Kurz nach dem Tod des Saudi-Arabischen Königs Abdullah bringt WikiLeaks über die sozialen Medien vermehrt Dokumente zum Vorschein, die die amerikanische Sicht der Dinge beschreibt. Dabei kommen neben politischen Zielen und Interessen auch pikante Details zum Vorschein.

Von Christian Lenhart

Zugegeben – die Dokumente sind nicht unbedingt alle sehr neu. Allerdings sind sie anlässlich der politischen Brisanz um den Tod des Königs von Saudi-Arabien ziemlich aktuell. Die Tatsache, dass der König de facto ein Regime führte, welches selbst manchmal der westlichen Wertegemeinschaft zu bedenklich erscheint, ist nichts unbekanntes. Auch die Verbindungen zwischen Al-Quaida und dem Staat Saudi-Arabien haben wurden in zahlreichen Publikationen dokumentiert.

 

 

Auch aus den Dokumenten geht letztlich hervor, dass Saudi-Arabien aktiv den Jihad unterstützte und diesen auch legitimiert. Während hierzulande auch das Schreckgespenst Islam durch Charlie Hebdo in den Medien kursiert und die Bürger sich bei diesem Thema mehr oder weniger spalten, ist es doch erstaunlich, weshalb ausgerechnet der Westen so eng mit diesem Staat befreundet ist. Unten ein Auszug aus einem der Dokumente.jihad

Das vollständige Dokument ist auf WikiLeaks abrufbar.

Inwieweit sich nach dem Tod Abdullahs die internationalen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Westen sich entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls waren den Vereinigten Staaten die Machenschaften des Staates auf internationaler Ebene längst bekannt, was nicht nur die Dokumente der US-Botschafter-Depeschen, die im Jargon auch Kabel (engl. Cable) genannt werden, was auf die Tiefseekabel im letzten Jahrhundert anspielt.

Ebenfalls interessant ist dieses Dokument, welches darauf hinweist, dass die Saudis unter Abdullah den internationalen Terrorismus um 100 Millionen Euro gepusht haben. Dieses Dokument ist eine Depesche aus Riad.

terrorNun denken viele Religionskritiker, dass in Saudi-Arabien alles verpönt wäre, was Spaß machen tut. Dabei hat es aus Sicht der Amerikanischen Dienste es ganz schön in sich, was das Nachtleben und der Umgang mit käuflichem Sex betrifft. Neben den vielen Dokumenten die aus der Botschaft Saudi-Arabiens stammen, wird auch auf das Nachtleben hingewiesen.

Saudi-ProstituteAbrufbar bei WikiLeaks. Das Dokument stammt aus dem Jahre 2009 und fasst die Beziehungen zwischen USA und Saudi-Arabien mitunter zusammen. Doch nicht nur die internationalen Beziehungen zwische den beiden Staaten findet man auf WikiLeaks, sondern auch solche pikanten Details, die wohl mehr vom Boulevard aufgegriffen werden dürften.

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Das Dokument ist auf diesem Link abrufbar und stammt ebenfalls aus der Botschaft in Riadh. Der König von Saudi-Arabien soll demzufolge ein „starker Raucher“ und „Viagra“-Konsument sein, um seine Libido zu stimulieren.

Auf WikiLeaks befinden sich weiters auch Dokumente, die sich mit dem Thronfolger befassen. Wer sich darüber informieren möchte, der sollte auf WikiLeaks folgendes eingeben.

salmanWie und woher diese Dokumente stammen bleibt allerdings unbekannt. Der Fall des Gonzo-Journalisten Barrett Brown, der nun weitere 63 Monate für das Weitergeben von Informationen im Gefängnis sitzen muss, zeigen wie wichtig es ist, dass die Quellen bestmöglich geschützt werden müssen.

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5 KOMMENTARE

  1. Für Englisch-Unkundige, nicht Sprachen-Genies wäre eine kurze Übersetzung der ausgewählten Passagen sehr hilfreich. Auch eine Übersetzung durch das Internet ist etwas "desaströs" und spiegelt nicht wirklich den tatsächlichen Inhalt wieder.

  2. Wie schon erwähnt, die Veröffentlichungen sind keine wirklichen Neuigkeiten. Aber es ist immer gut, wenn man auch die Hinterhältigkeiten der Saudis schwarz auf weiss nachweisen kann.

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