Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis. Bild: http://cluborlov.blogspot.co.at/

Weil die neue griechische Regierung nicht mehr mit den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber kooperieren will, wurde die Zusammenarbeit beendet. In Athen will man sich nicht mehr dem Diktat der Troika beugen und geht auf Konfrontationskurs. Die Spiele haben begonnen!

Von Marco Maier

Trotz der Nähe des neuen griechischen Finanzministers zur City of London, legt sich die neue griechische Regierung schon in der ersten Woche nach der Wahl mit der Troika an, die das Land in den letzten Jahren in eine fatale wirtschaftliche und finanzielle Lage drängte. Nach einem Treffen mit dem Chef der Eurogruppe und früheren EZB-Direktor Jeroen Dijsselbloem in Athen verkündete der neue griechische Finanzminister, Yanis Varoufakis, dass Griechenland künftig nicht mehr mit den Troika-Kontrolleuren zusammenarbeiten werde. "Unser Land weigert sich, mit der Troika zu kooperieren", so Varoufakis heute in Athen.

Damit spricht der Finanzminister vielen Griechen aus dem Herzen, zumal sie die Spardiktate und Pseudo-Rettungspakete als Bevormundung und Unterjochung empfinden. Die Troika besteht aus der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds. Sie haben im Zuge der Umstrukturierung der griechischen Schulden diese sozusagen sozialisiert. Hielten private und institutionelle Anleger noch vor der Krise den Großteil der griechischen Verbindlichkeiten, so schuldet Griechenland nun vor allem den Troika-Mitgliedern das Geld.

Dijsselbloem forderte hingegen die griechische Regierung auf, ihre Versprechungen einzuhalten. Eine internationale Konferenz über einen weiteren Schuldenschnitt lehnt der Niederländer ab. "Es gibt bereits eine solche Konferenz und die heißt Eurogruppe", so der EU-Politiker. Dementsprechend dürfte das Kräftemessen wohl noch weiter gehen. Doch wie heißt es so schön: Schulde jemandem Tausend Euro und er hat dich in der Hand. Schulde jemandem eine Million Euro und du hast ihn in der Hand. Nun, Griechenland hat mehrere Milliarden Euro an Schulden.

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3 KOMMENTARE

  1. Gerade wegen seiner Nähe zur City of London weiss der griechischen Finanzminister ja sicherlich, von was er redet. Er kennt das globale Bankster-Haifischbecken und weiss, wie dieses tickt, um mit ihren hinterhältigen Finanztricks Länder ausplündern und in totale Abhängigkeit bringen zu können. Wenn er entschieden hat, für sein eigenes Land einzutreten, dann wird wohl sein bestimmender Verweis an die Troika gute fundierte Gründe haben.

    Die Hanswurste der EU haben gegen dieses Finanzkaliber wenig auszurichten, denn sie können dem griechischen Finanzminister in punkto Geld nichts vormachen, auch kein Draghi. Gut so!!!

  2. Wie schnell das geht! Erstaunlich, erst noch hatte man das Gefühl, die Hayfische sind überall und haben alle Fäden in den Händen. Seit 2000, als Putin die russischen Oligarchen "vor die Tür stellte" reiben sich die besagten Hayfische regelmässig die Augen. Ihre kriminellen Massnahmen wie 911, Boston, Paris etc etc kommen immer schneller ans Licht. Zuerst AHA-Erlebnisse mal hier mal dort, zusätzlich die plötzliche Bewahrheitung der Angst vor Armut und Ungerechtigkeit, das Staunen über die unglaublichen Massnahmen unserer Regierungen gegen alle Vernunft und die allmähliche Bestätigung, dass nicht wir die Verschwörer sind, sondern die, die einen 3. Weltkrieg wollen, die, die vor lauter Lecken ihre braune Zunge nicht mehr verstecken können, die vor lauter Gier alles Menschliche verloren haben und nur schon ein Blick in ihre Augen sie entlarven. Plötzlich fühlen wir nicht mehr 1 : 99 sondern das Blatt hat sich gewendet. Panik ist ausgebrochen. Wenn ich einen Schulz betrachte, sehe ich nur Angst, nichts anderes. Desgleichen bei Merkel. Die weiss ja nicht mehr wo sie hinschauen soll. Oder bei den amerikanischen Oligarchen. Die getrauen sich nicht mehr an die Öffentlichkeit – Also ich glaube, dieses Jahr wird Remedur gesprochen. Die Hayfische haben verloren. Die Menschen werden sich bewusst, was Demokratie heisst. Und Griechenland spielt dabei, wieder einmal, eine wichtige Rolle. Bravo!!!

  3. Peinlich wenn man sich als Eurogruppenchef sagen lassen muß, daß

    man auf seine Hilfe nicht mehr angewiesen ist, da man andere Kredit-

    geber gefunden hat. Vielleicht hat der griechische Finanzminister schon

    früher als Dijsselbloem erkannt , daß dieser 'EU' bald, 'mangels Masse',

    die Luft ausgehen wird und Griechenland sich nur noch rechtzeitig ab-

    setzen will um nicht in die Konkursmasse dieser 'EU' zu geraten, gegen

    die der Milliardenschuldenberg Griechenlands noch eine Idylle sein dürfte!

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