Dass Russlands oppositionelle Kräfte mit Geldern aus den westlichen Staaten unterstützt werden, ist längst kein Geheimnis mehr. Der Fall Nawalny zeigt dies auf. Er lebt von US-Geldern. Aber auch der aktuelle Fall um den Mord des "russischen Dissidenten" und MI6-Agenten Alexander Litwinenko zeigt die engen Verknüpfungen auf. Die politische Destabilisierung des Landes erfolgt via Sanktionen von außen und mittels bezahlten Unruhestiftern von innen.

Von Marco Maier

Russlands Präsident Putin ist für die Regierungen der USA und vieler EU-Staaten ein unliebsames Hindernis, zumal er den westlichen Konzernen den Zugriff auf die schier unermesslichen Rohstoffreichtümer des größten Landes der Erde verwehrt. Umso weniger verwunderlich ist es, dass oppositionelle Kräfte innerhalb Russlands nicht nur von westlichen Organisationen finanziell unterstützt werden, sondern auch noch immer wieder im Sold von Geheimdiensten stehen.

Alexej Nawalny beispielsweise, der erst kürzlich wegen Korruption zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, finanzierte seinen Wahlkampf für den Posten des Moskauer Bürgermeisters vor allem mit Geldern die aus dem Ausland überwiesen wurden. Auch seine rund 10.000 Dollar pro Monat kostende Wohnung in Moskau kann er nur mit Hilfe ausländischer Geldgeber finanzieren. Kein Wunder also, dass die europäische Presse über seine radikal-nationalistischen Aussagen der jüngsten Zeit hinwegsieht und ihn als "Demokraten" und als "Dissidenten" feiert.

Ebenso zeigt sich der westliche Zynismus hinsichtlich des Mordes am MI6-Agenten Alexander Litwinenko, der gleichzeitig als "russischer Dissident" bezeichnet wird. Wie kann man Agenten ausländischer Geheimdienste auch noch so bezeichnen? Wäre ein US-amerikanischer Oppositioneller, der das oligarchische Politsystem der USA anprangert und gleichzeitig Agent des FSB oder des chinesischen Auslandsgeheimdienst ist, auch ein wirklicher Oppositioneller und Dissident? Wohl kaum.

Allerdings zeigt sich in Folge der jüngsten Ereignisse, dass der Westen ein großes Interesse daran besitzt, politische Marionetten in Russland an die Macht zu bringen. Die Finanzierung einer sogenannten Opposition und die Infiltrierung der russischen Politik mit Geheimdienstmitarbeitern soll aus dem unabhängigen Russland einen Marionettenstaat machen – und das Land wie schon zu Zeiten Präsident Jelzins der gierigen Meute von Westkonzernen zum Fraß vorwerfen. Ganz zu schweigen vom Stimmgewicht Russlands im UN-Sicherheitsrat.

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Es lohnt sich auf jeden Fall, die sogenannten Dissidenten in Russland unter die Lupe zu nehmen. Nicht nur hinsichtlich ihrer politischen Forderungen, sondern vor allem in Bezug auf ihre Finanzierung. Wer im Dienste ausländischer Organisationen oder Geheimdienste steht, kann nicht gleichzeitig auch das Beste für das eigene Land wollen. Umso gefährlicher ist es, wenn diese Leute im Falle eines politischen Umsturzes tatsächlich in wichtige politische Ämter kommen. Doch genau darauf arbeitet man im Westen hin, indem man Russland mit Sanktionen belegt und gleichzeitig innenpolitisch für Unruhe sorgt.

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6 thoughts on “Umsturzpläne: Ist Russlands Opposition ein Tummelplatz für West-Agenten?”

  1. Putin muß sich endlich in einen Stalin verwandeln und das ganze Gesindel in den Gulag bringen. Sibirien ist groß genug, weg mit diesem US hörigen Verbrechergesindel

  2. Traurig, dass man diesen Zustand schon als normal bezeichnen könnte. Denn wenn selbst in Deutschland schon erwiesenerweise Funktionäre Mitarbeiter "befreundeter Geheimdienste" waren oder noch sind, dann doch in der politischen Gegenseite erst recht. Wundern müßte man ich darüber nicht …

  3. Vorsicht mit dem Wunsche nach einem neuen Stalin!

    Ein Hitler in D und ein Stalin in RU sollten für 1000 Jahre reichen.

    Hart muss er allerdings sein, Putin, und das russische Volk auch.

    Wie er das Ganze bisher gemanagt hat, ist doch ganz gut, oder?

    Hoffe jedenfalls, dass das in dieser Qualität so weiter geht, dient letzten Endes auch

    dem Frieden in Europa. Wenn allerdings die Tollwut auf der Gegenseite arg zunimmt, ja

    dann …., wie war das mit dem harten Keil?

    Sehe aber Licht am Tunnelende, wenn sogar der Michel aufwacht. Die korrumpierte Politik

    in der EU macht doch laufend Fehler, auch in zunehmender Schwere, die Einschläge kommen immer näher. 

     

     

  4. Wladimir Jazina, 51, Fotograf bei der russischen ITAR-TASS, war am 19. Juli 1999 von tschetschenischen Milizangehörigen entführt worden und wurde nach Aussage zweier früherer Geiseln am 20. Februar 2000 ermordet.

    Aleksander Jefremow, 41, Fotokorrespondent der westsibirischen Zeitung Nasche Wremja, wurde am 12. Mai 2000 in Tschetschenien Opfer eines Anschlags von Rebellen. Jefremow war als Begleiter in einem Militärfahrzeug unterwegs.

    Igor Domnikow, 41, von der Nowaja Gaseta wurde am 12. Mai 2000 in Moskau vor dem Eingang des Hauses, in dem er wohnte, bewusstlos geschlagen und starb zwei Monate später im Krankenhaus, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

    Sergei Nowikow, 36, von Radio Wesna wurde am 26. Juli 2000 in Smolensk durch vier Schüsse im Aufgang des Hauses getötet, in dem er wohnte. Nowikow war Eigentümer des unabhängigen Senders, der die Provinzregierung kritisierte. Drei Tage zuvor hatte er an einer Fernsehdiskussion über Korruption im Amt des Stellvertretenden Gouverneurs teilgenommen.

    Iskandar Chatlonij, 45, von Radio Free Europe/Radio Liberty wurde am 21. September 2000 in Moskau ermordet. Chatlonij war Mitarbeiter des tadschikischen Service von RFE/RL; er beschäftigte sich mit Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien.

    Sergei Iwanow, 30, Leiter von Lada-TV, einem einflussreichen lokalen Fernsehsender, wurde am 3. Oktober 2000 in Togliatti ermordet. Iwanow starb vor seinem Wohnhaus durch fünf Schüsse in Kopf und Brust.[28]

    Sergei Loginow, Chefredakteur von Lada-TV, wird drei Wochen später, am 28. Oktober 2000, bewusstlos aufgefunden. In Medienberichten wird der Fall als Mord aufgeführt, die russischen Behörden sprechen von einem Unfall.[29][30]

    Adam Tepsurgajew, 24, Kameramann für Reuters, wurde am 21. November 2000 vor dem Haus seines Nachbarn in Alchan-Kala in Tschetschenien erschossen. Er drehte Aufnahmen aus dem Kampfgebiet. Während des Ersten Tschetschenienkrieges (1994-1996) arbeitete er als Assistent für ausländische Journalisten.

    2001

    Eduard Markewitsch, 29, Herausgeber der Novi Reft starb am 18. September 2001 in Reftinski in der Oblast Swerdlowskdurch einen Schuss in den Rücken. Seine Lokalzeitung kritisierte örtliche Amtsträger.

    2002

    Natalja Skryl, 29, von der Zeitung Nasche Wremja wurde am 9. März 2002 in Taganrog erschlagen. Skryl hatte als Wirtschaftsreporterin in Rostow am Don über den Kampf um die Kontrolle eines metallurgischen Kombinates berichtet. Laut Angaben des CPJ war ihr Körper so verstümmelt, dass ihr Vater die Leiche nicht identifizieren konnte.[31]

    Waleri Iwanow von der Toljattinskoje Obosrenije wurde am 29. April 2002 in Togliatti aus kurzer Distanz durch acht Schüsse in den Kopf getötet. Er war Chefredakteur der Wochenzeitschrift, die über Kriminalität und Korruption berichtete.

    2003

    Dmitri Schwez von TV-21 wurde am 18. April 2003 in Murmansk vor dem Gebäude seines Senders durch mehrere Schüsse getötet. Er war stellvertretender Generaldirektor des lokalen Fernsehsenders. Dieser hatte nach kritischen Berichten über Politiker mehrere Drohungen erhalten.

    Juri Schtschekotschichin, 53, Chefredakteur der Nowaja Gaseta kam am 3. Juli 2003 in Moskau unter nicht geklärten Umständen ums Leben.

    Alexei Sidorow, Iwanows Nachfolger als Chefredakteur der Toljattinskoje Obosrenije, wurde am 9. Oktober 2003 von einem Unbekannten überfallen und mit einem spitzen Gegenstand niedergestochen.

    2004

    Jelena Tregubowa, 35, die in ihrem Buch Die Mutanten des Kreml Putins Medienpolitik kritisiert, überlebte im Februar 2004 einen Bombenanschlag. Die Moskauer Miliz wertete den Vorgang als „schweres Rowdytum“ beziehungsweise den Versuch eines „schweren Diebstahls“ und erklärte, es bestehe kein Grund an einen politisch motivierten Anschlag zu glauben.

    Paul Klebnikov, 41, von der russischen Ausgabe der Zeitschrift Forbes starb am 9. Juli 2004 in Moskau durch mehrere Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto vor dem Redaktionsbüro. Die Zeitschrift hatte über das Treiben der russischen Milliardäre berichtet.

    2005

    Magomedsagid Warisow von der Wochenzeitung Nowoje Delo starb, nachdem sein Wagen bei der Heimkehr unter Maschinengewehrfeuer genommen wurde, am 28. Juli 2005 in Machatschkala in Dagestan. Er hatte regelmäßig führende dagestanische Politiker kritisiert.

    2006

    Ilja Simin, 33, Reporter der Fernsehstation NTW, wurde am 26. Februar 2006 in seiner Moskauer Wohnung erschlagen aufgefunden. Ob die Tat einen politischen Hintergrund hat, konnte nicht aufgeklärt werden.

    Jewgeni Gerassimenko, Redakteur des Saratowski Rasklad, einer unabhängigen Wochenzeitung aus Saratow, recherchierte über Wirtschaftskorruption. Er wurde am 26. Juli 2006 mit einer Plastiktüte über dem Kopf erstickt. Die Tat soll von einem 39-jährigen Obdachlosen verübt worden sein. Das Gericht sprach in seinem Urteil von einem Raubmord.

    Anna Politkowskaja, 48, von der Nowaja Gaseta wurde am 7. Oktober 2006 in ihrem Wohnhaus in Moskau erschossen.

    Anatoli Woronin, 55, Wirtschaftschef der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, wurde am 16. Oktober 2006 in Moskau ermordet. Sein Fahrer hat Woronin erstochen in seiner Wohnung aufgefunden.[32]

    2007

    Iwan Safronow, 51, Militär-Journalist, kommt bei einem Fenstersturz ums Leben. „Iwan Safronow hat heiße Themen angepackt, aber er war kein Oppositioneller“, äußerte sich der Sprecher des Raumfahrtkonzerns EADS, Gregor von Kursell, gegenüber den Medien. Die russische Justiz nahm die Ermittlungen nach Paragraph 110 („Herbeiführung eines Selbstmordes“) auf.[33]

    2008

    Iljas Schurpajew, 32, Reporter des staatlichen Fernsehsenders Perwy kanal (Erster Kanal), wurde am 21. März 2008 in seiner Wohnung niedergestochen und mit einem Gürtel erdrosselt. Er hatte vor allem aus der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus berichtet.

    Gadschi Abaschilow, 58, der Chef des dagestanischen Zweigs der WGTRK (Allrussische staatliche Fernseh- und Radiogesellschaft), wurde am 21. März 2008 vor einem Geschäft in der Hauptstadt Machatschkala erschossen.

    Magomed Jewlojew, 37, Betreiber der Nachrichtenwebsite Ingushetiya.ru, starb am 31. August 2008 an den Folgen eines Kopfschusses, der ihm in Polizeigewahrsam zugefügt worden war. Jewlojew war auf dem Flughafen der inguschetischen Hauptstadt Magas festgenommen worden, nachdem er gemeinsam mit dem inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikowangekommen war. Während des Fluges soll es zu einem heftigen Streit zwischen beiden gekommen sein.

    Michail Beketow, 50, Lokaljournalist aus Chimki, wurde Mitte November 2008 von Unbekannten auf seinem eigenen Grundstück so schwer verletzt, dass er wegen Hirnverletzungen kaum sprechen konnte, ein Unterschenkel und 4 Finger mussten amputiert werden. Er hatte über die illegale Vermarktung von Waldgrundstücken im Speckgürtel von Moskau berichtet.[34][35][36] Er starb 55-jährig am 8. April 2013.

    2009

    Anastassija Baburowa, 25, freie Mitarbeiterin der Nowaja Gaseta, wurde am 19. Januar 2009 im Anschluss an eine Pressekonferenz zusammen mit dem Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow in Moskau auf offener Straße erschossen. Baburowa sprach mit dem Anwalt, da er unter anderem Michail Beketow und die Familie von Elsa Kungajewa vertrat.

    Natalja Estemirowa, 50, russische Historikern, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin wurde am 15. Juli in Grosnyentführt und am Abend des gleichen Tages ermordet aufgefunden.

    Malik Achmedilow, dagestanischer Journalist der in awarischer Sprache erscheinenden Zeitung „Chakikat“, wurde am 11. August erschossen aufgefunden.

    2011

    Gadschimurad Kamalow, dagestanischer Journalist und Herausgeber der Zeitung Tschernowik, wurde am 15. November vor dem Redaktionshaus der Zeitung erschossen.

    2013

    Achmednabi Achmednabijew, 53, dagestanischer Journalist der Wochenzeitung Nowoje Delo, wurde am 9. Juli vor seinem Haus erschossen.

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