Auch ohne abzusenden: Facebook speichert jeden Buchstaben den wir eintippen

Wer bisher schon dachte, dass Facebook ein gewaltiges Überwachungstool ist, wird sich über diese Meldung kaum mehr wundern: Wie inzwischen bekannt wurde, speichert Facebook inzwischen auch all das ab, was wir nur eintippen und dann wieder löschen, weil wir es uns anders überlegt haben.

Von Marco Maier

Modernste Technik macht es möglich: die Echtzeitüberwachung. War es bislang so, dass lediglich die tatsächlich abgesendeten Nachrichten, Bilder und Links von Facebook gespeichert wurden, so wurde inzwischen eine Funktion implementiert, die sogar jeden Buchstaben aufzeichnet, den wir ins Textfeld eingeben – noch bevor der Text abgeschickt wird. Dies vermeldet watchdog.net.

Demnach überwacht, verfolgt und interpretiert das soziale Netzwerk die ganzen ungeposteten Kommentare, Chatverläufe, Meldungen und Beiträge sobald man auch nur einen Buchstaben auf Facebook eingibt. "Watchdog" gibt sogar an, dass Facebook diese Daten an Werbeagenturen, die NSA oder sogar auch an Mastercard verkauft. In einer Petition die bereits 60.000 Unterschriften gesammelt hat, will man sich nun dagegen wehren.

Für Facebook, welches ohnehin schon für seine laxe Datenschutzpolitik kritisiert wurde, bedeutet dies jedoch einen weiteren Vertrauensverlust. Schon die jüngsten Änderungen bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgten weltweit für negative Schlagzeilen. Mit dieser Aktion jedoch dürfte sich Facebook wieder einmal selbst ins Knie geschossen haben. Über kurz oder lang werden die Nutzer so zu alternativen sozialen Medien vertrieben, die mit den Kundendaten vertrauenswürdiger umgehen.

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18 Kommentare

  1. Dennoch: viele, dich sich da anmelden, die wissen, worauf sie sich einlassen. Und sensible Daten gibt man dort einfach nicht preis. Wer genügend Grips in der Birne hat, weiß das. Wer sich darüber aufregt, soll das Netzwerk einfach verlassen. An den AGB kann man eh nichts ändern. Punkt.

    1. Nein, die Leute wissen manchmal nicht, was sie tun. Das sind ja oft noch Jugendliche oder sogar Kinder. Unser Staat, ganz klipp und klar gesagt, vernachlässigt seine rechtliche Aufsichtspflicht in einem strafbaren Umfang.

      Es weiß ja kaum jemande – oder wissen Sie das etwa – dass heute schon kein Internernetzugang mehr nötig ist, um auf den PC zugreifen zu können. Das funktioniert völlig ohne Internet und ohne dass ein Kabel oder eine SIM-Funkkarte aktiv ist.

      Die Technik nennt sich AMT und funktioniert mit 3G (UMTS) oder LTE (4G). Dort, wo der PC steht, muss eben nur eine Mobilfunkverbindung vorhanden sein; welche das ist, ist völlig egal.

      http://www.intel.de/content/www/de/de/architecture-and-technology/intel-active-management-technology.html

      d.h. heute kann jeder PC, wo ein Intel (bei AMD angeblich auch) Prozessor drin ist, von außen beeinflusst werden, Daten von der Festplatte ausgelesen oder fremde Daten dort hin gespeichert werden. Wenn also bei jemandem z.B. strafrechtlich verfängliche Fotos auf einem PC gefunden werden, der noch nie mit dem Internet oder anderen Systemen verbunden war, dann wird die Polizei steif und fest behaupten, dass das ein Beweis ist, dass der Eigentümer des PCs auch der Eigentümer der Fotos ist. Doch das stimmt – aus oben genannten Grund – schon lange nicht mehr, weil eben fremde Personen (und zwar ohne dass Windows gestartet sein muss, ein voller akku reicht) auf den PC zugreifen können.

      usw. usw. ein kleiner Ausflug in die „Ich habe nichts zu verbergen“ Welt von heute. Die Krone will ich dem Ganzen auch noch aufsetzen: JEDES moderne Auto kann ferngesteuert werden, und kann – theoretisch und technisch – auf Wunsch irgend einer fremden Person, per Mausklick mit Vollgas in den Graben oder vor eine Wand fahren…wann immer diese fremde Person das für erforderlich hält. Bingo, jetzt wird mir wieder der Vogel gezeigt. Dann wartet einfach noch ein paar Jahre, dann wisst ihr es alle – weil es in der Zeitung steht, was damals (also „heute“) möglich war.

    2. Was "sensible Daten" sind, dies sagt man Ihnen dann zu passender Gelegenheit, wenn der gute Freund Ihnen ein Angebot macht, welches Sie dann nicht mehr ablehnen können oder schlicht ein stark beschleunigtes Projektil am Schädel anklopft.

      Zwar nicht ganz so dramatisch, aber Lutz Bachmann war wahrscheinlich auch mal der Meinung ein Selfie beim Friseur falle nicht unter "sensible Daten".

  2. Wer genügend Grips hat, hat spätestens nach Änderung der AGB’s diesem Laden ade gesagt…
    Übrigens genauso problematisch: WhatsApp und Twitter!

  3. Auch ohne abzusenden: Facebook speichert jeden Buchstaben den wir eintippen

    Wer zwingt uns denn, diesen Spionageapparat zu füttern? Und wenn halbe Kinder intime Fotos im Netz an "Freunde"  versenden, nur um einem/einer Angebeteten zu imponieren, zeugt das nicht gerade von DER Reife, die von ihnen vorgespielt wird.

    Ein guter Partner dieses Vereins ist die Handy-Industrie. Ständiges "simsen" fördert später Daumengelenksarthrose (gibt das die künftige neue Berufskrankheit?), ständig Elektronikwellen am/im Ohr trägt zur Gehirndegeneration bei. Dazu noch gescheiterte Integration, Inklusion, buntes (Kinder-) Bumsen und ähnliche Verbrechen bringen uns dem Ziel, aus dem ehemaligen Volk der Dichter und Denker ein Haufen degenerierter Blödelaffen zu machen, rasant näher. Warum gibt es denn in den Spitzen-Verwahranstalten (Internate) für die Kinder unserer "Eliten" Handyverbot? Weil auch sie sonst der eigenen Faulheit – simsen statt denken usw. – zum Opfer fielen.  

    1. Jetzt muss ich doch mal lachen (Entschuldigung)

      Ich wette, dass Sie diesen Spionageapparat ebenfalls benutzen. Oder – was glauben Sie – warum passt Google nach jedem Buchstaben SOFORT das Suchergebnis an? Das funktioniert nur deswegen, weil JEDE gedrückte Taste SOFORT übertragen wird.

      Oder:
      Sehen Sie mal nach, was da steht, bevor Sie auf einen Link der Ergebnisse klicken: Jeder Link fängt mit http://www.google.de an. Der VON IHNEN geklickte Link wird zuerst ins Hause Google gesendet, und erst DORT ausgeführt. So weiß Google IMMER, auf welcher Seite der Anwender geht. Theoretisch gesehen, kann Google sogar – aus welchem Grund auch immer – auf eine Fälschung der gesuchten Seite verlinken, und niemand merkt’s.

      Dass Google die Daten zu den Geheimdiensten weiterleitet, ist längst bekannt. Viel mehr weiß der Anwender aber nicht. Vor allem weiß er nicht, WAS Google tatsächlich ist: Google ist nicht in erster Linie ein Suchmaschinenbetreiber, sondern Google ist ein Geheimdienst. Denn Google gehört der NSA (das ist aber *gähn* längst eine asbach-uralte Info). Amazon (Alexis) gehört übrigens auch dazu, nur mal so am Rande bemerkt.

      Nun kommen wir, weil wir schon mal da sind, zu einer speziellen Art von verfolgenden Cookies. Es handelt sich um das, was Google umsonst anbietet: Das sogenannte Tracking. Dieses Tracking ist so ausgefeilt, dass es den Anwender IMMER erkennt, und zwar sogar durch VPN-Tunnel und Proxies hindurch.

      Google Analytics ruft, da im Code eingebettet, innerhalb der aufgerufenen Seite 1x Google (Doubleclick tut dasselbe) auf, und überträgt den sogenannten User-Agent, der weitgehend alle Daten enthält, an denen der Anwender zu erkennen ist. Durch die IP-Adresse, sofern kein Proxy benutzt wird, kann (und wird) Google alias NSA über die Providerdaten (worauf die NSA uneingeschränkten Zugang in Echtzeit sprich Millisekunden hat) den Anwender, der sich gerade auf der Seite befindet, mit seiner postalischen Adresse kennen.

      Durch die Verwendung von Js (Java Skript) werden sogar noch eine Unzahl weiterer Daten nach Google/NSA übertragen und die anwenderseitige IP-Adresse selbst dann, wenn die Weitergabe vom Betreiber der Seite explizit gesperrt worden ist.

      Selbst durch einen noch so guten Proxy hindurch funktioniert das. Es ist dazu nur nötig, dass von irgend einer an das Google System angeschlossenen Seite (das sind heute so gut wie ALLE !) ein Cookie gesetzt worden ist, BEVOR der Proxy eingeschaltet wird. Und seien wir mal ehrlich: Bevor der VPN-Tunnel oder Proxy eingeschaltet wird, war fast jeder von uns schon auf Google. Denn Google ist bei fast allen Browsern als Standardseite eingetragen, d.h. das Öffnen des Browsers reicht zur Nachricht „Hans L. aus H. ist online“. Wo und wie sich Hans L. aus H. dann im Internet bewegt, auch wenn er das mit TOR oder JAP oder sonstigen Proxies tut, wird durch die Kombination von Cookies und Google Analytics Skripting in Echtzeit ermittelt, und zwar so sicher und zielgenau so wie ein GPS-System.

      Ein Google Analytics Js code Scripting
      https://u-img.net/img/3993Ii.jpg

      Die einzige Hilfe bietet das Abschalten von Js (Java Skript). Doch hier hat Google schon Vorsorge getroffen. Es gibt mittlerweile kaum noch Browser, die das abschalten unterstützen, denn Google hat seinen Chromium Kern – man kann ruhig sagen: gewaltsam – in alle Browser integriert und die Hersteller, die sich geweigert haben (z.B. Opera) wirtschaftlich kaputt gemacht, so wie wir das von den USA bei anderen Ländern ja auch kennen. Der „neue Opera“ Browser enthält auch einen Chromium Kern. Eben weil der norwegische Webbrowser nicht mehr von Opera hergestellt wird, Google hat die kleine aber saubere Softwareschmiede an die Wand gefahren, indem Google software unterstützt hat (unter anderem auch die Google-Suche selbst), die auf Opera nicht läuft.

      So, diese Menge wollte ich nicht schreiben. Nun steht es aber doch da. Interessieren wird sich erfahrungsgemäß fast niemand dafür, denn überwacht zu werden gehört mittlerweile zum täglichen guten Ton. Dieser Text ist übrigens mir einem alten Opera geschrieben, per abgeschalteten Js. Zumindest über Google Analytics bin ich also nicht identifizierbar.

    2. Ich poste diesen Kommentar separat, da ich es dem Contra-Magazin selbst überlassen will, ob die Info erscheint oder (weg)moderiert wird: Der eben gezeigte Screenshoot, der eine Google Analytics Einbindung zeigt, stammt von dieser Seite hier, wo ich gerade schreibe.

    1. Beate, Bingo: Sie haben es korrekt interpretiert!

      Ich habe, angemeldet in einem Forum, sogar mit eigenen Augen gesehen, wie der Text im Kommentarfeld – mein Text – sich vor meinen Augen verändert hat. Seitdem schreibe ich in bestimmten Foren nur noch im Editor und kopiere den fertigen Text erst dann ins Kommentarfeld.

      Oder Js ausschalten, aber das mögen die meisten Foren-Softwares nicht und quitieren mit Funktionsdefiziten.

      1. Solche Korrekturfunktionen für Rechtschreibung und Stilistik können aber auch ganz praktisch sein, finde ich. Und wenn die NSA-Rechner gerade  nicht ausgelastet sind – prima Service!

  4. Noch etwas zu dem spektakulären „Echtzeit-Speichern“ von Buchstaben *gähn*

    Google tut das schon seit Jahren, nennt sich „Google instant“. Ich habe das ja vor 30 Minuten schon mal als Kommentar geschrieben.

    http://www.n-tv.de/technik/Google-sucht-in-Echtzeit-article1450796.html

    Wer mit Analytics arbeitet, also sogenannte Addwords plaziert und die Statistiken dann auswertet, weiß eins: Die Performance der Google Oberfläche ist so langsam, dass man vor dem Bildschirm einschlafen könnte. Treu und brav wartet der Anwender, bis der Bildschirm aufgebaut ist. Das passiert – oftmals nach jedem Tastendruck – dann Wort für Wort in Zeitlupe.

    Dieses Warten (Addwords ist schon mindestens ein Jahr so lahm) hat mich zu folgender Überlegung bewogen: Wenn das Google System (Adwords, Analytics) eine lahme Ente ist, dann sind alle Systeme, die Google Tools aufrufen, auch lahme Enten. Man muss halt bedenken, dass der Aufruf von Analytics ein Datenbanksystem füttert, und deren Verwendung ist selten schnell, weil die Daten in Echtzeit gespeichert werden. Aus dem blitzschnellen Lesezugriff des Browsers auf eine Seite wird also ein langsamer Schreibzugriff, wenn Analytics oder Doubleclick oder ein anderes Trackingtool eingebunden wird.

    Nun zu meiner damaligen Überlegung: Wenn Seiten, die von der Systembelastung her nichts besonderes „schweres“ (z.B. viele Grafiken oder Bilder) zu verarbeiten haben, trotzdem lahm wie eine Ente sind, kann das nur an Google Analytics & Co. liegen. Ich habe das mittels geeigneter Software überprüft und kam zu dem Schluss, dass es in fast 100% aller überprüften Fälle auch so war. Java Skript abgeschaltet, und statt 30 Sekunden Wartezeit ist die Seite in 1/2 Sekunde geladen.

    Das heißt im Klartext: Je langsamer eine Seite ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass gerade persönliche Daten zu NSA & co übertragen werden. Extrem-Beispiele: Spiegel.Online, Focus und vor allem, ganz krasser unterschied mit und ohne Js: BILD online.

    1. Wie gesagt, Google tut das nicht nur genau so, sondern schon jahrelang.
      Und ich wette meinen Kopf, dass auch Sie Google benutzen.
      Und Nein, ich habe meinen Kopf jetzt nicht verloren 😉

  5. Das Netz ist praktisch das Basisinstrument der westlichen Kriegsmaschine. Die GEZ lässt sich mit dem Verweis auf das im GG verankerte Kriegsdienst-Verweigerungsrecht ablehnen.

    Leider glauben viele Boykotteure, dass das Netz ein idealer Ersatz fürs Fernsehen sei. Bis sie eine Drohne an den Kopf kriegen ..

     

     

  6. Worüber regt ihr euch alle auf? Seit hunderten von Jahren weiß der Bibliothekar, wer welche Bücher liest. Und wer sie schreibt steht vorn drauf. Das ist nun wirklich nichts Neues, dass der König wissen will, was der Pöbel tut und denkt. Ein Irrglaube besteht allein darin, dass gewählte Vertreter mehr Macht haben als derjenige, der über Geld und Einfluss verfügt.

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