Der letzte Gaza-Krieg riss wieder blutende Narben in den schmalen, 360km² kleinen Streifen Land, in dem rund 1,8 Millionen Menschen eng zusammengepfercht leben. Narben, die keine Chance auf Heilung haben, da der Konflikt mit den Israelis immer wieder auflodert. Eine Besserung der Lage ist jedoch nicht in Sicht.

Von Marco Maier

Es ist noch nicht lange her, da schlugen israelische Granaten und Raketen beinahe überall im Gazastreifen ein. An eine Flucht war nicht zu denken, da das Gebiet von den Israelis und den Ägyptern mehr oder weniger komplett abgeriegelt wurde. Das einzige an was es nach all den Jahren an Krieg nicht fehlt sind Trümmer. Sie sind allgegenwärtig und versinnbildlichen die Lage der Menschen die dort leben. Denn eine wirkliche Zukunftshoffnung gibt es nicht.

Die Wiederaufbauarbeiten ziehen sich dahin, seit die letzte kriegerische Auseinandersetzung im Sommer 2014 zu einer großflächigen Zerstörung führte. Mehr als 1.300 Ziele ließ die israelische Armee dabei anvisieren. Darunter auch Schulen, ein Kraftwerk und Krankenhäuser. Dabei wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 2.100 Palästinenser getötet, davon waren 1.460 Zivilisten.

Doch auch für die Überlebenden wurde das Leben schwieriger. Ganze Häuserzeilen liegen immer noch in Trümmern. Ganze 96.000 Häuser wurden in den 50 Tagen des letzten Krieges entweder komplett zerstört oder massiv beschädigt. Menschen die ihr Heim verloren haben, leben jetzt bei Verwandten, in Notunterkünften oder in Schulen. Baumaterial zum Wiederaufbau gibt es kaum, da der Gazastreifen nach wie vor weitestgehend abgeriegelt ist. Und wovon sollten sich die Menschen auch das Material leisten? Arbeit gibt es im Gazastreifen kaum welche.

Ohne die finanzielle Unterstützung durch Hilfsorganisationen ginge längst nichts mehr. Das UNWRA – das UN-Hilfswerk für die Palästinenser – versucht zumindest in Sachen Mietzuschüsse und Verpflegung zu helfen. Doch die Hilfe ist nur rudimentär. Sie ändert nichts daran, dass der Gazastreifen infolge der Abschottungspolitik und den ständigen militärischen Auseinandersetzungen ein Rekrutierungsbiotop für die Hamas ist, die wiederum mit Waffengewalt gegen Israel losgeht. Diese Gewaltspirale scheint sich unendlich durch die Zeit zu drehen, denn ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

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One thought on “Gaza: Ein Leben im Trümmerhaufen”

  1. Die israelische Regierung betreibt gegenüber den Palästinensern klaren Genozid. Und die ganze Welt schaut zu. Die westlichen Staaten schicken dazu auch noch Waffen.

    Und wenn die West-Politiker nach Asien gehen, schämen sie sich nicht, den Gastgeber auf die Menschrechte aufmerksam zu machen, um sich selbst in ein positives Licht zu rücken. Das ist der absolute Gipfel der Verhöhnung gegenüber den Opfern einer derartigen Abschlachterei im Nahen Osten, in Afrika, in der Ukraine sowie gegenüber anderen Mördereien wie Flugzeugabstürze, Beseitigung von Wissenschaftlern, Filmemacher, Journalisten usw.

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