Ständig hieß es, dass der damalige Präsident Janukowitsch den Sicherheitskräften den Schießbefehl erteilt habe und die ersten Toten auf dem Maidan-Platz auf das Konto der Polizei gingen. Nun berichtet die ukrainische Zeitung "Segodnya" darüber, dass die Untersuchungen andere Täter vermuten lassen. Die Schüsse sollen von Maidan-Aktivisten abgefeuert worden sein.

Von Marco Maier

Wie die Zeitung Segodnya berichtet, wurden der 20-jährige Sergej Nigoyan und der 25-jährige Weißrusse Michail Schisnewsky nicht durch Polizeiwaffen, sondern durch Schüsse aus einem Jagdgewehr getötet. Diese beiden jungen Männer waren während der Demonstrationen die zum Putsch führten, die ersten Toten auf dem Maidan-Platz. Damit wird auch klar, dass diese beiden Männer zum Opfer eines Komplotts der nationalistischen Opposition wurden, die durch diese Taten eine Eskalation herbeiführen wollten.

Ein solcher PR-Coup sollte einerseits die Massen gegen die Polizei aufbringen und damit den Umsturz beschleunigen, andererseits diente er auch der Westpresse als Aufhänger für Meldungen, wonach Janukowitsch seine Sicherheitskräfte auf das Volk schießen lassen würde. Der Umstand, dass der damalige Präsident die Sicherheitskräfte mit Gummigeschossen ausstatten ließ, um möglichst Todesopfer zu vermeiden, interessierte schon damals niemanden.

Nun wird sich zeigen müssen, ob die ukrainische Zeitung nach dem aufdecken des Skandals – der damit auch die Euromaidan-Führer belastet – überhaupt noch lange existieren wird. Nachdem die Pressefreiheit in dem osteuropäischen Land ohnehin schon massiv eingeschränkt wurde, kann jeder regierungskritische Artikel schon massive Konsequenzen nach sich ziehen.

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5 KOMMENTARE

  1. Natürlich wird die faschistische Nato, es gibt keine nettte Mutti, alles versuchen die Wahrheit zu vertuschen. Wie sagte Brecht: wenn Recht zu Unrecht wird, ist Widerstand Pflicht".

  2. Hallo,

    von solchen Artikeln am Besten immer gleich screenshot machen.

    Auf der Seite der Zeitung ist der Artikel schon verschwunden.

    Bei google cache war er noch drin.

     

    • Den Screenshoot hätte man gerne veröffentlichen können, oder/und auch den Link zum Google Cache. Weiß ganz ehrlich gesagt nicht, wonach ich googeln soll, weil ich ukrainisch nicht sonderlich gut kann.

      Apropos ukrainisch: Der Link im Artikel lies sich von „russisch“ besser nach deutsch übersetzen als von „ukrainisch“ (liegt auch vlt. daran, dass ich gerade erst die 1. Tasse Kaffee vor mir habe)

      Was mir bei dem Link aufgefallen ist, ist das Foto. Ich bilde mir ein (obwohl es ja nicht sein kann) dass die Visage von diesem Jazenjuk zu erkennen ist *reibe mir die Augen* Die Mundhaltung von Jazenjuk ist genau so einzigartig-dämlich-kaputt wie bei George W. Bush.
      http://s28.postimg.org/8cfw8i1lp/Jazenjuk.jpg

  3. Ich habe das Geschehen während und nach dem Maidan (Feb. 2014) kurz zusammengefasst.

    Redaktionell sicher nicht perfekt, aber ich wollte einfach ein paar Fakten zusammenschreiben. Weil mir das keine Ruhe lies, denn ich saß in der Nacht, als Kiew brannte, vor dem PC. Stundenlang war ich nicht in der Lage, meine Augen vom Bildschirm zu nehmen. Hinter mir die Angestellten meines Bruders, die ebenso ungläubig geblickt haben.

    Laute Rockmusik, vom Feuer knallrote Kulisse, und Menschen sprangen brennend aus den Fenstern: Das war die angebliche „friedliche Demonstration“ des Boxers Klitschko. Und noch nie habe ich so lange gebraucht, um den Bildschirm hell zu machen, weil die Live Streams in ganz Europa blockiert waren. Alle (mir) bekannten Proxies machten den Bildschirm nicht hell, bis ich nach gut 1h einen ukrainischen fand. Da ging der Stream und wir sahen den Grund, warum das Geschehen niemand sehen sollte…..sowas schlimmes habe ich noch nie gesehen. Das eigentlich verstörende der brennenden und sterbenden Menschen war die Musik-Kulisse, vor der das alles statt fand.

    http://www.maidan2014.pen.io/

    Ach ja, die Verwundeten im Gewerkschaftshaus sollen, nachdem sie in Kleintransportern ohne Kennzeichen abgeholt worden sind, auch in Krematorien verbrannt worden sein. Scheint so üblich zu sein in der Ukraine, um spuren zu verwischen. Und statt ein paar Dutzend sollen es über 800 gewesen sein, die starben oder verschwanden (was dasselbe sein dürfte). Und das Wort „die Verwundeten“ sollte man sich genau durchlesen: Ich schrieb nicht von „die Getöteten“ …. weiterer Kommentar ist wohl überflüssig.

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