublichen Infantilität durchsetzt ist, sich selbst zu zerstören. Aber so sind die Menschen, wenn sie ungelenkt agieren. Die Linksgrünen (die woanders andere Namen tragen, jedoch denselben dämonischen Inhalt) haben einen Vorteil: Es sind Akademiker, die sich zu organisieren wissen.

    Die Staatsform der Demokratie sollte gerade verhindern, dass „gewitzte“ Menschen besser dastehen als intellektuell schlechter bestückte. Das System dürfte gescheitert sein, und überlässt nun wieder mal den Heuschrecken das Spielfeld. Erst wenn der letzte Halm gefressen ist und die grünen Wiesen schwarz sind, erkennt (wieder) jeder, wes Geistes Kind das linksgrüne Ungeziefer gewesen ist und das man Psychopathen – wenn man sie vor lauter vorauseilendem Gehorsam schon nicht an den wirren Worten orten will – spätestens an ihren Taten erkennen muss. Denn „Linksgrün“ ist keine politische Richtung, wie jeder Mensch irrtümlich glaubt, sondern die äußere Verkörperung eines inneren Defizits, anderen Menschen das wegnehmen zu müssen, was einem selbst auch nicht gegönnt ist. Sprich: der Zerstörung des Staates und der Gesellschaft.

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