Sigmar Gabriel. Bild: Flickr / SPD Schleswig-Holstein CC-BY 2.0

In Sachen Russland-Sanktionen scheint der deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel erkannt zu haben, dass diese schlussendlich völlig kontraproduktiv sind. Gegenüber der "Bild am Sonntag" warnte er davor, Russland durch Wirtschaftssanktionen zu destabilisieren. Wer das möchte, der "provoziert eine noch viel gefährlichere Lage für uns alle in Europa", so Gabriel.

Von Marco Maier

"Die bislang beschlossenen Sanktionen sollten Russland nur zurück an den Verhandlungstisch bringen", so der Vizekanzler zu den Vorstellungen, die ihn zur Zustimmung zu den Sanktionen bewogen hatten. "Diejenigen, die Russland jetzt wirtschaftlich und politisch noch mehr destabilisieren wollen, verfolgen ganz andere Interessen. Manche davon sitzen in Europa, andere in den USA und wollen den alten Supermacht-Rivalen endgültig am Boden sehen. Das ist nicht das deutsche und das europäische Interesse." Gabriel fügte hinzu: "Wir wollen helfen, den Konflikt in der Ukraine zu lösen. Aber nicht, Russland auf die Knie zu zwingen."

Der Vizekanzler warnte vor weitreichenden Konsequenzen einer Isolation Moskaus. "Wenn Russland als Partner dauerhaft ausfällt, beispielsweise im Irak im Kampf gegen ISIS, in Syrien bei den Bemühungen zur Beendigung des Bürgerkriegs, im Iran bei den Verhandlungen über das Atomprogramm, wird die Situation für die ganze Welt brandgefährlich." Er scheint erkannt zu haben, dass Moskau angesichts der guten Beziehungen in Teheran und Damaskus ein wichtiger Partner zur Stabilisierung der Region wäre.

Gabriel wünschte sich, Russlands Präsident Putin könne bereits beim kommenden G8-Gipfel in Deutschland in diesem Jahr wieder mit von der Partie sein. "Es wäre für die Welt gut, wir hätten bis dahin im Ukraine-Konflikt so große Fortschritte erzielt, dass sich auch die großen acht Staaten der Weltwirtschaft wieder treffen können. Denn die internationalen Krisen würden die Weltgemeinschaft am meisten bedrohen. Eigentlich sollen die Gespräche auf den G-8-Treffen Krisen verhindern oder lösen. Und gerade jetzt wären Gespräche so wichtig." Er habe da jedoch kaum Hoffnung.

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Es zeigt sich damit immer mehr, dass auch in Deutschland die Sanktionsfront gegen Russland zu bröckeln beginnt. Während Angela Merkel und ihre CDU sich weiterhin kompromisslos geben, melden sich vor allem beim Regierungspartner SPD immer mehr kritische Stimmen. Auch die Opposition ist diesbezüglich gespalten. So avancierten die Grünen zunehmend zur transatlantischen Kriegspartei, die für schärfere Sanktionen eintritt, während die Linke vorwiegend russlandfreundlich agiert.

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7 KOMMENTARE

  1. Ein solch saudummes Geschwätz kann nur von einem unfähigen Politiker kommen. Putin hat oft genug dem Westen versucht die Hand zu reichen. Jetzt da Ihr Dummbacken endlich bemerkt, dass Ihr mit Eueren Sanktionen nichts erreicht und nur dem eigenen Land schadet würdet Ihr Vollpfosten den Spies gerne umdrehen. Putin hat sich gezwungenermaßen nach anderen Partnern umgesehen und gefunden. Russland ist kein solcher Wendehals wie die USA, ich bin überzeugt, Russland steht zu den Abmachungen mit Iran, sowie den Brics-Staaten. Für Mercedes, ADIDAS, BMW, MAN, VW usw. wird der russische Markt wohl verloren sein, denn Russland kann auch Autos und Sportschuhe herstellen, das werden uns die Russen sehr bald beweisen. Wenn Ihr Vollpfosten meint Russland aushungern zu können, dan schaut mal auf eine Karte, wie groß Russland ist und wieviele Lebensmittel dort wachsen können. Außerdem werden die benötigten Artiken künftig von den Amys, die Euch zu Sanktionen genötigt haben, geliefert. So lieb sind Eure Freunde zu Europa. 

  2. Trump mag Merkel nicht ! Jetzt braucht die Deutsche Politik einen neuen Rockzipfel an den sie sich klammern möchte. Wird es China sein oder Russland ?

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