Kirche des Heiligen Antons von Padua in Istanbul. Bild: Flickr / Natalie Sayin CC-BY 2.0

Was unter den laizistischen Regierungen der Vergangenheit nicht möglich war, klappt nun unter der islamisch-konservativen AKP-Regierung: zum ersten Mal seit der Gründung der türkischen Republik im Jahr 1923 wurde der Bau einer christlichen Kirche genehmigt.

Von Marco Maier

Der Vorwurf der Islamkritiker in Europa, mit dem sie den Bau von Moscheen zu verhindern versuchten, dürfte wohl nicht mehr greifen. Ausgerechnet die vielgescholtene islamisch-konservative Regierung der Türkei erlaubt den Bau einer christlichen Kirche in Istanbul. Das Gotteshaus der syrischen Christen soll auf städtischem Boden im Istanbuler Stadtteil Yesilköy auf europäischer Seite am Marmarameer erreichtet werden.

Bisher wurden in der türkischen Republik lediglich Sanierungen oder Wiedereröffnungen früher geschlossener Kirchen erlaubt. Neubauten erhielten bis dato keine Genehmigungen. Als Grund galt oftmals der Umstand, dass etwa 99 Prozent der türkischen Bevölkerung sunnitische Muslime seien und die Kirchen nicht benötigt würden. Für die rund 20.000 Mitglieder zählenden Kirchen der syrischen Katholiken und Orthodoxen ist dies nun ein Meilenstein in Sachen Anerkennung als religiöse Minderheit.

In der Vergangenheit gab es immer wieder vereinzelte Übergriffe auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Auch wurde der AKP-Regierung vorgeworfen, das seit Atatürk eher laizistisch orientierte Land "islamisieren" zu wollen. Nun zeigt es sich, dass die Regierung von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu durchaus ein Interesse daran haben könnte, religiöse Toleranz zu üben.

Loading...
Loading...

5 KOMMENTARE

  1. Na, dann wollen wir mal vorsichtig optimistisch werden. Ich hoffe, dass dies nicht die einzige christliche Kirche sein wird, die gebaut werden soll; gemessen an der Zahl der Moscheen im Abendland?!

    • Bevor Sie das Geschrei und das Kopfabschneiden der Muslime ermordenden US-geführten wahhabitischen Diktatoren und NATO-Lohnterroristen mit dem Islam verwechseln, bevor Sie antiislamische Propaganda glauben, bedenken Sie, wer Sie davon ablenken möchte, dass Ihnen nach wie vor die privaten Schulden der Bankenbesitzer aufgehalst werden, die jetzt durch Sozialabbau, Diebstahl ihrer Ersparnisse, Privatisierung genannte Verschleuderung Ihrer Lebensgrundlagen und immer höhere mit Steuern bezahlte Zinsen, die Zukunft des "Abendlandes" auffressen, bis wieder Hilflosigkeit spielende, in Wahrheit die Krise absichtlich verschärfende Politiker, sich anschließend ins transatlantische Ausland absetzen, bis wieder die Abstiegsangst so groß ist, dass wieder Menschen als Sündenböcke gejagt werden, bis wieder nach einem Führer gerufen wird, dem, kaum an der Macht, die Bankenkredite sprudeln, weil nun Kanonen und Bomben gebaut werden und nach kurzer Scheinblüte, am Ende nur der sofortige Untergang oder ein erneuter, das "Abendland" diesmal ganz sicher restlos zerstörender Krieg gegen Russland übrig bleiben soll.

       

  2. Eine christliche Kirche wird in dem Moment zur Moschee, in der dort Moslems "beten".

    Erst vor wenigen Jahren wurden in der Türkei gleich mehrere christliche Priester bestialisch ermordet; zu einer Strafverfolgung kam es nicht (guggst du hier: http://youtu.be/fPdbKWenlI8).

    Wenn die Türkei also so tut, als wenn sie ab sofort ein Relikt aus den Hochzeiten der "Ungläubigen" duldet, so ist das schlicht Taqiyya, also Täuschung. 

    Insbesondere wird uns ja auch gar nicht erst weiß gemacht, dass die Türkei christliche Gemeinden auf ihrem Staatsgebiet dulden oder gar fördern würde, denn die sind durch Vertreibung bzw. Ermordung der Anhänger nahezu komplett ausgelöscht.

    In keinem einzigen islamisschen Staat kann und darf es Religionsfreiheit geben; dies widerspräche zutieft dem Koran, dessen Verfasser behaupten, dass gerade dieser die alleinige Wahrheit verkünde und dessen "Werte" weltweit mit Feuer und Schwert zu verbreiten sind (Djihad: Koran-Befehl zur Verfolgung, Unterwerfung und Ermordung aller "Ungläubigen").

    Auch ist der Völkermord an den Armeniern (Christen) und dessen offizielle Leugnung durch das sunnitische Regime bis heute Bestandteil der türkischen Staatsdoktrin; jeder, der die öffentliche Geschichtsschreibung in Zweifel zieht, muss mit jahrelangem, brutalstem Gefängnisaufenthalt mit geringsten Überlebenschancen rechnen.

  3. Alles nur Augenwischerei…. die Kirchen dort sind mit unzähligen Stacheldrahtzäunen und Kameras umzingelt ,bullen stehen immer an den Eingängen. Wo sieht man bei uns sowas?! Welche kirche oder moschee ist so ausgestattet!? Die leute haben angst in die kirche zu gehen , die angst wenn man betet erschossen zu werden. Die wollen nur vor der welt gut dastehen ….heuchler.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here