Die Verhandlungen zwischen dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis und der Eurogruppe liefen nicht besonders gut. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fasste dies mit dem Satz "Am 28., 24:00 Uhr, is over" zusammen. Dann laufen nämlich die EU-Hilfsprogramme für Griechenland aus. Falls keine Überbrückungsprogramme gestartet werden, läuft dies auf einen Staatsbankrott hinaus.

Von Marco Maier

Im Schuldenstreit zwischen der neuen griechischen Regierung und der Eurogruppe scheint kein Platz für Kompromisse vorhanden zu sein. Beide Seiten wissen, dass Griechenland ohne weitere Finanzhilfen in den Staatsbankrott schlittern wird. Doch während die Eurogruppe darauf besteht, dass die neue Regierung das von den Vorgängerregierungen umgesetzte Sparprogramm fortführt, wollen Varoufakis und Tsipras vor allem mehr Zeit herausschinden um ihre Reformen voranzutreiben.

In einem Interview mit dem "Stern" sagte Tsipras, er halte das Spar- und Reformprogramm für sein Land für gescheitert. "Für uns ist das alte Sparprogramm gestorben. Der Vorschlag, es um sechs Monate zu verlängern, ist paradox. Wer solche Ideen entwickelt, verschwendet seine Zeit", so Tsipras. Das Ultimatum der Eurogruppe, dem Verhandlungsvorschlag bis Freitag zuzustimmen, lehnt er ab. "Für solche Ultimaten sollte es in der EU keinen Platz geben. Niemand kann von uns verlangen, dass wir da weitermachen, wo die Samaras-Regierung aufgehört hat."

Schäuble, der gegenüber Griechenland eine knallharte Linie fährt, habe laut Tsipras beim Eurogruppen-Treffen am Montag bereits seine Fassung verloren. Der deutsche Finanzminister habe dabei Worte fallen lassen, welche die griechische Autorität untergraben hätten. Indessen wird jedoch die Zeit knapp. Ohne Kredite der EU geht Griechenland das Geld aus. Neue Finanzmittel auf den Kapitalmärkten zu holen ist angesichts der verlangten Zinsen nicht drin. Für die griechische Regierung heißt dies jedoch, entweder auf die Forderungen der Eurogruppe einzugehen – oder einen Staatsbankrott zu riskieren.

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Ein solcher Staatsbankrott würde jedoch dazu führen, dass Griechenland wohl aus der Eurozone ausscheiden müsste, was ebenfalls für größere finanzielle Verwerfungen – auch in den anderen Krisenstaaten – sorgen dürfte. Immerhin versuchen die Griechen angesichts der momentanen Unsicherheit ihre Euroguthaben abzuheben und als Bargeld zu bunkern, sofern sie (zumindest die Vermögenden) ihre Finanzmittel nicht schon längst auf Bankkonten in anderen EU-Ländern verschoben haben. Denn wenn der Staatsbankrott kommt – was derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent bewertet wird – werden die Automaten wohl nur noch speziell umgestempelte Euro-Banknoten ausspucken, die dann bis zur Einführung einer neuen Drachme dramatisch an Wert verlieren dürften.

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1 KOMMENTAR

  1. Keine Angst.

    Die Heuschrecken der EUdSSR in Berlin und Brüssel, werden Mittel und Wege finden, um weitere sogenannte " Kredite " zu verteilen. Diese werden allerdings nicht beim Griechischen Volk ankommen, sondern in den Taschen der Heuschrecken versickern . Ein ganz normaler Vorgang !

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