Der ehemalige afghanische Präsident Hamid Karzai zieht eine negative Bilanz aus dem militärischen Eingreifen der USA und der NATO in Afghanistan. Er sei zwar für die zivile Hilfe dankbar, doch militärisch und sicherheitspolitisch wäre die Intervention ein Misserfolg gewesen.

Von Marco Maier

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa und der ARD sagte Hamid Karzai, der von 2001 bis September 2014 Präsident Afghanistans war, dass der US-geführte NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan ein Misserfolg sei. Er trauere mit den Familien der Opfer. "Aber ob diese Opfer für eine (gute) Sache waren, ob wir gewonnen haben, ob wir Ergebnisse gesehen haben – ich bin anderer Ansicht", so Karzai.

Die USA und die NATO hätten ihr Ziel verfehlt, durch den Kampfeinsatz in Afghanistan Terrorismus, Extremismus und Radikalismus zu bekämpfen. "Radikalismus ist nicht verschwunden, er hat zugenommen. Es gibt mehr Probleme auf der Welt wegen Radikalismus als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Es gibt mehr Probleme in der Region wegen Radikalismus." Inzwischen stelle nicht nur das Terrornetz Al-Kaida, sondern auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine Bedrohung dar, sagte der ehemalige Präsident. "Welche Fehler, welche Politik haben dazu geführt? Das sind alles Fragen, auf die die Amerikaner und der Westen eine Antwort geben müssen."

Karzai, der nicht mehr in die afghanische Politik zurückkehren möchte, sieht das weitere Engagement des Westens in Afghanistan mehr als kritisch. Während nämlich die Folgemission "Resolute Support" dazu dient, afghanische Sicherheitskräfte auszubilden, bekämpfen amerikanische Spezialkräfte weiterhin angebliche und tatsächliche "Terroristen". Zwar würde er selbst die Trainingsmission unterstützen, "aber ich unterstütze nicht, dass sie militärische Operationen innerhalb Afghanistans durchführen."

Damit spricht Karzai indirekt auch die Drohnenangriffe der USA an, die neben einigen "Terroristen" vor allem Zivilisten töten. Dadurch werden, so einige Studien, jedoch nur noch mehr Menschen in der Region radikalisiert. Man kann nicht erwarten, dass jene Menschen die durch solche Drohnenangriffe nahe Angehörige verloren haben, überhaupt noch positive Gefühle für die USA und den Westen entwickeln können. Ganz im Gegenteil: Nicht wenige dieser Menschen schließen sich aus Gründen der Rache den extremistischen Organisationen an, um den Tod von Familienmitgliedern und Freunden nicht ungesühnt zu lassen.

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2 thoughts on “Afghanistans Expräsident Karzai: „Radikalismus ist nicht verschwunden, er hat zugenommen“”

  1. Ja was hat man erwartet ? Merkt IHR nicht dass Kultur in Afghanistan einfach INKULTUR ist ? Was hat man nach 2 Kriege erwartet ? Dass die wilde Menschen dort anfangen Dichte zu werden ? NIE IM LEBEN vor allem wenn wir hier über FANATISMUS reden und zware religiöse fanatismus das ist das schlimmste auf der ERDE was es gibt, Menschen die wie ROBOTEN reagieren. Die amis haben sie getötet und die Menschen dort werden noch fanatischer sein als vorher, Normalerweise würde jeder so reagieren wenn seine Familie grundlos getötet wird, das haben auch die Russen versucht und hat es nichts gebracht aber die amis haben sich damals auch eingemischt genau so erfolglos aber sie haben ein Monster geschafft mit dem SIE alles amis gekämpft haben… wenn idie amis inteligenter wären, hätten die gewusst dass man nichts dort zu suchen habe, weil das nur der Resultat der amis Politik ist also man kämpfte gegen ein Freund der usa… wie feingling muss man sein um gegen FREUNDE zu kämpfen ? Das ist auch ganz billig also die amis sind nicht besser als die afgahner. kasai der ARSCH soll wegen Verrat gehängt werden mit Sicherheit, es ist eine Frage de zeit bis SIE ihn finden und hängen, so machen die afghanen mit VERRÄTER… Die MOHN PRODUKTION ist fertig und jetzt sind die amis und engländer weg, die ENGLÄNDER die ständig die MOHNFELDER GESCHÜTZT UND GEPFLEGT HABEN für das königsreich und königin… WIE DUMM SIND DIE MENSCHEN DIE IN KRIGE GEHEN für politiker ??? Liber TOD als unschuldige Menschen zu töten vor allem für politische INTERESSE !!!

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