Artikel des Gratisblatts "Heute"

Das österreichische Gratisblatt "Heute" übte sich hinsichtlich eines kleinen Aufmachers offenbar in einer Phantasiegeschichte. Joachim Lielacher, der Autor der Geschichte, verließ sich dabei offenbar auf die Gerüchteküche, anstatt den Polizeibericht abzuwarten. Die Jihadisten-Story erwies sich als unwahr.

Von Marco Maier

heute JihadistenDramatische Schlagzeilen flogen dem unbedarften "Heute" Leser heute ins Gesicht: "Exekutor ließ zwei Dschihadisten in Wiener Gemeindebau auffliegen" prangte in fetten Lettern im dünnen Gratis-Heftchen. Dabei wurde aus einer nichtbezahlten Handyrechnung, wegen der der Gerichtsvollzieher anklopfte gleich "zwei säumige Mieter" und aus einer Flagge mit arabischen Schriftzeichen "IS-Fahnen". Ganz zu schweigen von angeblich gefundenen Schwertern, Maschinenpistolen und verdächtigen Stoffen.

Doch das Spiel mit der Angst vor dem islamistischen Terror in Österreich ging dann doch nicht auf. Die aufgebauschte und an den Haaren herbeigezogene Geschichte erwies sich als Mücke die zum Elefanten gemacht wurde. So durchsuchten die Sondereinheit WEGA und der Verfassungsschutz die Wohnung, fanden jedoch keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten. Ein Polizeisprecher teilte mit, dass der Gerichtsvollzieher die Wohnungstüre wegen einer nicht bezahlten Handyrechnung von einem Schlosser öffnen ließ, beim Anblick einer Fahne mit arabischen Schriftzeichen jedoch die Polizei anrief.

Bei der Aufschrift handelte es sich zwar um einen Text mit religiösem Inhalt, jedoch nicht um islamistische Botschaften. Zudem verwies der Polizeisprecher darauf, dass im ganzen Haus weder Schwerter oder Maschinenpistolen noch sonstige Waffen gefunden wurden. Die "verdächtigen Substanzen" lassen lediglich auf den Konsum von Drogen zurückführen.

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In der Wohnung leben vier Personen im Alter von 18 bis 21 Jahren, die bei der Öffnung der Wohnung nicht zu Hause waren. Drei von ihnen kamen während der Durchsuchung zurück und wurden umgehend befragt. Es konnte hierbei keine Verbindung zum Terrorismus festgestellt werden. Festgenommen wurde niemand.

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