Österreich: Arbeitslosigkeit im Dezember auf Rekordniveau

Österreichs Arbeitsmarkt blickt düsteren Zeiten entgegen. Gemäß der nationalen Berechnungsmethode waren im Dezember ganze 393.674 Personen ohne Job, was einer Arbeitslosenquote von 10,2 Prozent entspricht. Nach EU-Definition liegt die Arbeitslosigkeit bei 5,1 Prozent. Die Aussichten für das Jahr 2015 sind angesichts der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage in Europa und den andauernden Sanktionen gegen Russland nicht positiv.

Von Marco Maier

Mit 393.674 offiziell als arbeitslos gemeldeten Personen erreicht die Arbeitslosigkeit in Österreich zum ersten Mal seit 55 Jahren wieder den zweistelligen Bereich. Hinzu kommen noch 62.157 Menschen, die in Schulungen untergebracht wurden. Damit hatten im Dezember insgesamt 455.831 Menschen keine bezahlte Beschäftigung. Gegenüber Dezember 2013 ist dies ein Plus von 9,0 Prozent. Damit verzeichnet die Alpenrepublik schon das vierte Jahr in Folge einen Anstieg. Seit 2008 stieg die Zahl der Arbeitslosen um insgesamt 37,1 Prozent.

Besonders stark betroffen sind die Ausländer (+18,3 Prozent) und die Altersgruppe ab 50 Jahren (+12,5 Prozent). Ebenso überdurchschnittlich betroffen sind die Leiharbeiter (+12,5 Prozent) und der Tourismus (+10,1 Prozent). Bei den Inländern (+5,9 Prozent) und den 14 bis 24-Jährigen (+5,5 Prozent) fiel der Anstieg unterdurchschnittlich aus. Um den starken Anstieg der älteren Arbeitslosen zu reduzieren, soll die Förder-Initiative 50+ mehr Geld erhalten. 120 Millionen Euro sollen in diesem Jahr dafür sorgen, dass ältere Arbeitnehmer im Berufsleben bleiben können.

Inzwischen rechnet man damit, dass die Zahl der Erwerbslosen inklusive Schulungsteilnehmer in diesem Jahr an der Marke von 500.000 Personen kratzen wird. Dies entspricht einem weiteren Anstieg von etwa 10 Prozent. Mit ein Grund für die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage ist neben der weiterhin aktuellen Krise in Europa und den Sanktionen gegen Russland der Umstand, dass die Lohnkosten vor allem aufgrund der steuerlichen Belastung weiterhin steigen, während den Arbeitnehmern aufgrund der Reallohnverluste immer weniger Kaufkraft übrig bleibt.

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