Eine AK-47. Bild: Flickr / brian.ch CC-BY 2.0

Während die transatlantischen Netzwerke versuchen, die Europäische Union auf Sanktionskurs gegen Russland zu halten, geht man in den USA eben kreativere Wege um diese zu umgehen. Die Russian Weapon Company (RWC) sucht nun nach einem amerikanischen Produktionsstandort für die weltbekannten Kalaschnikow-Sturmgewehre.

Von Marco Maier

Schon die Nachricht, dass der Handel zwischen den USA und Russland im Gegensatz zu jenem der EU mit dem östlichen Nachbarn trotz der Sanktionen nicht gelitten hat, erstaunte. Nun kommt wohl der nächste Schlag für die Europäer, die nur allzu willig den Instruktionen aus Washington Folge leisteten: die in den USA ansäßige Russian Weapon Company (RWC) sucht nach einem amerikanischen Produktionsstandort, um dort Kalaschnikow-Sturmgewehre für den internationalen und den US-amerikanischen Markt herzustellen.

Die RWC unterzeichnete erst im Frühjahr 2014 einen Exklusivvertrag mit dem Lizenzgeber Kalaschnikow, wonach das Unternehmen 200.000 in Russland produzierte Sturmgewehre in den USA und Kanada verkaufen darf. Angesichts der Sanktionen gegen Russland, wonach RWC keine geschäftlichen Kontakte mehr mit dem Land halten darf, können die bereits gelieferten Exemplare zwar noch verkauft, jedoch keine neuen Waffen aus Russland nachbestellt werden.

Umso wichtiger scheint nun die Produktion in den USA selbst zu werden, zumal die Nachfrage nach dem russischen Gewehr nach wie vor hoch ist und nach den Sanktionsankündigungen die Bestellungen geradezu explodierten. Wie die Washington Post berichtete, kauften einige Kunden gleich acht bis zehn Kalaschnikows, die ab etwa 1.000 Dollar zu haben sind.

Allerdings zeigt dieses Vorgehen auch, dass die Sanktionen umgangen werden können, wenn dies einigen findigen Unternehmern hilft. Dabei zeigt es sich jedoch, dass dadurch wieder einmal vor allem die USA davon profitieren, während die Europäer hauptsächlich die negativen Auswirkungen zu tragen haben. Umso wichtiger wäre es, die ganze Sanktionsspirale der letzten Monate langsam wieder zurückzudrehen, bevor der Schaden für die europäische Wirtschaft irreparabel geworden ist. Denn Russland kann sich auch anderweitig umsehen, wie die Kooperationen im Rahmen der BRICS-Staaten und diversen bilateralen Abkommen zeigen.

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1 KOMMENTAR

  1. Als russe würde ich dem neuen Klassenfeind usa keine AK's verkaufen – egal

    wie hoch der Profit ist! Nachher inszenieren die amerikaner sicher wieder

    einige Amokläufe an Schulen und es heisst dann "sehet her, die Russen

    töten unsere Kinder".

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